Möhlin

Adventsmarkt als Begegnungsort: «Wir kommen, um in guter Gesellschaft zu essen und zu trinken»

Selbstgemachtes von Privaten, Vereinen und Schulen gibt es an den Ständen des Möhliner Adventsmarkts.

«Seit 32 Jahren gibt es den Adventsmarkt in Möhlin», sagt Verena Siegenthaler, die mit Gisela Hilpert schon 20 Jahre im Organisationskomitee arbeitet. Sichtbar sei ihr Engagement nur bedingt. «Im Juni fangen wir an und wählen aus, wen wir einladen.» Ziel sei eine gute Mischung an verschiedenen Produkten, um ein breites Publikum anzusprechen. Den Adventsmarkt bezeichnet sie als wichtige Begegnungsstätte für die eher grosse und anonyme Gemeinde. «Es gibt nicht so viele Möglichkeiten, einander zu treffen. Ich sehe einige Möhliner nur einmal im Jahr, nämlich am Adventsmarkt.»

Während Möhlin heute 11000 Einwohner zählt, waren es Ende Achtziger- und Anfang Neunzigerjahre gerade mal 7000. Die Grösse des Markts mit seinen 60 Ständen sei dieselbe geblieben. «In den ersten Jahren fand der Markt schlicht an Tischen in den gelben Bierzelten von Feldschlösschen statt. Wir sind dankbar, dass die Stände mitsamt der Abdeckungen, die im Besitz der Stadt Rheinfelden sind, heute von Gemeinde Möhlin aufgestellt werden.»

Während Kinder Kerzen ziehen, bieten Jugendliche an Essensständen süsse und salzige Köstlichkeiten an. Die Mehrheit der befragten Kundinnen und Kunden nutzt den Adventsmarkt als Treffpunkt. «Wir Möhliner gehen an den Markt, um in guter Gesellschaft zu essen und zu trinken. Gerade ein Vereinsmensch wie ich trifft garantiert auf viele Bekannte», heisst es zum Beispiel. Zwei Bezirksschülerinnen an einem Stand mit selbstgemachten Pralinen und Churros betonen, dass sie jedes Jahr gerne an den Markt gingen. «In der schönen Weihnachtsstimmung treffen wir garantiert auf andere Junge, ohne extra abmachen zu müssen.»

Die Vielfalt an Selbstgenähtem, Gestricktem, Holz-, Papier und Pflanzenkreationen, lädt zum Verweilen ein. Rasch kommen die Kunden ins Gespräch mit den Standbetreibern, die an diesem sonnigen Samstagnachmittag gerne Auskunft geben. «Ramsch hat hier nichts verloren wie an so vielen anderen Weihnachtsmärkten», schildert Beatrice Waldmeier, ehemalige Möhliner Kindergarten- und Religionslehrerin. Es sei Brauch, dass nur Private, Vereine und Schulen ihre selbst hergestellten Produkte verkaufen dürfen. «Die vielen treuen Standbetreiber, aber auch Kunden bestätigen dieses Marktkonzept. Trotz der Grösse Möhlins ist es für mich immer noch Heimat», erklärt sie an ihrem Stand mit Änisbrötli und Magenbrot, klassischen Strohsternen und kleinen Engeln.

Der Erlös der Holzfabrikate der angehenden Schreinerin Adriana Steck geht vollständig an den Basler Verein für Gassenarbeit «Schwarzer Peter». Die Idee, Bedürftige im Schwarzen Peter zu unterstützen, entstand schon während der Schulzeit im Fach «Recherche und Projekt». Dank der grosszügigen Unterstützung mehrer Möhliner Schreinereien und weiterer Betriebe sei diese Aktion möglich.

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