Illegale Entsorgung

Abfallsünder im Fricktal: Die Täter sind oft nur schwer zu finden

Bei der Regionalpolizei gehen jährlich einige Meldungen wegen illegaler Entsorgungen ein.

Bauschutt am Wegrand, zersägte Möbel auf dem Feld, Hausrat im Wald – immer wieder kommt es in den Fricktaler Gemeinden zu illegalen Abfallentsorgungen. So teilte etwa der Zuzger Gemeinderat kürzlich mit, dass zwei Tüten mit alten Büchern, Kleidung und Hundepokalen in einen Bach geworfen wurden «Das ist eine Sauerei», sagt Gemeindemitarbeiter Marcel Eberle, der den Abfall auf Kosten der Steuerzahler entsorgen musste. Zwar hat Eberle die Tüten auf Hinweise nach dem Verursacher untersucht; jedoch ohne Erfolg. Von einer Anzeige gegen unbekannt hat die Gemeinde abgesehen.

Auch dem Bauamt in Frick ist das Problem des illegalen Entsorgens von Abfall bekannt. «Zuweilen finden wir auf Feldern Kisten und Tüten mit Farbdosen, Chemikalien oder Medikamenten», sagt der stellvertretende Werkmeister Georg Schlienger. «Einige wissen wohl nicht, dass sie die Farbdosen oder Medikamente dort wieder abgegeben können, wo sie sie bezogen haben.» Macht das Bauamt auf seinen Mülltouren einen entsprechenden Fund, so geben die Mitarbeiter die Farbdosen im Baumarkt und die Medikamente in der Apotheke ab.

Detektivische Methoden

Manchmal, so Schlienger, ginge man auf der Suche nach den Verursachern detektivisch vor. «Einmal fanden wir in einem illegal entsorgten Sack eine Trophäe eines Sportwettkampfes. Über eine Online-Recherche haben wir den Gewinner des Wettkampfes und damit den Verursacher ermittelt.» Bei der Konfrontation sei der Abfallsünder ziemlich baff gewesen. Zeugenaufrufe wegen illegaler Entsorgungen startete die Polizei Oberes Fricktal in diesem Jahr bislang zwei.

Zum einen wegen Farbspraydosen, die im Rümmetbächli in Oeschgen landeten, zum anderen aufgrund diverser Holzplatten, die auf einem Feld in Herznach entsorgt wurden. «Wir bekommen im Jahr mehrere Meldungen von Privatpersonen und Gemeinden wegen illegaler Entsorgungen», sagt Polizeichef Werner Bertschi. Hotspots im oberen Fricktal gebe es keine, im Allgemeinen seien es Stellen im Wald nahe an Durchfahrtsstrassen, die bei illegalen Entsorgungen aufgesucht würden, so Bertschi. Ohne Hinweise aus der Bevölkerung liessen sich die Täter nur schwer eruieren. Dies gelte auch für die aktuellen Fälle in Oeschgen und Herznach.

In manchen Fällen ist es jedoch die eigene Dummheit, die einen Abfallsünder aufliegen lässt. So fand etwa der Schupfarter Hauswart vor knapp drei Jahren in einem 800-Liter grosse Müllberg am Strassenrand ein Dokument mit der Adresse des Verursachers. «Wir haben dem Umweltverschmutzer eine Verfügung mit den Kosten für die Müllentsorgung plus einer Busse nach Hause geschickt», erzählt Ammann René Heiz.

Stichproben bei der Kehrichtabfuhr

Stichproben führt die Abfallbewirtschaftung unteres Fricktal (GAF) durch, wenn es darum geht, Personen zu finden, die ihren Hauskehricht-Sack ohne die nötige GAF-Gebührenmarke an die Strasse stellen. «In Möhlin passiert das vier Mal pro Jahr; wir schauen auch in Containern nach», sagt Geschäftsstellenleiter Markus Amsler.

Der Möhliner Werkhof kontrolliert dann den Inhalt der entsprechenden Säcke. «Pro Stichprobe sind dies bis zu 50 Säcke», sagt Werkhof-Leiter Peter Stocker. Über Einzahlungsscheine oder Etiketten von Paketsendungen könnten so zwischen 10 und 20 Verursacher identifiziert werden. Die Bussen, welche die Abfallsünder hierfür erhalten, betragen 100 Franken.

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Autor

Dennis Kalt

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