Seckenberg
Deponie Seckenberg stabil und die Finanzen geordnet

An der Abgeordnetenversammlung im Gemeindesaal Etzgen liessen sich lediglich 18 der insgesamt 27 Gemeinden, die dem Gemeindeverband Abfallbeseitigung Oberes Fricktal (GAOF) angehören, vertreten. Sämtliche Geschäfte wurden diskussionslos genehmigt.

Dieter Deiss (Text und Foto)
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Personelle Wechsel beim GAOF (v. l.): Kurt Bächtold, neu im Vorstand, die Scheidenden Maja Buik und Hans-Jörg Schilling, Präsident Daniel Suter.

Personelle Wechsel beim GAOF (v. l.): Kurt Bächtold, neu im Vorstand, die Scheidenden Maja Buik und Hans-Jörg Schilling, Präsident Daniel Suter.

Aargauer Zeitung

Eindrückliche Zahlen präsentierte Verbandspräsident Daniel Suter im Rahmen des Jahresberichts. So wurden 2010 aus den 27 Verbandsgemeinden mehr als 6000 Tonnen Kehricht in die Verbrennungsanlage nach Buchs geführt. Dies gibt pro Einwohner eine durchschnittliche jährliche Kehrichtmenge von 159 kg, was gegenüber 2009 einem Rückgang um 4 kg entspricht.

Unterschiede bei Kehrichtmenge

Am meisten Kehricht je Einwohner lieferte mit 195 kg Densbüren ab, während Gansingen mit 128 kg offenbar den Kehricht am besten trennt. In der Deponie Seckenberg wurden im Berichtsjahr 27’603 Tonnen Material angeliefert, worunter 16’547 Tonnen Schlacke aus der Kehrichtverbrennungsanlage Aarau.

Aus dieser Schlacke wurden im Rahmen eines speziellen Verfahrens rund 910 Tonnen Metalle gewonnen. Der Verband rechnet, dass noch während rund dreizehn Jahren Schlacke und noch während etwa fünf Jahren übriges Material angenommen werden kann. Danach ist die Grube aufgefüllt.

Erfreulicher Zustand der Deponie

Aufgrund einer Risikoanalyse wurde im letzten Jahr die Stabilität des Abschlussdammes genauer unter die Lupe genommen. Deponieleiter Bernhard Müller von der «CSD Ingenieure AG» aus Aarau orientierte über die vorgenommenen Untersuchungen. Um die Stabilität des Dammes zu überprüfen, wurde während längerer Zeit das Deponiewasser nicht abgepumpt. Das eingestaute Wasser erhöhte den Druck auf den Damm. Die Messungen zeigten, dass dieser der gestiegenen Belastung problemlos standhält, waren doch keinerlei Veränderungen feststellbar.

Auch die dreissig Jahre alten Basisleitungen seien in gutem Zustand. Das Schmutzwasser der Deponie wird gesammelt und der Kanalisation zugeführt. Auch hier wurden die Vorgaben eingehalten, weshalb keinerlei Beeinträchtigungen des Grund- und Quellwassers im Bereich der Deponie Seckenberg gemessen wurden. Der verantwortliche Ingenieur Bernhard Müller kam deshalb zum Schluss, dass die Deponie stabil sei, es würden sich keine Massnahmen aufdrängen.

Gesunde Finanzen

Durchwegs Erfreuliches hatte Finanzchef Max Matter zu berichten. Restlos abgeschrieben werden konnte in der Rechnung 2010 das Verwaltungsvermögen, zudem konnten in den Stiftungsfonds zur Deckung der Kosten für die Nachsorge- und Risikoabdeckung 512000 Franken eingelegt werden. Damit verfügt die Stiftung über ein Vermögen von 10,2 Millionen Franken. Der verbleibende Rechnungsüberschuss von rund 900000 Franken wurde für Rückstellungen für die Endabdeckung der Deponie und als Einlage in den Investitionsfonds verwendet.

Erfreulich auch der Voranschlag 2012, wo für Rückstellungen wiederum rund 1,2 Millionen Franken zur Verfügung stehen. Wegen der sehr unterschiedlichen Anlieferung von Muldengut sei die Budgetierung der Einnahmen freilich recht schwierig, meinte Finanzchef Matter. Verursachte die Entmetallisierung der Schlacke bisher relativ hohe Kosten, so kann man im nächsten Jahr dank einer Praxisänderung rund 30000 Franken Einnahmen aus diesem Verfahren generieren.

Praktisch unverändert bleiben die Annahmepreise. Der Kehricht aus den Verbandsgemeinden kostet weiterhin 340 Franken je Tonne und die Rohschlacke aus der Kehrichtverbrennungsanstalt wird für 100 Franken je Tonne entgegengenommen. Mit 80 Franken je Tonne verbilligt sich das Muldengut um fünf Franken.

Personelle Wechsel

Aus dem Vorstand scheidet Hans-Jörg Schilling aus Sisseln aus. Er wird ersetzt durch den Sissler Gemeinderat Kurt Bächtold. Nach sieben Jahren beim GAOF verlässt die Sekretärin, Maja Buik, den Verband. Mit Jeannette Meier aus Ueken hat der Vorstand bereits eine Nachfolgerin gefunden.

Zum Schluss dankte Guido Fischer, Präsident der Kehrichverbrennungsanlage Aarau (KVA), für die gute Zusammenarbeit. Die Auslastung der KVA sei im Moment sehr gut. Mit Verweis auf eine neu entstehende Kehrichtverbrennungsanlage im Kanton Luzern meinte er freilich, dass in Zukunft die Konkurrenz im Abfallgeschäft härter werden dürfte.

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