Weihnachtslieder

An den Fricktaler Schulen herrscht Adventsstimmung – die Liederwahl wird nicht eingeschränkt

In den Fricktaler Schulen werden in den kommenden Wochen häufig Weihnachtslieder gesungen.

In den Fricktaler Schulen werden in den kommenden Wochen häufig Weihnachtslieder gesungen.

Aus Rücksicht gegenüber anderen Kulturen und Religionen werde an der Adventsfeier in Wil (SG) auf das Singen gewisser Weihnachtslieder verzichtet. An den Fricktaler Schulen kommt das nicht infrage.

Die Schule in Wil (SG) sorgte diese Woche für Schlagzeilen: Aus Rücksicht gegenüber anderen Kulturen und Religionen werde an der Adventsfeier auf das Singen der Weihnachtslieder «Fröhliche Weihnacht überall», «Go Tell It On The Mountain» sowie «S grööschte Gschänk» verzichtet, wurde publik. Der Aufschrei kam prompt – und mittlerweile gibt es bereits politische Vorstösse, die das christlich-kulturelle Erbe in Gefahr sehen.

An Fricktaler Schulen gibt es keine Weihnachtslieder, die auf einer schwarzen Liste stehen. Man achte bei der Liedauswahl für den gemeinsamen Adventsanlass der gesamten Primarschule nicht speziell auf andere Religionen oder Kulturen, sagt etwa der Laufenburger Schulleiter Philipp Grolimund. «Es wird ausgewählt nach bekannten und geschmacklich ‹schönen› Liedern.» Und Fabio Minio, Co-Schulleiter der Kreisschule Wegenstetten-Hellikon, sagt: «Wir leben unsere Schweizer Kultur und dieser hat man sich anzupassen.»

Christlicher Hintergrund wird in Ethik und Religion behandelt

Allerdings gibt es Kinder, die bei weihnachtlichen Anlässen nicht mitfeiern dürfen. In Möhlin und im Wegenstettertal kennt man die Problematik. Dies sei etwa bei Angehörigen der Zeugen Jehovas schon vorgekommen, führt Fabio Minio aus. Die Kinder würden dann an den Anlässen anders eingespannt. «Im Unterricht wird Weihnachten nicht gefeiert, sondern als Teil der Kultur behandelt wie jedes andere Thema auch. Daher erwarten wir, dass die Kinder in einem angemessenen Rahmen mitmachen», so Minio.

Philipp Grolimund sind in Laufenburg keine solchen Fällen bekannt. Sollte es zum Thema werden, würde man nachfragen, was genau störe und dann Aufklärungsarbeit leisten. Allenfalls sei eine «punktuelle Dispensation» denkbar.

Der christliche Hintergrund von Weihnachten wird an den Schulen unterschiedlich thematisiert. Dies geschehe im Fach Ethik und Religion, heisst es in Möhlin und Frick. Die Bedeutung von Weihnachten werde den Kindern auf der Primarschule und teilweise schon im Kindergarten vermittelt und in der Oberstufe vertieft, sagt Fabio Minio.

In allen Schulen herrscht Adventsstimmung

In Laufenburg sagt Philipp Grolimund, der christliche Hintergrund werde «nicht bewusst angesprochen». Oft werde im Advent als Unterrichtsthema ein Vergleich von Weihnachten in der Schweiz und in anderen Ländern gewählt. Klar ist jedoch: In allen angefragten Schulen herrscht Adventsstimmung – Dekoration und Weihnachtsbäume inklusive.

In Stein singen fast täglich ein bis zwei Klassen Lieder für die ganze Schule und es werden Adventsfenster gestaltet. In Frick wird das Schulhaus zum Adventskalender. Ab dem 1. Dezember wird täglich ein neues, von Schülern gestaltetes Adventsfenster geöffnet. «Als Besonderheit werden einzelne Bilder in diesem Jahr mit Veranstaltungen des Projektes ‹Singen macht Spass› kombiniert», sagt Schulleiter Peter Boss. In Möhlin und Laufenburg wird überdies in verschiedenen Klassen gewichtelt.

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Autor

Marc Fischer

Marc Fischer

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