Die Bauarbeiten am Hochwasserschutz-Projekt im Möhlintal stehen kurz vor dem Abschluss. Bereits 2015 und 2016 wurden die beiden Hochwasserrückhaltebecken zwischen Möhlin und Zeiningen sowie Zeiningen und Zuzgen fertiggestellt.

Seit dem Frühjahr laufen nun auch die Arbeiten an den partiellen Massnahmen in den Gemeinden entlang des Bachs. Unter anderem werden diverse Fussstege und Brücken abgebrochen und ersetzt sowie der Bachlauf verbreitert.

Parallel dazu soll der Bach als Lebensraum für Fische aufgewertet werden. So wurde etwa auf Höhe der ehemaligen Fischzucht zwischen Zeiningen und Zuzgen eine sogenannte Blockrampe erstellt. Diese sorgt für eine hindernisfreie Fischwanderung.

Beim Abwasserverband Region Möhlin, der als Bauherrin fungiert, geht man davon aus, dass die Bauarbeiten bis spätestens Ende Oktober – dann beginnt die Fischschonzeit – abgeschlossen werden können.

Der Grosse Rat soll einen Zusatzkredit genehmigen

Kurz vor dem Abschluss der Arbeiten wird nun bekannt, dass das Projekt teurer wird als gedacht. Das geht aus einem Antrag des Regierungsrats von dieser Woche an den Grossen Rat hervor.

Der Abwasserverband Region Möhlin habe der Abteilung Landschaft und Gewässer beim Kanton Ende August mitgeteilt, dass «gemäss der aktuellen Endkostenprognose der genehmigte Kredit nicht mehr ausreicht», heisst es in der Botschaft zum Antrag.

Die Endkostenprognose für das Gesamtprojekt beläuft sich demnach auf gut 13,1 Millionen Franken. Das sind rund 2,3 Millionen Franken mehr als die ursprünglich angedachten rund 10,8 Millionen Franken.

Der Regierung beantragt daher, den bereits bewilligten kantonalen Beitrag von gut 3,5 Millionen Franken um gut 375 000 Franken aufzustocken. Auch beim Bund sowie bei der Aargauischen Gebäudeversicherung – beide beteiligen sich ebenfalls an den Projektkosten – seien die Zusatzkosten angemeldet worden.

Die Zusagen zur Erhöhung der Beteiligung lägen aber noch nicht vor, schreibt der Regierungsrat. Auch die Gemeinden beteiligen sich an den Mehrkosten. Sie müssen allerdings ihre Beiträge nicht erhöhen, da sie aus der Präventionsstiftung der Versicherung Mobiliar unterstützt werden.

Die Bauarbeiten werden nicht unterbrochen

Im Antrag werden mehrere Gründe für die zusätzlichen Kosten genannt. So etwa die zwischenzeitliche Projektüberarbeitung. Zur Erinnerung: Gegen die Projektauflage waren 2014 über 20 Einwendungen eingegangen. Die anschliessende Projektüberarbeitung führte zu «erheblichen Zusatzkosten bei den Ingenieurdienstleistungen», heisst es.

Ein Entscheid des Grossen Rats zum Antrag ist in einigen Wochen zu erwarten. Klar ist, dass die Bauarbeiten am Bach unabhängig davon planmässig fortgeführt werden. «Die Einstellung der Bauarbeiten bis zur Bewilligung des Zusatzkredits würde zu weiteren Mehrkosten im Umfang von rund 200 000 Franken führen», schreibt der Regierungsrat.

Dies, weil unter anderem provisorische Sicherungsmassnahmen nötig würden. Der Abwasserverband Region Möhlin trägt somit das Kostenrisiko in Bezug auf die noch auszuführenden Arbeiten.