Frick

Das Preisgeld wird in Spielzeug und Kinderbücher investiert

Szene an einem Donnerstagnachmittag: Während die Mütter Deutsch lernen, spielen die Kinder der Asylbewerber miteinander. zvg

Szene an einem Donnerstagnachmittag: Während die Mütter Deutsch lernen, spielen die Kinder der Asylbewerber miteinander. zvg

Die Gruppe für humanes Wohnen der Asylbewerber in Frick erhält einen Anerkennungspreis der Aargauer Landeskirchen, der mit 5000 Franken dotiert ist.

Immer am Donnerstagnachmittag haben Asylbewerber in Frick die Gelegenheit gemeinsam Deutsch zu lernen, zu nähen, Kaffee zu trinken oder zu spielen. Möglich macht dies die Gruppe für humanes Wohnen der Asylbewerber. Am Freitag hat diese Gruppe bei der Verleihung des Sozialpreises 2014 der Aargauer Landeskirchen einen Anerkennungspreis erhalten.

In Aarau entgegengenommen hat den Anerkennungspreis Margund Graf, die die Gruppe vor über 30 Jahren ins Leben gerufen hat. «Wir waren bald eine Gruppe von zehn bis zwölf Helfern und haben dann auch Unterstützung der römisch-katholischen und der reformierten Kirchgemeinden erhalten», erzählt Margund Graf im Gespräch mit der Aargauer Zeitung.

5000 Franken Preisgeld

Angemeldet für die Ausschreibung des Sozialpreises wurde die Gruppe für humanes Wohnen der Asylbewerber vom Sozialdienst der Gemeinde Frick. Margund Graf freut sich über die Nomination und den Preis. «Ich bin froh. Unsere Hilfe zur Integration hat die Jury anscheinend überzeugt. Mit dem Preisgeld von 5000 Franken können wir doch Einiges für den laufenden Betrieb kaufen.» Nachdem in letzter Zeit eher Bücher für die Erwachsenen angeschafft wurden, sollen nun die Kinder zum Zuge kommen. «Spielzeug, Kinderbücher, Trottinette oder ein Velo für Schulkinder», stehen gemäss Margund Graf auf der Einkaufsliste.

Reparaturen und Administratives

In den letzten 30 Jahren hat sich die Klientel des Vereins nämlich gewandelt. «Anfänglich hatten wir viele Männer, die zu uns kamen, um Deutsch zu lernen. Mittlerweile sind es eher Frauen und Kinder. Die Männer arbeiten oder suchen Arbeit», erklärt die Initiantin. Während Margund Graf und Hedi Brand jeweils am Donnerstagnachmittag für die Asylbewerber da sind, sind auch Termine abends oder an anderen Tagen möglich.

«Wir haben auch Männer in der Gruppe, die sich um Reparaturen kümmern oder den Asylbewerbern bei behördlichen Dingen oder bei der Stellensuche helfen. Finanzielle Unterstützung erhalten nur Asylbewerber mit Wohnsitz in Frick, doch zum Deutschkurs kommen auch Menschen aus den umliegenden Gemeinden. An den Donnerstagen sind meist gegen 20 Personen aus den unterschiedlichsten Ländern anwesend.

Nachwuchs gesucht

Einen Wunsch für die Zukunft hat Margund Graf, die mittlerweile schon über 70 Jahre alt ist: «Derzeit sind es nur noch sechs bis sieben Leute, die im Verein mithelfen. Gerne können sich junge Leute, die etwas Gutes tun möchten, bei uns melden, damit der Verein sich auch in Zukunft für die Asylbewerber einsetzen kann.»

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