Fricktal

Corona bremst Sanierungsprojekt – Tempo 30 ist derzeit vom Tisch

So könnte die Hauptstrasse nach der Sanierung aussehen.

So könnte die Hauptstrasse nach der Sanierung aussehen.

Auf diese politische Vorlage wartet man gespannt in Frick: Zusammen mit der ohnehin fälligen Sanierung soll die Hauptstrasse durch Frick aufgewertet werden. Sie soll neben ihrer Funktion als Durchfahrtsstrasse – pro Tag rollen an die 15'000 Fahrzeuge durchs Dorf – nochvermehrtzum Lebensraum werden, zur Flaniermeile auch.

Dazu hat die Gemeinde vor gut vier Jahren eine achtköpfige Arbeitsgruppe eingesetzt. Ihr gehörten auch zwei Vertreter des Gewerbes an, denn die Einkaufsläden und Restaurants entlang der Strasse sind zum einen der Puls dieser Lebensader, zum anderen könnten sie, gefällt ihnen das Konzept nicht, zum ­Pièce de Résistance werden.

Die Zielsetzung bei der Neugestaltung der Hauptstrasse umriss der damalige Fricker Baudirektor Thomas Stöckli wie folgt: «Wir wollen eine klare Aufwertung zugunsten der Fussgänger, der Aufenthaltsqualität sowie der Sicherheit.» Mit anderen Worten: Der Durchgangsverkehr durch das Dorf kann zwar nicht eliminiert werden und die Zahl der Fahrzeuge wird wachstumsbedingt weiter steigen; der motorisierte Verkehr soll aber nicht oberste Priorität haben.

Entsprechend fielen auch die Vorschläge der Arbeitsgruppe, der auch der Kanton als Eigentümer der Strasse angehörte, differenziert aus. Von zusätzlichen Bushaltestellen, zusätzlichen Fussgängerstreifen, Mittelinseln bei den Fussgängerstreifen und einem Mehrzweckstreifen sprachen die Planer an einer Informationsveranstaltung im Juni 2017.

Infoveranstaltung konnte nicht stattfinden

Auch von einer schmaleren Fahrbahn im Oberdorf war die Rede, vom Einbezug der Vorplätze ins Projekt und von einer neuen Anordnung der Parkplätze entlang der Strasse. Spätestens bei diesem Stichwort runzelte der eine oder andere Gewerbetreibende die Stirn, denn anstelle der heute 35 Parkplätzen sollen es künftig noch deren 25 sein. Parkplätze, am besten vor dem Haus, sind für das Gewerbe elementar. Da half auch der Hinweis im Bericht wenig, die wegfallenden Parkplätze habe man mit dem «Rebstock»-­Parkplatz bereits kompensiert.

Seit der Präsentation der Studie sind viele Tausend Fahrzeuge durchs Dorf gerollt. Gehört hat man seither, abgesehen vom Lärm der Motoren, nichts mehr. Das sollte sich im Mai ändern. Da war eine Infoveranstaltung geplant, wie Gemeindeammann Daniel Suter auf Anfrage sagt. Nur: Sie kann Corona-bedingt nicht stattfinden. Deshalb entschied der Gemeinderat im April, das inzwischen spruchreife Sanierungsprojekt dem Souverän an der Gmeind im Juni noch nicht vorzulegen. Die Versammlung findet nun, Corona-­bedingt, ohnehin nicht statt.

Im Wissen um die Brisanz des Geschäftes und um die Notwendigkeit, das Gewerbe auf seiner Seite zu wissen, möchte der Gemeinderat die Umgestaltung zuerst mit dem Gewerbe besprechen – auch, um bei der zeitlichen Ausführung die Anliegen der Gewerbetreibenden berücksichtigen zu können. Dies sei gerade jetzt, in der Coronazeit, noch wichtiger, sagt Suter, «denn unter der Krise leiden Läden und Restaurants besonders stark».

Kommt die Vorlage im November vors Volk, könnte die Sanierung der Strasse frühestens ab 2022 etappenweise erfolgen. Die Frage, wie das Verkehrsregime in dieser Zeit aussieht, lässt Suter unbeantwortet. Auch dies wolle man zuerst mit dem Gewerbe besprechen.

Eine Idee allerdings scheint vom Tisch: Tempo 30 auf der Hauptstrasse. «Das ist derzeit kein Thema», so Suter.

Verwandte Themen:

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

Meistgesehen

Artboard 1