Wohlen
Wohler Talentförderer beendet nach 40 Jahren seine Trainertätigkeit

Er ist eine Wohler Legende. Als Talentförderer hat Jacky Sauter während 40 Jahren gearbeitet. Dabei hat er ein grosses Herz für die kleinen Kicker bewiesen.

Ruedi Kuhn
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Wohler Legende: Jacky Sauter. AWA

Wohler Legende: Jacky Sauter. AWA

Jacky Sauter macht sich seine Gedanken. Seit Ende der 1960er-Jahre ist der gelernte Elektroniker in der Nachwuchsabteilung des FC Wohlen tätig. «Ich habe zwischen 800 und 900 Buben das Fussball-Abc beigebracht und mich in den Dienst der Jugend gestellt. Ohne die Arbeit an der Basis läuft im Fussball nichts.»

An einen Knirps hat Sauter besondere Erinnerungen. Der 78-Jährige gerät ins Schwärmen: «Ciriaco Sforza spielte als Bub beim FC Villmergen. Ich holte den D-Junior nach Wohlen. Dass der kleine Ciri Qualitäten hat, sah man auf den ersten Blick. Im Laufe der Jahre wurde offensichtlich, dass er sogar ein Ausnahmetalent ist.»

Da und dort ein Schwätzchen

Dass Sauter in Wohlen während acht Jahren als Mitglied der Schulpflege verantwortlich zeichnete, kam ihm in der Funktion des Ausbildners entgegen. Kinderfussball übte auf ihn eine grosse Faszination aus. «Die Trainings mit den Buben waren für mich ein Ausgleich zu meiner Arbeit», hält er fest. «Fussball ist Lebensschule und Erziehung zugleich. Wenn ich sehe, dass die Buben lernfähig sind und Fortschritte machen, ist das für mich eine grosse Genugtuung.»

Ist Sauter heute in Wohlen unterwegs, so trifft er viele bekannte Gesichter. Da und dort kommt es zu einem Schwätzchen. Neben Sforza trainierte Sauter auch den späteren GC- und FCZ-Spieler Luca Iodice und die talentierten Brüder Carmine, Gerardo und Fabio Viceconte.

Sauter kam 1964 nach Wohlen und eröffnete zusammen mit Rolf Borcovec ein Radio- und TV-Geschäft. Beim FC Wohlen hat er fast alle Funktionen ausgeübt. «Nur Präsident war ich nie», sagt er schelmisch.

«Ein kleines Wunder»

Er hätte nicht für möglich gehalten, dass der Klub in den vergangenen zwei Jahrzehnten den Sprung von der 2. Liga in die Challenge League schaffte. «Wohlen in der Challenge League? Das ist ein kleines Wunder. In finanzieller Hinsicht ist diese Liga nämlich eine Nummer zu gross.» Klare Worte von Sauter, der die guten alten Zeiten mit den prestigeträchtigen Derbys gegen Muri, Hägglingen, Villmergen und Dottikon noch in bester Erinnerung hat.

Mit dieser Rivalität ist es leider vorbei. Sauter selbst war ein durchschnittlicher Fussballer. Bei Concordia Basel und Laufen spielte der Flügelstürmer in der 1. Liga. Einmal wurde er für ein Probetraining beim FC Basel aufgeboten. Für die Aufnahme in die erste Mannschaft hat es nicht gereicht. Als Ausbildner aber ist er Dauerbrenner und einsame Spitze zugleich.

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