Fricktal

Digitalisierungswelle kommt mit E-Rechnungen in die Gemeinden

Adieu Bargeld. Die «ebill» kommt nun auch in den Gemeinden an.

Adieu Bargeld. Die «ebill» kommt nun auch in den Gemeinden an.

Nun bieten auch die ersten Fricktaler Gemeinden elektronische Rechnungen an – in Frick zahlen schon 114 Personen per «eBill».

Die Zukunft ist elektronisch. Auch beim Bezahlen. Neben Rechnungen, die per E-Mail zugestellt werden, bieten immer mehr Firmen auch elektronische Rechnungen an. Mit «eBill» landen die Rechnungen direkt im E-Banking-­Postfach des Kunden. Dieser muss sie nur noch kontrollieren und gibt sie dann frei.

Inzwischen setzen auch erste Gemeinden auf dieses System. Darunter Frick. Bislang haben sich laut Gemeindeschreiber Michael Widmer 114 Kundinnen und Kunden für «eBill» angemeldet. Damit ist die Gemeinde zufrieden, denn das Angebot bestehe erst seit wenigen Monaten und es werde schon rege genutzt, obwohl die Gemeinde erst vor einer Woche erstmals in der Öffentlichkeit darüber berichtet habe.

E-Rechnungen sind eine weitere Möglichkeit der Zahlung

Widmer sieht die E-Rechnungen im Kontext der Digitalisierungswelle. Diese sei «ein globaler Megatrend», sagt der Gemeindeschreiber, auch im Finanzsektor. Er erinnert daran, dass in letzter Zeit gleich mehrere neue Zahlungsmöglichkeiten und -formen dazugekommen seien, so das kontaktlose Bezahlen mit der Maestro-Card oder Bezahl-Apps wie Twint.

E-Rechnungen seien eine weitere Möglichkeit. «Ob sich genau diese Bezahlart durchsetzen wird oder andere technische Lösungen auf den Markt kommen, ist in diesem sehr dynamischen Umfeld schwer vorherzusagen», so Widmer.

Von den E-Rechnungen profitieren für Widmer beide Seiten. Die Gemeinde, weil die Rechnungen durch die digitale Zustellung nicht mehr gedruckt und verschickt werden müssen. «Das spart Zeit, Papier und Portokosten.»

Kunde erspart sich das mühsame Eingeben

Für den Kunden sieht Widmer den Vorteil, dass die Daten bereits vorerfasst sind. «Wer die Rechnungen in einem E-Banking bezahlt, muss sonst die Daten des Gläubigers inklusive Kontoverbindung und Referenznummer von Hand eingeben.» Im Gegensatz dazu erscheint die E-Rechnung direkt im E-Banking des Kunden.

«Der Kunde kann die Rechnung kontrollieren und sie danach freigeben, ohne dass weitere Daten eingegeben werden müssen – diese werden automatisch hinterlegt», so Widmer. Da die meisten E-Banking-Portale heute über eine App verfügen würden, könne dieser Vorgang zudem zeit- und ortsunabhängig mit dem Smartphone durchgeführt werden.

Nachteile sieht Widmer keine. «Die Finanzinstitute betreiben einen grossen Aufwand, um zu verhindern, dass sich Kriminelle Zugang zum E-Banking Dritter verschaffen.» Selbst wenn letztlich ein Restrisiko verbleibe, sei zu bedenken, dass auch das Bezahlen mit Bargeld nicht ohne Risiken sei.

Steuerrechnung ist (noch) nicht per E-Rechnung begleichbar

Für Widmer ist die Sicherheit gewährleistet. Der Datenaustausch werde über geschützte Verbindungen abgewickelt. «Die Abwicklung der Zahlungen erfolgt über spezialisierte Finanzdienstleister des bargeldlosen Zahlungsverkehrs wie zum Beispiel die SIX Payment Services», so Widmer.

Für die Gemeinde hält sich der Aufwand denn auch in Grenzen. «Die Gemeinde musste Vorkehrungen im eigenen Buchhaltungssystem treffen, um E-Rechnungen versenden zu können.» Die eigentliche Ausführung der Zahlungen erfolge dann über Drittfirmen.

Um Rechnungen digital erhalten zu können, muss sich der Kunde für «eBill» beim eigenen Finanzinstitut anmelden, was eine Registrierung bei der Six Paynet AG beinhaltet.

«Danach können im Online-Banking alle Partner bestimmt werden, von denen die Rechnungen in Zukunft digital zugestellt werden sollen», schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung.

Aktuell können zwar die Rechnungen der Gemeinde Frick – etwa für Wasser und Abwasser – per «eBill» beglichen werden, die Steuerrechnung ist aber (noch) nicht per E-Rechnung begleichbar; die Informatik-Lösung, die aktuell im Einsatz ist, eignet sich dazu nicht. Die Aargauer Gemeinden arbeiten aber daran, eine gemeinsame Plattform anbieten zu können.

Verwandtes Thema:

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1