Fricktal

Der Bauboom hält an: Pro Kopf der Bevölkerung wurden knapp 6900 Franken verbaut

Auch in diesem Jahr wird im Fricktal eifrig gebaut (im Bild eine neue Überbauung in Eiken).

Auch in diesem Jahr wird im Fricktal eifrig gebaut (im Bild eine neue Überbauung in Eiken).

513 neu erstellte Wohnungen kamen in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden 2017 auf den Markt – am meisten in Frick.

Der Bauboom im Fricktal hält an. Dies zeigt ein Blick in die Baustatistik 2017/18, die der Kanton letzte Woche veröffentlicht hat. Danach wurden 2017 in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden nahezu 546 Millionen Franken verbaut, 243 Millionen davon im oberen Fricktal. Umgerechnet heisst das: Pro Kopf der Bevölkerung wurden im Fricktal knapp 6900 Franken verbaut.

Der weitaus grösste Teil floss dabei in den privaten Bau; hier wurden 2017 rund 447 Millionen Franken investiert. Die restlichen 99 Millionen gingen in den öffentlichen Sektor. Dass die rege Bautätigkeit auch 2018 weiterging, zeigt ein Blick auf die Arbeitsvorräte Ende 2017: Diese beliefen sich auf knapp 339 Millionen Franken.

Kaiseraugst verbaut ein Fünftel des Bauvolumens

Gut ein Fünftel des gesamten Bauvolumens wurde in einer Gemeinde verbaut: Kaiseraugst. Hierbei spielt auch das neue IT-Zentrum von Roche eine Rolle, das der Pharmakonzern im November 2017 eröffnet hat und das insgesamt fast eine Milliarde Franken gekostet hat. Die drei Zentrumsgemeinden Rheinfelden, Möhlin und Frick folgen in der Bauhitparade auf den Plätzen zwei bis vier.

Auf den ersten Blick erstaunt, dass Mettauertal mit einem Investitionsvolumen von knapp 34 Millionen Franken auf Platz fünf liegt. Des Rätsels ­Lösung: Im Mettauertal entstanden 2017 16 neue Wohngebäude, davon fünf Mehrfamilienhäuser, mit insgesamt 36 Wohnungen. Die kleinste Bautätigkeit hatten Olsberg, Zuzgen und Schupfart mit 0,9 bis 1,5 Millionen Franken.

In Frick gab es 107 Wohnungen

Die grössten Arbeitsvorräte wies Ende 2017 Rheinfelden mit knapp 83 Millionen Franken auf, gefolgt von Möhlin (44) und Frick (33). Am kleinsten war der Arbeitsvorrat in Oeschgen und Oberhof mit je rund einer Million Franken.

Klarer Spitzenreiter in Sachen Wohnungszuwachs war 2017 Frick mit 107 Wohnungen in elf Mehr- und fünf Einfamilienhäusern. Damit lag jede fünfte 2017 fertiggestellte Wohnung in Frick. In Kaisten stieg die Zahl der Wohnungen um 65, in Laufenburg um 53. Keine neue Wohnung konnte vorletztes Jahr in Stein, Mumpf und Oberhof bezogen werden.

Per Ende 2018 weist die Baustatistik für das Fricktal insgesamt 37'817 Wohnungen aus. Statistisch gesehen lebten somit 2,1 Personen in einer Wohnung. Den höchsten Wohnungsbestand haben die beiden mit Abstand grössten Fricktaler Gemeinden Rheinfelden (6841) und Möhlin (4979). Am wenigsten Wohnungen gab es Ende 2018 in Olsberg (181), Oberhof (256) und Schwaderloch (328).

Auswirkungen hat der Bauboom in vielen Gemeinden auch auf die Leerwohnungsziffer. Denn wo viele Wohnungen aufs Mal auf den Markt kommen, dauert es in der Regel einige Monate (bis Jahre), bis sie vermietet oder verkauft werden können.

Dies war exemplarisch in Mettauertal der Fall. Die für Mettauertaler Verhältnisse vielen Wohnungen, die 2017 und 2018 auf den Markt kamen, sorgten dafür, dass die Leerwohnungsziffer innert Jahresfrist von 1,33 auf 3,41 Prozent hochschnellte.

Gemeinden abseits der A3 haben es schwerer

Damit liegt Mettauertal in Sachen Leerwohnungsziffer im vorderen Viertel der Fricktaler Gemeinden. Angeführt wird der Leerwohnungsindex von Ueken (4,76), Schwaderloch (4,57) und Mumpf (4,28).

Neben der Bautätigkeit ist die Ortslage leerwohnungsrelevant. In Gemeinden, die abseits der Hauptverkehrsachsen – also der A3 und der Bözbergbahnlinie – liegen, ist es tendenziell schwieriger, frei werdenden Wohnraum zu vermieten und zu verkaufen.

Pech hatte, wer nach Oeschgen ziehen wollte. Hier lag die Leerwohnungsziffer 2019 bei 0,0. Dies ist angesichts der relativ kleinen Zahl von Wohnungen (436) und der präferierten Lage nahe Frick nicht sonderlich verwunderlich.

Erstaunlicher ist die Gemeinde mit der zweittiefsten Leerwohnungsziffer: Kaiseraugst. Von den 2541 Wohneinheiten standen Ende 2018 nur gerade deren neun (0,35 Prozent) leer.

Im Bezirk Laufenburg lag die Leerwohnungsziffer Anfang Jahr bei 2,35, im Bezirk Rheinfelden bei 1,32 Prozent.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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