Laufenburg
Die Tauben nisten sogar auf ihrem Kot

In der Altstadt sind die Tauben ein Ärgernis. Sie koten alles voll. Beim Museum Schiff mussten deshalb am Gebäude Massnahmen ergriffen werden.

Susanne Hörth
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Tauben auf dem Dach des «Roten Löwen» in Laufenburg. chr (archiv)

Tauben auf dem Dach des «Roten Löwen» in Laufenburg. chr (archiv)

Foto: Walter Christen

Sie seien sich des Problems bewusst und werden etwas dagegen unternehmen, sagte der Laufenburger Stadtrat an der Gemeindeversammlung vor wenigen Tagen. Das von einem Versammlungsteilnehmer angesprochene Problem sind die Tauben in der Altstadt. Während in Aarau oder Basel die Vögel zuhauf sichtbar sind, kaum Scheu vor den Menschen zeigen, fallen sie in der Laufenburger Altstadt den Besuchern erst beim zweiten Hinsehen auf. Für die Altstadtbewohner hingegen sind sie zum Teil eine äusserst mühsame Plage. «Das Problem besteht seit Jahren», sagt Hannes Burger, selbst Altstadtbewohner und Präsident des grenzüberschreitenden Museumsverein Schiff. Die Jahrhunderte alte Museumsliegenschaft befindet sich mitten in der Altstadt.

«Die Tauben machen bei uns einen unglaublichen Dreck. Solange die Taverne Schiff bewirtet war, haben wir das viel zu wenig wahrgenommen», sagt Burger. «Der Wirt Franz Wicki war täglich im Höfli und hat die Vögel verjagt und den Dreck aufgenommen. Nach ihm hat niemand mehr richtig nach dem Hof gesehen.» Die Fasnachtszunft habe als Pächterin wohl das Restaurant benützt. «In Sachen Höfli hat aber jeder dem anderen Schuld gegeben.»

Gitter an den Fenstern

Zuwarten und das Gebäude weiter von den Tauben zukoten lassen, wollte der Museumsverein nicht. Er hat deshalb alle Fenster vergittert und auf dem Dach Nägelbänder anbringen lassen sowie einiges mehr.

«Die Kosten dafür beliefen sich auf zirka 3000 Franken. Das ist kein Pappenstiel für unseren Verein», so der Präsident. Im Museums-Innenhof wurden zudem mit Bewilligung des Kantons mittels einer Locktaube mehr als 70 Tauben eingefangen.

Nicht nur Dächer, Fenster und Dachrinnen sind voller Hinterlassenschaften der gefiederten Altstadtbewohner. Der Eegraben zwischen «Adler» und «Postillion» muss ebenfalls regelmässig gereinigt werden. Früher habe die Feuerwehr anlässlich der Übungen den Eegraben ausgespült. Vor rund drei Jahren hat der Gemeinderat festgestellt, dass der Eegraben zu den angrenzenden Liegenschaften gehört und die Reinigung auch diesen obliegt.

Auf den Dächern des «Roten Löwen» halten sich nicht selten 50 und mehr Tauben gleichzeitig auf. Auch hier sind ihre Spuren deutlich sichtbar. Beim «Adler» hat es nicht einsichtbare alte Dächer und Dachkennel, die voller Kot und manchmal auch toten Tauben ist. Beim nächsten Satz schaudert es Hannes Burger: «Die Tauben nisten sogar auf ihrem Kot.» Für ihre Verdauung brauchen die Tiere ganz feinen Sand. Diesen finden sie unter andern in den Mauern der Altstadthäuser. Hier picken sie das gewünschte Mineral heraus.

«Zurzeit hat es etwas weniger Tauben. Dafür mehr Krähen. Diese scheinen die Tauben zu vertreiben», sagt Hannes Burger und meint schmunzelnd: «Mir gefallen die Krähen viel besser. So ein eleganter Vogel.»

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