Todesfall

Aargauer Bauführer fand Walter Beller tot in seinem Bett: «Als sei er ganz friedlich eingeschlafen»

Der Millionär und Baulöwe Walter Beller war am Dienstag in seinem Haus verstorben. Der Fricktaler Doriano Moz fand ihn leblos in seinem Bett – nachdem er zuvor eingebrochen war.

Dienstagmorgen 10 Uhr, Zollikon ZH: Der Kundentermin fand statt. Nur diesmal ohne Walter Beller. «Das war sehr ungewöhnlich», sagt Bauführer Doriano Moz aus Kaisten AG. Walter Beller habe am Vorabend noch ausdrücklich zugesagt. «Ich kenne ihn schon sehr lange, und er ist noch immer pünktlich zu Sitzungen gekommen», so Moz. Doch alle Telefonanrufe blieben unbeantwortet. Selbst die Sekretärin des Zürcher Baulöwen konnte nicht mehr sagen. Ausser, dass er nicht im Büro sei.

Seine Frau, Irina Beller, befand sich seit einiger Zeit im Tessin, um sich um ihre Eltern zu kümmern, wie der Blick berichtet. Das Ehepaar Beller habe sich seit drei Wochen nicht mehr gesehen. Nach dem Termin hätte sich der 71-jährige Walter Beller auf den Weg zu ihr machen wollen. 

Tatsächlich machte sich am Dienstagmorgen aber Doriano Moz auf den Weg. Richtung Regensdorf ZH, zurück ins Büro, wie der Bauführer gegenüber der Aargauer Zeitung bestätigt. Unterwegs habe er Patrick Romer, Geschäftsführer der Hotz Elektro AG und gemeinsamer Geschäftspartner, angerufen. Romer sei das auch noch nie passiert, dass Beller einfach so nicht aufgetaucht sei. Moz änderte sein Fahrtziel. Er hatte ein ungutes Gefühl. Dabei ging es ihm nicht mehr ums Geschäftliche. «Ich habe mir Sorgen gemacht. Was, wenn er Hilfe braucht?»

Mit Erlaubnis eingebrochen

Gegen 11.30 Uhr kam Doriano Moz in Pfäffikon SZ an. Unterdessen hatte sich Romer Zugriff auf die Überwachungskamera der Liegenschaft der Bellers verschafft, die nach einem Einbruch im Eingangsbereich installiert wurde, so Moz. Ihm sei also klar gewesen, dass Walter Beller das Haus seit Montagabend nicht mehr verlassen hatte. Sein Auto sei ebenfalls da gewesen. Aber das Läuten an der Tür blieb unbeantwortet. Ein Nachbar habe ihn schliesslich in den Hausflur gelassen. «Also habe ich an die Tür gepoltert.»

Doriano Moz alarmierte die Polizei. «Die Patrouille wäre frühestens in 20 Minuten da gewesen», erzählt Moz, der auch Vizekommandant der Feuerwehr Kaisten ist, «aber das ging mir zu lang.» Kurzerhand klingelte er bei einem Nachbarn und bat darum, auf dessen Balkon zu dürfen. Von dort habe er zwar nicht in die Wohnung sehen können. Mit Hilfe einer Teleskopleiter und der Schneefänger auf dem Dach konnte er dann aber auf Walter Bellers Balkon klettern.

Das Fenster war gekippt. Moz rief erneut die Polizei an: «Ich sehe ihn, aber er reagiert nicht. Darf ich rein oder nicht?» Er durfte. Der Feuerwehrmann öffnete das Balkonfenster ohne grosse Probleme. Im Zimmer lag Walter Beller tot in seinem Bett. «Als sei er ganz friedlich eingeschlafen», sagt Moz nun. Es sei zu spät gewesen, um den Defibrillator aus dem Auto zu holen.

Er stand zu seinem Wort

Dann hatte Moz gewartet. Zuerst auf das Eintreffen der Polizei, dann auf seine eigene Vernehmung. Gegen sechs Uhr abends habe er die Polizeiwache schliesslich verlassen. Als Feuerwehrmann sei ihm das Vorgehen bekannt: Fingerabdrücke, DNA-Proben und Befragungen. Dennoch sagt Moz: «Irgendwann kam der Moment, in dem ich realisiert habe, was gerade passiert ist.» Es sei immer schwierig, wenn man einen toten Menschen vorfinde. «Aber wenn man jemanden persönlich kennt, tut das noch mehr weh.»

Nach ersten Erkenntnissen verstarb Walter Beller an Herzversagen. Bauführer Doriano Moz bekräftigt noch einmal das, was er gegenüber dem Blick auch gesagt hatte: «Walter Beller war der ehrlichste Bauleiter, den ich je kennengelernt habe. Er hat immer zu seinem Wort gestanden.» Die Arbeit auf der Baustelle werde nun ohne Walter Beller in dessen Sinne fortgeführt, so Moz. (phh)

Walter Beller ist im Alter von 71 Jahren gestorben

Walter Beller ist im Alter von 71 Jahren gestorben – so berichtete Tele M1.

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