9583 Stunden waren die Polizisten der Regionalpolizei Unteres Fricktal im vergangenen Jahr auf Patrouille. Sie haben damit ihre sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum um 763 Stunden oder 8 Prozent gesteigert. «Die Steigerung war eines unserer Jahresziele», so Polizeichef Hansueli Loosli an der Jahrespressekonferenz. Im Vorjahr habe man, auch aufgrund von Vakanzen, nur einen tiefen Wert erreicht. «Nun sind wir wieder auf gutem Kurs.»

Der Rheinfelder Vizeammann Walter Jucker betonte, die uniformierte Präsenz habe einerseits eine abschreckende Wirkung gegenüber potenziellen Straftätern und erhöhe andererseits auch das «subjektive Sicherheitsgefühl» der Einwohner.

Deutlich mehr Bussen

Aus polizeilicher Sicht sei das Jahr 2018 ruhig verlaufen, so Loosli weiter. Die Kriminaldelikte waren rückläufig und trotz des langen Sommers «bewegten sich die Meldungen wegen Vandalismus und Nachtruhestörung in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.» Dazu beigetragen habe sicherlich auch, dass Rheinfelden, Kaiseraugst und Stein auf eigene Rechnung Sicherheitsdienste engagiert haben. Man habe die Patrouillen koordiniert und die Repol übernehme die Administration der Ordnungsbussen, die durch den Sicherheitsdienst ausgestellt werden.

Gestiegen ist im vergangenen Jahr die Bussen-Summe – und zwar hauptsächlich die Ordnungsbussen für Parksünder und Verkehrsteilnehmer, die Fahrverbote missachtet haben. Hier stieg das Bussen-Total um gut 100 000 auf 442 410 Franken. Die Geschwindigkeitsbussen nahmen dagegen nur um 10 000 Franken zu und lagen bei 774 550 Franken. Die Tempo-Übertretungsquote sank im Vergleich zum Vorjahr sogar, da deutlich mehr Fahrzeuge kontrolliert wurden. Sie liegt bei 1,1 Prozent.

Jugend im Fokus

Ebenfalls erfreulich tief sei die Übertretungsquote beim Verkauf von Alkohol und Tabak an Jugendliche, sagte Jucker. Von 73 getesteten Verkaufsstellen gaben nur 13 Alkohol an Jugendliche ab, was einer Quote von 17,8 Prozent entspricht. Gar nur zwei von 28 getesteten Verkaufstellen liessen Jugendliche Raucherwaren kaufen.

Eine Neuerung im Bereich der Suchtmittel ist im Bezirk Rheinfelden seit letztem Herbst in Kraft. Auf Schul- und Kindergartenanlagen sowie auf Sport- und Freizeitanlagen herrscht ein Hanfverbot. «Alle Vertragsgemeinden haben einer entsprechenden Ergänzung des Polizeireglements zugestimmt», so Loosli. Das Verbot sei als Reaktion auf den immer beliebter werdenden legalen CBD-Hanf. Kontrolle und Nachweis seien dadurch schwieriger geworden, sagt Loosli. Bislang habe es kaum Verstösse gegeben. «Die Nagelprobe dürfte aber nun kommen, wenn es draussen wieder wärmer wird», so Jucker.

Erstmals hat die Regionalpolizei Unteres Fricktal im vergangenen Jahr zusammen mit Schulpsychologen an der Oberstufe in Rheinfelden über die Problematik der neuen Medien informiert. Dabei gehe es um Delikte von Beleidigung bis hin zu Nötigung. Verschiedene Anzeigen hätten deutlich gemacht, dass die Cybercrime-Prävention notwendig sei, so Loosli. Diese Tätigkeit werde im laufenden Jahr sicherlich beibehalten oder gar noch weiter ausgedehnt.