Uezwil
«Wölfli» und «Bienli» wuseln wild durcheinander: Die Pfadi schläft auf dem Bauernhof im Stroh

Die Pfadi Wohlen verbringt auf dem Bauernhof Traube ihr Pfingstlager. Spiel, Spass und Abenteuer warteten dort auf die Pfadfinder.

Cornelia Schlatter
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Die Pfadi Wohlen verbringt auf dem Bauernhof Traube ihr Pfingstlager
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Die Pfadfinder freuten sich auf das Übernachten im Stroh.
Die jungen Pfadfinder hatten die Aufgabe, ein Rätsel zu lösen.

Die Pfadi Wohlen verbringt auf dem Bauernhof Traube ihr Pfingstlager

Ein Schwarm geschäftiger «Bienli» und ein Rudel zweibeiniger «Wölfli» wuseln wild durcheinander auf der Weide von Bauer Beat Michel, die normalerweise seinen Kühen Auslauf gewährt. An diesem Pfingstsamstag ist sie die Spielwiese von 53 Kindern und 14 Pfadileitern.

Die Kinder der Pfadi Wohlen – zwischen 6 und 11 Jahre alt – sind schon seit dem Morgen unterwegs: Die Bienli (Mädchen) fuhren mit ihren Leiterinnen nach Sarmenstorf und die Wölfli (Jungen) nach Villmergen, dort lösten sie ein Stadtgame, eine Art Schnitzeljagd. Nachdem alle Fragen gelöst waren, stiessen die Wölfli in Sarmenstorf zu den Bienli und dann wurde getrennt nach Uezwil gewandert.

Die Kinder freuten sich besonders auf das Schlafen im Stroh, so waren die Schlafsäcke in allen Farben und Grössen schnell ausgerollt. Vanessa Steinmann, 8, alias Jinx, rieft lachend: «Das Schlafen im Stroh mit den Wölfli wird sowieso das Allercoolste.» Doch bevor es so weit war, mussten sie noch das eine oder andere Abenteuer bestehen. Die jungen Pfadfinder wurden in den vergangenen Wochen zu waschechten Detektiven ausgebildet.

«Ich darf länger aufbleiben»

Leiterin Céline Haller, alias Tanuki, erklärte: «An diesem Nachmittag müssen die Kinder zuerst noch einen Zwischenfall mit Professor Cornet lösen.» Ein zerstreuter, älterer Tüftler kann die einzelnen Puzzleteile seiner genialen Erfindung nicht mehr finden. Ausserdem hat der Wissenschaftler eine Sehschwäche und kann den Bauplan seiner Erfindung ohne Sehhilfe nicht mehr entziffern.

Die Kinder waren mit grossem Eifer dabei, dem hilfsbedürftigen Professor unter die Arme zu greifen. An acht Posten konnten sie mit Sport, Denkaufgaben, Basteln und Theaterspielen Geld gewinnen. Mit diesem Geld konnten sie sich bei der «Zentrale» Bastel-material kaufen, um eine Brille für Professor Cornet zu machen oder Puzzleteile für den Bauplan. Bei den jungen Pfadfindern nachgefragt, was ihnen denn so an der Pfadi gefallen hat, antwortete Levin De Gianpietro, alias Parolo, 8, aus Wohlen: «Im Pfila darf ich länger aufbleiben als zu Hause, das finde ich cool.» Ein anderes Wölfli, Laurent Bacher, alias Ovo, meinte: «Ich mag es, draussen zu spielen, mit den Kollegen Spass zu haben und neue Spiele kennen zu lernen.»

Was die Pfadi-Kinder zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, am Abend wurde der Professor auch noch entführt und musste wieder befreit werden. Als Entführer wird sich die «Allgemeine Koch- und Dekorations-Selbsthilfegruppe», sprich die Hausfrauen zu erkennen geben. Sie wollte unbedingt die Baupläne für Cornets Erfindung besitzen, es handelte sich dabei um ein Waffeleisen.

In Pfadimanier wurde nach einer Lösung gesucht und beschlossen, das Waffeleisen zu teilen. Hiermit wäre auch gleich noch das Frühstück vom Pfingstsonntag verraten: Es hat also für beinahe 70 Personen frische Waffeln gegeben.

Eine ungeschriebene Regel besagt, dass es an Pfingsten während des Pfingstlagers immer schlechtes Wetter gibt – nicht so in diesem Jahr. Vielleicht hat Professor Cornet, ohne dass es ihm bewusst war, eine Schönwettermaschine gebaut und vermutlich auch dafür wieder die Baupläne verlegt.