Benkental
«Das kam überraschend»: In Wölflinswil und Oberhof sind die Vizeammänner abgewählt

An den Versammlungswahlen der Nachbargemeinden verpassten die jeweiligen Amtsinhaber des Vizepostens überraschend ihre Wiederwahl. Von Enttäuschung sprechen Gebi Maier und Susanne Häfliger aber nicht. Sie wollen sich auch als «einfache» Gemeinderäte in den Dienst ihrer Dörfer stellen.

Dennis Kalt
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In den Gemeinden Wölflinswil und Oberhof sind die jeweiligen Vizeammänner nicht mehr wiedergewählt worden.

In den Gemeinden Wölflinswil und Oberhof sind die jeweiligen Vizeammänner nicht mehr wiedergewählt worden.

Bild: Gerry Thönen

Doppelte Rochade in den Benkental-Exekutiven: Bei den Versammlungswahlen in Wölflinswil und Oberhof wählten die Stimmberechtigten jeweils die Vizeammänner ab – und dafür zwei bisherige Gemeinderäte als ihre Nachfolger.

In Wölflinswil unterlag Amtsinhaber Gebi Maier (44 Stimmen) gegen Gemeinderätin Jessica Meier (101 Stimmen). Auch in Oberhof muss sich die bisherige Frau Vizeammann Susanne Häfliger in der nächsten Legislatur mit dem Amt der «einfachen» Gemeinderätin begnügen. Bei der Wahl zum Vize zog Häfliger (23 Stimmen) gegenüber dem bisherigen Gemeinderat Heinz Herzog (31 Stimmen) den Kürzeren.

Besondere Dynamik an der Versammlungswahl

«Das kam überraschend. Damit konnte man nicht rechnen», sagt Barbara Fricker, Gemeindeammann von Wölflinswil. Im Gegensatz zur Urnenwahl sei das Besondere an der Versammlungswahl die Dynamik, die entstehen könne. So habe es aus der Versammlung heraus die Empfehlung gegeben, Jessica Meier als Vize zu wählen, sagt Fricker.

Gebi Maier, der seit 2005 im Gemeinderat und seit 2010 Vizeammann ist, zeigt sich allerdings nicht enttäuscht, denn er habe damit gerechnet. Er sagt:

Gebi Maier verpasste die Wiederwahl zum Vizeammann von Wölflinswil.

Gebi Maier verpasste die Wiederwahl zum Vizeammann von Wölflinswil.

Bild: zvg
«Wer 17 Jahre in diesem Gremium mitarbeitet, schafft sich nicht nur Freunde, sondern auch Feinde.»

Nie sei es sein Anspruch gewesen, es allen recht zu machen. «Ich bin, wie ich bin. Auch zukünftig werde ich weiterhin mit meiner persönlichen Meinung nicht zurückhalten», so Maier. Dies gelte besonders bei Themen wie dem Windpark Burg oder einer Fusion – jedoch natürlich immer unter Einhaltung des Kollegialitätsprinzips und des Amtsgeheimnisses, so Maier.

Auch nach der Nichtwahl zum Vizeammann würde sich Maier nach bestem Wissen und Gewissen für Wölflinswil einsetzen, wie er das auch schon die letzten Jahre getan habe. Er sagt: «Jedoch wird dies meine letzte Amtsperiode sein, was ich jedoch bereits vor der Wahl angekündigt habe.»

Den Willen der Wähler akzeptieren

Susanne Häfliger verpasste die Wiederwahl zum Vizeammann in Oberhof.

Susanne Häfliger verpasste die Wiederwahl zum Vizeammann in Oberhof.

Bild: zvg

Enttäuscht ist Susanne Häfliger nicht, dennoch habe sie mit dem Wahlausgang so nicht gerechnet. Sie sagt:

«Im Gremium haben wir besprochen, wer für welches Amt kandidiert.»

Während der Wahlversammlung sei keine Empfehlung für Heinz Herzog als Vizeammann geäussert worden. Den Wählerwillen gelte es zu akzeptieren. Sie sei als Gemeinderätin wiedergewählt worden und werde sich darum auch in der kommenden Legislaturperiode für das Wohl von Oberhof einsetzen.

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