Bad Säckingen
Wegen Corona findet die Kunstausstellung unter freiem Himmel statt – Werke werden wetterfest gemacht

Im Schlosspark zeigen Künstler ab dem 7. Februar ihre Fotografien. Leichtschaumplatten und Glas sollen die ausgestellten Objekte vor der Witterung schützen.

Peter Schütz
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Die Fotografin Barbara Keller – hier in Indien – nimmt an der Ausstellung im Freien in Bad Säckingen teil.

Die Fotografin Barbara Keller – hier in Indien – nimmt an der Ausstellung im Freien in Bad Säckingen teil.

zVg

«Wir holen die Kunst aus der Quarantäne»: So bewerben der Kunstverein Hochrhein und das Tourismus- und Kulturamt Bad Säckingen auf deutscher Seite gegenüber von Stein eine ungewöhnliche Kunstausstellung. Ungewöhnlich deshalb, weil sie unter freiem Himmel im Schlosspark von Bad Säckingen stattfinden wird.

Beteiligt sind die im Kanton Zürich lebenden Fotografinnen Barbara Keller und Barbara Bühlmann-Eschmann sowie Jakob Bosch aus Bad Säckingen, auch er ein Fotograf. Bosch hat das Projekt auf den Weg gebracht. «Die Initialzündung war der Gedanke, dass die Kunstschaffenden in der Pandemie nicht mehr zeigen können, was sie schaffen, und die Kunstinteressierten nichts davon sehen», berichtet er.

«Ich wollte sehen, was man machen kann.»

Die Lösung fand er im Schlosspark, der auch in Pandemiezeiten besucht werden kann – wenngleich auch dort das Abstandsgebot gilt und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden soll. Bosch hat für die Schau, die am 7. Februar beginnt, nach einer technischen Lösung gesucht, wie die rund 30 gezeigten Fotografien wetterfest gemacht werden können. Fündig ist er in der Bad Säckinger Firma Glasdruckwerk geworden, die eigentlich auf Glas vorwiegend für den industriellen Gebrauch druckt.

Aber für das Kunstprojekt hat sie eine Alternative zur Hand: den Druck auf Forex-Leichtschaumplatten. Jakob Bosch erklärt:

«Das Material verzieht sich nicht, auch wenn es feucht wird.»

Was ihn besonders freut: Das Unternehmen betreibt Kunst-Sponsoring, indem es die Kosten für die Herstellung der auf Staffeleien präsentierten Fotografien in ansprechender Grösse selbst trägt.

Eine Fotografie aus dem Murgtal von Jakob Bosch

Eine Fotografie aus dem Murgtal von Jakob Bosch

Zvg

Die drei Kunstschaffenden kennen sich aus einer Mentoringgruppe ehemaliger Studentinnen und Studenten von Barbara Keller. Keller lebt und arbeitet in Richterswil am Zürichsee. Seit 2000 ist sie Dozentin für Fotografie und Bildgestaltung an der Schule für Gestaltung in Zürich. Von 2011 bis 2018 war sie als Lehrerin und Dozentin an der Schule für Gestaltung in Basel tätig. Von daher kennt sie das Fricktal, wenn auch vom Vorbeifahren aus. Aber der Eindruck eines schönen Landstrichs ist geblieben.

Wintermotive wie schneebedeckte Bäume werden ausgestellt

Barbara Keller arbeitet in der künstlerischen Fotografie mit analogen Kameras und speziellem Filmmaterial. Im Schlosspark sind von ihr Wintermotive wie schneebedeckte Bäume und verschneite Waldlandschaften zu sehen.

Barbara Bühlmann-Eschmann aus Zürich, die ihre Fotoausbildung an der CAP-Fotoschule in Zürich und der Neuen Schule für Fotografie Berlin absolviert hat, zeigt Naturstudien, unter anderem Detailaufnahmen und Ausschnitte von Pflanzen. Jakob Bosch schliesslich zeigt neue Fotografien zum Thema Wald, entstanden überwiegend während der Corona-Zeit.

Corona-Vorschriften können draussen eingehalten werden

Dass die Ausstellung unter kunst-unüblichen Bedingungen stattfindet, freut auch Frank van Veen, Vorsitzender des Kunstvereins Hochrhein, der auch Schweizer Kunstschaffenden normalerweise in der Villa Berberich eine Plattform bietet. Van Veen sagt:

«Die Kultur ist ein Teil unserer Seele, die jetzt jedoch abgeschnitten ist.»

Dies könnte die Ausstellung «Fotos im Park» ändern. Klar, Fotografie unter freiem Himmel sei die «absolute Ausnahme», so van Veen. Aber: «Wir können die Corona-Vorschriften einhalten», erklärt er.

Die aktuelle Situation lasse es nicht zu, Ausstellungen in der Villa Berberich zu machen, so Frank Van Veen. Eine Ausstellungseröffnung im sonst üblichen Modus wird es nicht geben, nur eine «inoffizielle» Eröffnung mit den beteiligten Kunstschaffenden. Der Eintritt in den Schlosspark Bad Säckingen und zur Ausstellung ist frei.

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