In der nationalen Squash-Szene der Frauen hat sich Frick in der jüngsten Vergangenheit zur «inoffiziellen Hauptstadt» gemausert. Die Squasherinnen des SC Fricktal haben in den letzten beiden Jahren jeweils den Final der Interclub Schweizer Meisterschaft erreicht und haben sich im letzten Frühling gar erstmals in der Vereinsgeschichte den Schweizer-Meister-Titel erkämpft. Im September hat die Fricktaler Equipe diesen Erfolg mit dem Gewinn der Silbermedaille an den Europäischen Vereinsmeisterschaften sogar noch toppen können.

Doch nicht nur aufgrund der jüngsten sportlichen Erfolge ist Frick zu einer wichtigen Adresse im Schweizer Frauen-Squash geworden, sondern auch, weil im Fricktal in dieser Woche zum zweiten Mal ein internationales Profiturnier für Frauen ausgetragen wird. Davon gibt es in der Schweiz nur deren zwei. Hinter den sportlichen Höhenflügen des SC Fricktal stehen dieselben Frauen, die auch das «PwC Ladies Open» ins Leben gerufen haben. Es sind dies Nadine Frey, Nadia Pfister, Nathalie Plain und Jasmin Ballmann, die in der Fricktaler NLA-Equipe spielen. Das Quartett wird zudem unterstützt von Dirk Wackernagel.

Ein schönes Kompliment

Obwohl das «PwC Ladies Open» noch keine lange Tradition hat und mit seinen insgesamt 5500 Dollar Preisgeld zu den kleinsten Turnieren auf der internationalen Squash-Tour gehört, nimmt der Event bei seiner zweiten Ausgabe bereits einen höheren Stellenwert ein als noch im Vorjahr. «Als wir dem internationalen Squashverband Anfang Jahr gemeldet haben, dass wir das Turnier wieder durchführen werden, erhielten wir die Chance, ein Qualifying Event für die WM in Chicago zu organisieren», so Nadine Frey, die gemeinsam mit Jasmin Ballmann als OK-Präsidentin fungiert. «Wir haben uns sehr darüber gefreut und die Chance natürlich gepackt.» Dies bedeutet, dass die Siegerin des Turniers sich direkt für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Der sportliche Stellenwert ist also zweifelsohne gestiegen.

Der Grund dafür, dass das Turnier in Frick zu einem von weltweit bloss fünf Qualifying Events erkoren wurde, war das ausserordentlich gute Zeugnis, das die Spielerinnen den Organisatorinnen des «PwC Ladies Open» nach der Premiere im letzten Jahr ausgestellt haben. «Es freut uns natürlich sehr, dass unser Turnier so gut angekommen ist. Das ist ein schönes Kompliment», sagt Frey.

Familiärer Charakter

Entsprechend haben die Fricktalerinnen für die aktuelle Ausgabe am bewährten Erfolgsrezept aus dem Vorjahr festgehalten: Die Spielerinnen werden statt in Hotels privat untergebracht, für Verpflegung am Austragungsort wird gesorgt und die Partien finden unter der Woche jeweils abends (ab 17 Uhr) statt, damit möglichst viele Zuschauer die Spielerinnen unterstützen. «So wollen wir den familiären Charakter unseres Turniers aufrechterhalten», erklärt Nadine Frey, die selber auch ins Geschehen eingreifen wird.

Sie ist eine von insgesamt sechs Schweizerinnen, die im 24er-Teilnehmerfeld des «PwC Ladies Open» Unterschlupf gefunden hat. Die Lokalmatadorinnen werden allerdings einen schweren Stand haben im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz. Es sind Spielerinnen aus 14 verschiedenen Ländern am Start, darunter acht Athletinnen, die zum erlauchten Kreis der besten 100 Spielerinnen der Welt gehören. Den Zuschauern in Frick wird also vom Mittwoch bis Sonntag hochklassiger Squash-Sport geboten.