Laufenburg

Den Krimi im Blut: Martin Willi legt seinen zweiten Krimi mit Kommissarin Neuhaus vor

Martin Willi prägt das kulturelle Leben in Laufenburg stark mit. Nun erscheint sein zweiter Krimi.

Martin Willi prägt das kulturelle Leben in Laufenburg stark mit. Nun erscheint sein zweiter Krimi.

Der Fricktaler Autor Martin Willi legt mit «Skelett des Grauens» im Herbst seinen zweiten Krimi mit Kommissarin Neuhaus vor. Der Roman dreht sich um das Thema Kindsmissbrauch. Zeitgleich veröffentlicht Willi zwei weitere Bücher, ein Gedichtband und ein Bilderbuch. Weitere sollen folgen.

Er ist ein Tausendsassa: Martin Willi, 56. Er ist Autor, Schauspieler und Regisseur. Er ist Kursleiter und Kunstmaler. Er ist Betriebsleiter der Kultschüür in Laufenburg. Und er ist Teilzeit-­Pöstler. «Von etwas muss ich ja schliesslich leben», sagt er schmunzelnd beim Gespräch.

In den gut 30 Jahren, in denen Willi nun schon im Fricktal kulturell aktiv ist – zuerst in Herznach, nun in Laufenburg – hat er deutliche Fussspuren hinterlassen. An die 40 Theaterstücke hat er geschrieben, 30 bearbeitet, in unzähligen Produktionen mitgespielt und Regie geführt.

Kultur liegt ihm im Blut. Das Schreiben ebenso. 1995 war es, als er wieder einmal ein fremdes Theaterstück las und bei sich dachte: Das kannst du auch. Er konnte. «Das Stück kam gut heraus, den Zuschauern gefiel es», blickt er zurück. Vor 12 Jahren dann legte Willi seinen belletristischen Erstling vor, einen Jugendkrimi. «Eine ganz andere Art zu schreiben», stellte er fest – eine Art, die ihm gefiel.

Keine eindimensionalen Figuren

Schnell wuchs der Wunsch, auch einen Krimi für Erwachsene zu schreiben. Er schuf die Figur der Kriminalkommissarin Petra Neuhaus, die 2018 ihren ersten Fall löste. Die Tote: Ein junges Fotomodell. Der Fundort: Laufenburg. Die Ermittlerin: Taff, gut im Job – und ganz Mensch. «Mir ist es wichtig, dass meine Figuren nicht eindimensional sind», sagt Willi. Und so ist Neuhaus im Krimi nicht nur Polizistin, sondern eine Frau, die «noch immer auf der Suche nach dem Glück ist». Sie hat Schwächen, zeigt Schwächen – «und das macht sie mir sympathisch», sagt Willi.

Auf die Suche begab sich nach der dreijährigen Schreibphase auch Willi – nach einem Verleger. «Als neuer Autor hat man es schwer», stellte er schnell fest. Doch er hatte Glück. Einem Basler Verleger mit Bezug zu Laufenburg gefiel der Erstling und er brachte ihn heraus. Mehr noch: Er sah im Kriminalteam um Petra Neuhaus das Potenzial für mehr – und so brachte Willi in den letzten 15 Monaten den zweiten Neuhaus-Krimi zu Papier.

Das Thema hat ihn stark gefordert

«Das Schreiben fiel mir einfacher als beim ersten Krimi», sagt er. Allerdings hat er sich ein Thema ausgesucht, das «mich stark forderte»: Kindsmissbrauch. Bei Bauarbeiten für ein Einfamilienhaus in Hirschthal kommt ein Skelett mit abgetrenntem Kopf zum Vorschein. Vieles deutet darauf hin, dass der Tote – er stammt aus dem Mettauertal – sich zu Lebzeiten an Kindern verging, dies sogar in der eigenen Familie. Ein Fall von Selbstjustiz?

Ihm sei es wichtig, nicht reine Phantasie-Gebilde zu erzeugen, sondern Geschichten zu erzählen, die aktuelle und schwierige Themen aufnehmen, Geschichten, die auch ihn bewegen. Den Plot für die Geschichte hat er dabei zwar beim ersten Buchstaben, den er schreibt, im Kopf. «Doch ich lasse stets Raum, damit sich Geschichte und Figuren entwickeln können.»

Entwickeln, so hofft Willi, werden sich auch diesmal die Verkäufe gut. Erscheinen wird der zweite Neuhaus-Krimi «Skelett des Grauens» im September, rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse.

Willi bringt gleich drei Bücher auf den Markt

Für Willi wird es ein goldener Herbst werden: Mit der Kultschüür wird er, sofern ihm Corona keine neuen Striche durch die Rechnung macht, im Herbst wieder kulturell durchstarten und neben dem Krimi kommen gleich noch zwei weitere Bücher von ihm auf den Markt: Ein Gedichtband und ein Bilderbuch, eine Co-Produktion mit seiner Frau.

Den Text für «Otto, die Blindschleiche will Fussball spielen» habe er schon lange geschrieben, seine Frau habe die Geschichte nun gezeichnet. Er lacht. «Ein Kinderbuch auf den Markt zu bringen, ist noch schwieriger als einen Roman», hat er festgestellt. Er gibt ihn deshalb ihn Eigenregie heraus. Und so kommt zu der Vielzahl seiner Berufe und Berufungen eine weitere hinzu: Verleger.

Verwandte Themen:

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1