Wölflinswil
Attraktiver für junge Familien werden: Gemeinde plant einen Kinderhort

Die Gemeinde will die Tagesstrukturen ausbauen. Die Nachfrage ist offenbar da. Dennoch ist das Pilotprojekt zunächst zeitlich begrenzt.

Thomas Wehrli
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Der Kinderhort in Wölflinswil soll zunächst ein Pilotprojekt sein.

Der Kinderhort in Wölflinswil soll zunächst ein Pilotprojekt sein.

Gerry Thönen

Die Coronakrise hat auch den Fahrplan der Gemeinden durcheinandergewirbelt. Der Grossteil der Kommunen im Fricktal hat die Sommer-Gmeind coronabedingt abgesagt. Magden führt sie wie geplant am 12. Juni durch, einige Gemeinden haben die Versammlung in den August oder in den September verschoben und drei nutzen die Sonderregelung, dass für dringliche Geschäfte auch ein Urnengang möglich ist.

Darunter Wölflinswil. Hier will die Gemeinde bereits nach den Sommerferien jeweils am Donnerstag einen Kinderhort eröffnen; der nötige Kreditbeschluss über 46'000 Franken für das Pilotprojekt, das bis Ende 2022 dauert, kann deshalb nicht bis in den Herbst warten. Der Urnengang findet am 28.Juni statt.

Dass die Nachfrage nach einem zusätzlichen Angebot – aktuell gibt es einen Mittagstisch – vorhanden ist, zeigte eine Umfrage der Gemeinde, die der Gemeinderat 2017 bei allen Familien mit Kindern durchgeführt hat. Darin sprachen sich 73 Prozent für eine Erweiterung des Betreuungsangebots aus. Beteiligt hatten sich an der Umfrage 57 Prozent der Familien mit Kindern. Zudem hat eine Umfrage in den letzten Wochen gezeigt, dass sich aktuell Eltern von sieben Kindern eine Betreuung am Donnerstag wünschen.

Zehn Franken pro Stunde und Kind

Der Kinderhort, der jeweils eine Früh-, Mittags-, Nachmittags- und Abendbetreuung bis 18 Uhr bietet und pädagogisch geleitet wird, soll vorerst während zweieinhalb Jahre betrieben werden. Danach wird eine Standortbestimmung vorgenommen und der Betrieb «bei Anklang verlängert», wie es in der Botschaft an die Stimmberechtigten heisst.

An den Kosten müssen sich die Eltern beteiligen. Zehn Franken wird ihnen pro Betreuungsstunde und Kind verrechnet. Ein attraktiver Preis, ist sich der Gemeinderat sicher.

Insgesamt rechnet der Gemeinderat während der Pilotphase mit Einnahmen von 21'000 Franken; knapp die Hälfte der Hortkosten wird somit von den Eltern finanziert. Beiträge erhofft sich der Gemeinderat zudem von Kanton und Bund. «Gesuche um allfällige Finanzhilfen können jedoch erst nach Eröffnung des Horts eingereicht werden», heisst es in den Unterlagen.

Der Gemeinderat ist überzeugt, dass sich die Investition lohnt. Der Hort verbessere, wie vom Gesetzgeber vorgesehen, die Möglichkeiten im Beruf und in der Ausbildung. «Gleichzeitig wird die Gemeinde Wölflinswil für junge Familien attraktiver.» Und: Der Hort könne helfen, «dass junge einheimische Generationen eine längerfristige Zukunft in der angestammten Gemeinde planen».

Beantragt wird in Wölfinswil – und gleichentags in Oberhof – zudem ein Kredit über 148'000 Franken für einen Wasserleitungsersatz am Fürberg. Da die Bauarbeiten für einen neuen Stall im Herbst geplant sind und die Wasserleitung vorgängig ersetzt werden muss, kann auch dieser Kredit nicht bis zur Gemeindeversammlung im Spätherbst warten.

Kampfwahl um freien Sitz im Gemeinderat

In Wölfinswil muss nach dem Rücktritt von Gabi Reimann zudem ein neues Mitglied in den Gemeinderat gewählt werden. Zur Wahl stellen sich Fabio Haller (Jahrgang 2001, SP), der diesen Sommer die Ausbildung zum Fachmann Gesundheit abschliesst, und Jessica Meier (1986, parteilos), Leiterin Administration, Bildung Qualität und SIBE einer Spitexorganisation.