Fricktal

Asylzentrum auf dem ehemaligen A3-Werkhof-Areal wird aufgelöst: «Der Standort ist für ein Lager viel zu schade»

Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick.

Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick.

Grossräte ziehen eine positive Bilanz zur kantonalen Asylunterkunft in Frick – und erwarten, dass der Werkhof gewerblich genutzt wird.

Die kantonale Asylunterkunft im ehemaligen A3-Werkhof in Frick wird geschlossen. Mitte März ziehen die letzten Asyl­suchenden aus. Damit endet nach drei Jahren ein Kapitel Asylgeschichte, das deutlich problemloser verlief, als manche dies im Vorfeld glauben wollten.

Kurz vor der Eröffnung der Unterkunft im April 2017 warnte die SVP Frick aufgrund eines damals neuen Rechtsgutachtens zur Unzulässigkeit von Rayonverboten für Asylsuchende sogar, dass so «zum Beispiel unser Schwimmbad auch zu einer Art Schönwetter-Filiale für die Asylunterkunft im Werkhof werden kann».

So weit kam es nicht. In der Asylunterkunft gab es keine gröberen Probleme und im Dorf nahm man die Asylsuchenden ebenfalls nicht gross wahr. Als «unaufgeregt und positiv» wertet denn auch SP-Grossrätin ­Elisabeth Burgener den dreijährigen Betrieb. Sie windet dabei der Kontaktgruppe Asyl Frick, die sich ehrenamtlich um die Asylsuchenden gekümmert hat, und dem Fricker Gemeinderat ein Kränzchen. «Der Gemeinderat hat es verstanden, den Ball stets flach zu halten», sagt Bur­gener. Er habe die Unterbringung der Asylsuchenden als Aufgabe gesehen, die es wahrzunehmen gelte, und er habe dies der Bevölkerung auch so kommuniziert.

Die Grüne-Grossrätin Gertrud Häseli wertet es ebenfalls als erfreulich, wie der Betrieb verlaufen ist. «Die Gemeinde Frick und die Zivilgesellschaft haben hier einen wertvollen Beitrag geleistet», lobt sie. Das Zusammenleben der Bevölkerung und der Bewohner der Asylunterkunft hat ihrer Ansicht nach «sehr gut funktioniert».

Auch SVP-Grossrat Christoph ­Riner wertet es als positiv, dass man nie gross etwas über die oder aus der Unterkunft gehört habe. Es habe sicher das eine oder andere Problem gegeben, mutmasst er, aber dieses habe man offensichtlich gut gemanagt.

Ähnlich beurteilt es CVP-­Grossrat Werner Müller. «Von aussen her gesehen verlief der Betrieb sehr ruhig», sagt er. Verantwortlich dafür macht er nicht zuletzt die Lage der Asylunterkunft. «Sie lag nicht mitten im Dorfzentrum, aber gleichwohl so nahe, dass die Asylsuchenden schnell im Dorf waren.»

Dass die Unterkunft nun definitiv geschlossen wird, erachtet Riner als richtig. Mit einer Verlängerung der Betriebszeit, wie es einige erwartet hatten, wäre er nicht einverstanden gewesen. «Das wäre der Gemeinde Frick gegenüber nicht in Ordnung gewesen», sagt Riner. Einer Verlängerung hätte die Gemeinde aber ohnehin kaum zugestimmt; dass der Betrieb auf drei Jahre befristet wird, war für die Gemeinde von Anfang an klar – und das wurde so auch in der Betriebsbewilligung verankert.

Für Elisabeth Burgener ist der Kanton auch nach der Schliessung der Unterkunft gefordert. «Die Asylsuchenden leben in den Gemeinden, und für dieses Leben braucht es Standards.» Als Beispiel nennt sie die Wohnungen, in denen Asylsuchende in den Gemeinden untergebracht werden. Für diese müsse ein Minimalstandard definiert werden. «Das kann und soll nicht jede Gemeinde selber machen», sagt Burgener. Sie erwartet, dass der Kanton die Gemeinden dabei – und auch bei der Integration der Asylsuchenden – unterstützt.

Hoffen auf neue Arbeitsplätze

Eine Frage bleibt: Was passiert nach der Schliessung mit dem wieder leer stehenden Autobahnwerkhof? Eine Option ist, hier das Kantonale Katastrophen Einsatzelement unterzubringen. Der Werkhof würde so zum Lager, unter anderem der orangen Beaver-Schläuche, die in den letzten Jahren immer wieder bei Hochwasser in Wallbach zum Einsatz kamen.

Davon hält die Gemeinde nicht eben viel. Sie erachtet den Standort als zu wertvoll, um ihn als Lager zu nutzen. Dem Gemeinderat schwebt vielmehr eine gewerbliche Nutzung vor.

Dabei bekommt er Unterstützung von den Kantonsparlamentariern. Auch Häseli beurteilt den ehemaligen Werkhof als optimal für eine gewerbliche Nutzung. «Hier muss etwas entstehen, das Arbeit und Innovation bringt», sagt sie.

Riner und Müller pflichten bei. «Der Standort ist für ein Lager viel zu schade», sagt Riner. Wie Häseli möchten er und Müller künftig eine gewerbliche Nutzung im Werkhof. «Dafür ist er schon allein wegen der Lage direkt an der Autobahn prädestiniert», sagt Müller. Riner hofft zudem darauf, dass mit einer gewerblichen Nutzung auch neue Arbeitsplätze für die Region generiert werden können.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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