Kaiseraugst
Ein Kreisel mit kraftvollen Bildern eines antiken Untergangs

Der «Untergang von Rom» wurde bildhaft in den Strassenbau am Schafbaumweg integriert

Willi Wenger
Drucken
Teilen
Toni Hollenstein erklärte den Besuchern anlässlich der Einweihung den künstlerischen Schmuck des Kreisels. Willi Wenger

Toni Hollenstein erklärte den Besuchern anlässlich der Einweihung den künstlerischen Schmuck des Kreisels. Willi Wenger

Willi Wenger

Die Einwohnergemeinde Kaiseraugst weihte am Dienstag den Schafbaumweg-Kreisel im Beisein zahlreicher Gäste ein. Heute ist für «Kraiselaugst», wie Gemeindepräsidentin Sibylle Lüthi scherzhaft sagte, ein Freudentag.

«Der Kreisel ist für mich ein wunderschönes, ein mehr als gelungenes Bauwerk.» Lüthi wies darauf hin, dass dies der vierte Kreisel in der Gemeinde sei, und thematisierte auch die Schwierigkeiten, welche bis dato zu meistern waren.

Nach der Zustimmung zum Bau durch den Souverän im Herbst 2007 seien 2012 die eigentlichen Bauarbeiten abgeschlossen worden. Nur die Dekoration habe damals noch gefehlt, so Lüthi.

Sie würdigte die Initiative der beiden einheimischen Künstler Roger Oechslin und Toni Hollenstein im Besonderen, die in der Folge das heute strahlende Bauwerk schufen. Lüthi sprach «ganz speziell» dem anwesenden Toni Hollenstein den Dank der Gemeindebehörde aus. Den verstorbenen Roger Oechslin würdigte sie postum und hielt dabei fest, dass sie traurig sei, dass dieser die Einweihung nicht mehr miterleben dürfe.

Toni Hollenstein machte im Verlauf der Einweihungsfeier den vielen Besucherinnen und Besuchern die «Dekoration» des Kreisels verständlich. Dargestellt ist in kraftvollen Bildern der «Untergang Roms».

Und dieser soll vielfältig gewesen sein. Hollenstein nannte dazu drei mögliche Thesen: Erdbeben, Massaker und Feuer. Im Kreisel sind nun diese drei Ereignisse dargestellt, inklusive einer 4,50 Meter hohen Flamme.

Hollenstein, der zusammen mit Oechslin die künstlerische Gestaltung des Kreisels konzipiert hatte, nahm die anschliessenden Dankesworte nicht nur für sich entgegen. Er dankte seinerseits dem verstorbenen Freund Roger Oechslin.

Den Gemeinderat würdigte er dahingehend, weil dieser das Ganze erst ermöglicht und sich historisch und visionär mit der Kunst am Bau auseinandergesetzt habe. Die Kunst-am-Bau-Expertin Friederike Schmid aus Lenzburg bezeichnete die Bilder, den Kreisel insgesamt, in welchem auch römische Mauerreste zu bestaunen sind, als aussergewöhnliches Bauwerk.

Sie sagte, dass Kreisel im Allgemeinen und jener in Kaiseraugst im Speziellen kreative Orte seien. «Künstler-Kreisel sind klar die edelsten von allen», sagte Schmid, die darauf hinwies, dass es im Kanton Aargau 149 Kreisel gibt. Als Beispiele nannte sie unter anderem den «Cardinal»-Kreisel in Rheinfelden oder den «Rivella»-Kreisel in Rothrist.

Der Kaiseraugster Kreisel, der auf Geheiss des Kantons als «Betonkreisel» realisiert wurde, hat rund 1,5 Millionen Franken gekostet. Die Kosten teilten sich die Standortgemeinde und der Kanton gemeinsam, der sich auch an der Erstellung der seitlichen Anschlüsse beteiligte.

Aktuelle Nachrichten