Das legale Gras mit einem THC-Gehalt von weniger als einem Prozent, kurz CBD, boomt. Seit etwa einem Jahr schiessen die Hanf-Produzenten und Shops wie Pilze aus dem Boden. Einer der ersten Produzenten war die Pure Productions AG aus Zeiningen. Sie ist mittlerweile mit einer jährlichen Produktionskapazität von 10 bis 15 Tonnen einer der Hanf-Marktführer in der Schweiz.

Geschäftsführer Stevens Senn erinnert sich: «Als wir Anfang 2017 starteten, gab es zwischen 15 und 30 Produzenten.» Dann sei nach kurzer Zeit die «Goldgräberstimmung» ausgebrochen. «Viele wollten am Markt partizipieren und ihr Geld mit dem CBD machen», so Senn. Die Folge: eine Übersättigung des Marktes auf der Angebotsseite. Aus den 15 bis 30 Produzenten von damals sind heute rund 500 geworden. Senn prophezeit, dass diese Anzahl wieder sinken wird. Die ersten Anzeichen sind schon da: «Viele kleine Produzenten, die vom Markt geschluckt wurden, stossen derzeit noch ihre Restbestände ab. Dies führt zu einer Senkung des Preises», sagt Senn.

Hanfeinkauf en passant

Die Tatsache, dass mehrere Grossverteiler seit einigen Monaten auch CBD in ihrem Sortiment haben, habe das legale Gras salonfähiger gemacht. Dies ist jedoch laut Senn kein Vorteil für die kleinen CBD-Händler. «Ich denke, wenn jemand CBD kaufen möchte, dann tut er dies am Kiosk, wenn er sich eine Zeitschrift und seine Zigaretten holt oder im Supermarkt, wenn er Lebensmittel einkauft», sagt er. Dieser En-passant-Hanfeinkauf mache den CBD-Shops das Leben schwer.

Einer, der sich trotzdem getraut hat, in das CBD-Hanf-Geschäft einzusteigen, ist René Diem. Seit Ende November betreibt er einen kleinen Hanfladen in der Fricker Widengasse. «Momentan habe ich täglich 10 bis 20 Kunden. Neben neuen Gesichtern, habe ich bereits einige Kunden, die regelmässig kommen», sagt Diem.

Den Laden habe er in Frick eröffnet, weil er dort eine CBD-Marktlücke entdeckt habe. Seine Kunden kämen nicht nur aus dem oberen und mittleren Fricktal, sondern sogar aus Rheinfelden und Erlinsbach. «Es kommen nicht nur junge Menschen, auch Senioren sind schon ab und an da gewesen. Einige kaufen sich Hanf-Öl, damit sie besser einschlafen können», sagt er.

Dass grosse Detailhändler in Frick und Umgebung ebenfalls CBD in ihren Regalen haben, empfindet Diem nicht als Konkurrenzsituation. «Ich denke, dass dadurch einige sogar überhaupt erst auf den CBD-Hanf aufmerksam werden, was für mich als spezialisierter Händler nur vorteilhaft sein kann», erklärt Diem. Zudem habe er gegenüber den grossen Detailhändlern Wettbewerbsvorteile, weil er neben 14 verschiedenen CBD-Blüten weitere Produkte wie Eistee, Energiedrinks, Teigwaren und Kosmetikprodukte auf Hanfbasis anbiete.

Einkaufstourismus mal anders

Ein Vorteil für Diem ist auch, dass die Grenze nur rund zehn Kilometer entfernt ist. «Ich habe auch den einen oder anderen deutschen Kunden, weil dort der Handel mit CBD derzeit noch sehr restriktiv ist», sagt er. Auch über den Aufbau eines Online-Shops habe er bereits nachgedacht. Dieser soll kommen, wenn er die «nötige Stabilität» in den Laden gebracht habe.