Wohlen
Wohler Gemeinderat Urs Kuhn liegt vor allem die Schule am Herzen

Die Grünen nominieren ihren bisherigen Gemeinderat Urs Kuhn für die Gemeinderatswahlen von Wohlen. Um für die Schule mehr Platz zu schaffen, sind für Kuhn höhere Steuern und eine Erhöhung der Nettoverschuldung notwendig.

Lisa Stutz
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Präsidentin Marianne Keusch und Gemeinderat Urs Kuhn. Lis

Präsidentin Marianne Keusch und Gemeinderat Urs Kuhn. Lis

Lisa Stutz

Für die Grünen stehen in Wohlen wichtige Geschäfte an. «Die Schule, die Eisbahn, die Badi. Das alles soll in den nächsten vier Jahren abgehakt werden», erklärte Gemeinderat Urs Kuhn an der Gemeinderats-Nominierungsveranstaltung der Partei.

Nachdem Präsidentin Marianne Keusch vor einigen Monaten in der Zeitung gelesen hatte, dass Urs Kuhn es sich noch überlege, ob er wieder für den Gemeinderat kandidieren soll, sei sie ein wenig erschrocken. «Für mich war seine Kandidatur klar.»

Doch Urs Kuhn hatte sein Zögern so gemeint, dass man für eine Kandidatur zuerst von der Partei nominiert werden müsse. «Deshalb haben wir uns heute versammelt», so die Präsidentin. Vor der Nomination erzählte Urs Kuhn von der vergangenen Amtsperiode im Gemeinderat, und was er in den nächsten vier Jahren erreichen will.

Die jüngste Arbeit ist für Kuhn auch eine der wichtigsten: «Wir haben eine sehr gute Schulraumplanung hervorgebracht. Die Umsetzung davon spielt sich in den nächsten vier Jahren ab, das treibt mich an, weiterzumachen.»

Für den Gemeinderat, der das Ressort Öffentliche Bauten unter sich hat, spielt die Schule eine grosse Rolle. «Wir brauchen circa 3000 m2 mehr Platz.» Die Problematik sei, dass man nicht einfach ein neues Schulhaus bauen könne, um das Platzproblem zu lösen, sondern neuen Schulraum bieten und gleichzeitig den Rest sanieren oder anpassen müsse.

Kuhn nannte einige Zahlen: «Die Junkholz-Sanierung würde etwa sieben bis zehn Millionen kosten, die Haldenschulhaus-Sanierung etwa 20 Millionen.» Um dies neben der Badi und der Eisbahn finanzieren zu können, steht für Kuhn eine Steuerfusserhöhung ausser Frage.

«Das bringt uns aber auch nicht das grosse Geld. Wir müssen den Mut haben, die Nettoverschuldung zu erhöhen, um diese Projekte zu realisieren», so Kuhn.

Natürlich sei es schwer, die Leute von solch grossen Investitionen zu überzeugen. «Doch wenn man die Geschichte von Wohlen anschaut, hat sich Mut in der Vergangenheit gelohnt. Die Badi, die Bleichi und weitere Anlagen hat Wohlen auch nicht gebaut, weil es reich war», so Kuhn.

Für ihn ist klar: «Man muss einfach visionär sein.» In seiner nächsten Amtszeit wolle er sich folgenden Themen annehmen: Wohlen soll sich nicht nach aussen, sondern nach innen entwickeln; in der Verwaltung sollen Abläufe optimiert und Kompetenzen neu geregelt werden.

Die Finanzen sollen so hochgeschraubt werden, dass gute Schulhäuser finanziert werden können und ein gutes Standortmarketing soll gewährleistet sein.

Für Kuhn stehe momentan aber nicht die Gemeinderatswahl im Vordergrund, sondern die Einwohnerratswahlen vom kommenden November. «Ich bin auf eine starke Fraktion angewiesen», erklärte er.

Die Ziele für die Einwohnerratswahlen sind für die Grünen klar: «Wir wollen mindestens zwölf Leute auf die Liste setzen, und im Einwohnerrat einen Sitz dazu gewinnen, sodass wir danach fünf Sitze haben», erklärte Grossrätin Monika Küng. Mit tosendem Applaus wurde Urs Kuhn schliesslich von der Partei zum Gemeinderatskandidaten gewählt.