Laufenburg

Die Bibel ist fertig restauriert

Museumsleiter Hannes Burger (Mitte) freut sich mit Stifter Robert Meyer (links) und Norbert Plumhof über die restaurierte Bibel. Bild: dd

Museumsleiter Hannes Burger (Mitte) freut sich mit Stifter Robert Meyer (links) und Norbert Plumhof über die restaurierte Bibel. Bild: dd

Pfarrer Norbert Plumhof hat eine Ulmer Bibel von 1662 restauriert. Jetzt ist sie im Laufenburger Museum Schiff zu sehen.

Dass ein Pfarrer die Bibeltexte kennt, wird erwartet. Dass ein Pfarrer alte Bibeln restauriert, dürfte dagegen eher ungewöhnlich sein. Dies trifft auf Norbert Plumhof zu, dem reformierten Pfarrer von Laufenburg. Ihn interessieren nämlich nicht nur die Bibelworte, sondern auch das Medium Bibel. So verfügt der Pfarrer über eine umfangreiche Sammlung alter Bibeln. Diese stellte er dem Museum Schiff für die aktuelle Sonderausstellung «Biblia deutsch. Entstehung – Handwerk – Kunst» zur Verfügung.

Plumhof ist freilich nicht nur leidenschaftlicher Sammler. Er ist auch ein hervorragender Restaurator. Sein Können hat er in den vergangenen Wochen mit der Restauration einer dem Museum Schiff von Robert Meyer aus Kaiseraugst geschenkten Bibel unter Beweis gestellt. Da zur Bibelausstellung auch die Buchrestauration gehört, wurde die geschenkte Bibel als Restaurationsobjekt verwendet und im Laufe der Ausstellung direkt im Museum restauriert. Besucherinnen und Besucher konnten Plumhof dabei über die Schulter schauen.

Nach Abschluss der umfangreichen Arbeiten durfte nun Museumspräsident Hans Burger die wiederhergestellte Bibel in Empfang nehmen. Zugegen war auch Stifter Robert Meyer, der die Bibel aus einem Erbe erhalten hatte.

Die Risse wurden mit Japanpapier geflickt

Norbert Plumhof verfasste dazu einen detaillierten Restaurationsbericht. Diesem ist zu entnehmen, dass die Bibel um 1662 vom Ulmer Buchdrucker Balthasar Kühne hergestellt worden ist. «Die Bibel befand sich in einem mitleidserregenden Zustand», ist im Bericht zu lesen. «Im Innern waren viele Seiten vom Buchblock gelöst und wiesen Risse und Fehlstellen auf. Die Titelseite und diverse Seiten fehlten.» Der Restaurator zerlegte und reinigte die einzelnen Heftlagen. Fehlstellen und Risse wurden mit Japanpapier restauriert. Die Lagen mussten stabilisiert und neu gebunden werden. Auch die Buchdeckel wurden restauriert und die nicht mehr vorhandenen Beschläge mussten ersetzt werden. Leider fehlten auch 37 Blätter der ursprünglichen Bibel. Sie wurden durch originalgetreue Nachbildungen auf Büttenpapier ersetzt. Die Bibelausstellung, in der auch die restaurierte Ulmer Bibel besichtigt werden kann, läuft noch bis zum 6. Januar.

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