2020 war es viel zu warm und zu sonnig

Es gab zwar überdurchschnittlich viele Regentage, allerdings mit wenig Niederschlag.

Helmut Kohler
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Der Herbst 2020 – hier in Rheinfelden – zeigte sich über weite Strecken sonnig.

Der Herbst 2020 – hier in Rheinfelden – zeigte sich über weite Strecken sonnig.

Bild: nbo (31. Oktober 2020)

Die Aufzeichnungen in der Wetterstation belegen, was viele wohl auch so empfunden haben: 2020 war in Bad Säckingen und der Region ein viel zu warmes und zu sonniges Jahr. Der Temperaturüberschuss gegenüber der Norm von 1981 bis 2010 von zwei Grad lag gerade einmal 0,1 Grad unter dem Wert des bisherigen Rekordjahres 2018. Auch war 2020 in Bad Säckingen gemäss den Aufzeichnungen mit einem Sonnenscheinüberschuss von 375 Stunden das sonnigste Jahr seit Messbeginn. Trotz eines Niederschlagstagesüberschusses von neun Tagen war es um 225 Liter pro Quadratmeter zu trocken.

In dem meist hochdruckbestimmten und mit 3,3 Grad über dem Schnitt wärmsten und windreichsten Winter seit Messbeginn 1966 bildete sich 2019/20 keine geschlossene Schneedecke. Auf diesen rekordwarmen Hochdruckwinter folgte der sonnigste und wärmste Frühling seit Messbeginn. Mit einer 1,3 Grad zu kühlen ersten Maihalbzeit gab es jedoch die Wiedergeburt der Eisheiligen.

Trotz der zu niederschlagsreichen Monate Juli und August war der 1,6 Grad zu warme Sommer doch noch 28 Liter pro Quadratmeter zu trocken. Der Herbst war gegenüber der Norm 1,3 Grad zu warm, zu sonnig und trotz 3,5 Niederschlagstagen über dem Soll um 104,8 Liter pro Quadratmeter zu trocken. Der in den Jahren zuvor sehr gern gesehene goldene Oktober fand in diesem Jahr jedoch nur tageweise statt.

Während des gesamten Winters 2019/2020 bildete sich in Bad Säckingen keine Schneedecke. Im Dezember gab es jedoch einen kurzen Schneegenuss, denn pünktlich zum Start in den meteorologischen Winter bildete sich am 1. Dezember bei zum Teil heftigem Schneefall eine acht Zentimeter hohe Schneedecke.

Aber auch dieses Jahr musste der Weihnachtsmann wegen Schneemangels wieder Rollen unter seinen Schlitten bauen, denn nur auf dem Hotzenwald gab es in der Nacht zum ersten Weihnachtstag eine kleine Schneedecke. Das letzte Mal, als in Bad Säckingen das ersehnte Bilderbuchwetter zu Weihnachten mit einer geschlossenen Schneedecke, Dauerfrost, stahlblauem Himmel und strahlendem Sonnenschein genossen werden konnte, war Weihnachten 2010.

29 Tage ohne Niederschlag in Folge sind neuer Rekord

Einige Besonderheiten des Wetterjahres 2020: Am 16. Januar wurde der langjährige Januar-Sonnenschein bereits übertroffen. Am 4. Februar brachte Sturmtief Petra Böen von bis zu 90 Stundenkilometern. Binnen sechs Stunden sank die Temperatur von 17,2 Grad – der höchsten Februar-Nachttemperatur seit Aufzeichnungsbeginn – auf 3,3 Grad.

Der meteorologische Winter 2019/2020 war der zweitwärmste Winter seit Aufzeichnungsbeginn. Der 18. März war mit 20 Grad der erste warme Tag des Jahres. Vom 30. März bis zum 28. April fiel in Bad Säckingen kein messbarer Niederschlag, 29 niederschlagsfreie Tage in Folge waren neuer Rekord seit Aufzeichnungsbeginn 1966. Pünktlich zu Beginn der Schafskälte am 4. Juni sanken die Tagestemperaturen um mehr als elf Grad.

Noch nie seit Aufzeichnungsbeginn 1966 gab es in Bad Säckingen 14 zu warme Monate am Stück. Im Juli 2020 war es dann so weit. Am kältesten war es am 27. Dezember mit minus 4,1 Grad.