Widen
Freizeitverein Mutschellen sucht dringend Leute – sonst besucht der Circolino Pipistrello das Dorf nicht mehr

Seit Jahren organisiert der Freizeitverein Mutschellen das traditionelle Gastspiel des Kinderzirkus Circolino Pipistrello in Widen. Nun braucht der Vorstand neue Mitglieder. Sonst droht dem Verein und dem Zirkusbesuch das Aus. Freizeitvereinspräsident Massimiliano Zappa erklärt die Hintergründe.

Marc Ribolla
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Seit vielen Jahren dürfen sich die Mutscheller Kinder in den Frühlingsferien im Circolino Pipistrello austoben, wie hier 2012.

Seit vielen Jahren dürfen sich die Mutscheller Kinder in den Frühlingsferien im Circolino Pipistrello austoben, wie hier 2012.

ls (22.4.2012)

Man darf es ohne zu übertreiben behaupten: Der Circolino Pipistrello ist eine kleine nationale Institution. Seit rund 40 Jahren begeistert der Mitspielzirkus Kinder in der ganzen Schweiz. Wo er mit seinem farbigen Zirkusdorf für eine Woche Station macht, herrscht Freude bei den Kindern und den Erwachsenen.

Auch auf dem Mutschellen gastiert der Kinderzirkus seit vielen Jahren in Widen. Für die Organisation des Gastspiels ist seit 2014 der damals neu gegründete Freizeitverein Mutschellen verantwortlich. «Den Pipistrello regelmässig alle zwei Jahre nach Widen zu holen, ist die einzige Aufgabe des Vereins», sagt dessen Präsident Massimiliano Zappa.

Zusammen mit Sandra Kammermann, Marcel Hauri, Michel Kilchsperger, Louisa Springer und Werner Odermatt bildet er den Vorstand. Sie sind gleichzeitig auch die einzigen Mitglieder des Freizeitvereins. Nach 2016 und 2018 lotsen sie den Pipistrello heuer vom 18. bis 23. April nach Widen. Vor zwei Jahren fiel die Zirkuswoche wegen des Lockdowns aus.

Eigene Kinder sind zu alt geworden

Mit dem Engagement 2022 wird allerdings auch die Ära des aktuellen Vorstands zu Ende sein. Nun sucht der Trägerverein dringend Nachfolgerinnen und Nachfolger – damit der Circolino Pipistrello auch zukünftig auf dem Mutschellen zu Besuch sein kann. Zappa sagt:

«Nach drei Austragungen ist es an der Zeit, das Zepter an jemand anderes weiterzugeben. Alle unsere eigenen Kinder sind mittlerweile grösser geworden und können nicht mehr beim Pipistrello mitmachen.»

Gesucht werden idealerweise fünf Personen, die sich um das Organisatorische kümmern. Der Aufwand halte sich diesbezüglich in Grenzen. Zappa schätzt, dass dieser in Jahren ohne Gastspiel ungefähr eine Woche jährlich und in Vorführungsjahren zwei Wochen jährlich beträgt.

Vorstellung als Belohnung für den Einsatz

Als Präsident war er beispielsweise für den Kontakt zu den Schulen und Gemeindebehörden besorgt und nahm sich dem Einholen der nötigen Bewilligungen an. Weitere Aufgaben, die der Vorstand des Freizeitvereins erledigt, sind auch die Organisation des Mittagstisches während der Zirkuswoche am Dienstag und Donnerstag, die Kreation der Flyer und der Website oder das Managen der Anmeldung der Kinder.

Unter der Woche wird für die grosse Vorstellung geprobt.

Unter der Woche wird für die grosse Vorstellung geprobt.

gis (20.4.2016)

Der Einsatz für die Zirkuswoche lohne sich auf jeden Fall, erklärt Zappa. «Die tollste Belohnung für das Geleistete ist jeweils die Stimmung an der Zirkusaufführung am Samstag. Da spürt man die Freude der Kinder und des Publikums», beschreibt der Präsident. Er hoffe, dass sie genügend Personen finden, damit die lange Tradition des Kinderzirkus auf dem Mutschellen nicht aufhört.

«Viele heutige Eltern haben früher vielleicht selbst als Kind den Circolino Pipistrello erleben dürfen und möchten dies nun auch ihren eigenen Kindern ermöglichen», sagt Zappa zu einem möglichen Beweggrund, sich zu engagieren. Das Ziel ist, die Nachfolgerinnen und Nachfolger schon an der Jahresversammlung im Mai oder Juni präsentieren zu können. «So könnten wir eine geordnete Übergabe an die Hand nehmen für die Aufführung 2024», sagt er.

Engagement des Zirkus kostet 18'500 Franken

Auch das Vereinsvermögen von rund 6000 Franken würde natürlich übergeben werden. Denn das Engagement des Circolino Pipistrello ist nicht gratis. Für eine Zirkuswoche beträgt der Preis 18'500 Franken. Hinzu kommen für die Organisatoren Auslagen für Wasser, Strom, Abfall oder Platzmiete. Zappa sagt:

«Wir sind drum froh, dass uns beispielsweise die Ortsbürgergemeinde Widen mit 3000 Franken grosszügig unterstützt. Auch die Gemeinden Widen, Berikon, Rudolfstetten und Oberwil-Lieli beteiligen sich mit Beiträgen an unseren Kosten.»

Aktuell läuft die Anmeldephase für die Kinder bis zum 3. April. Es seien schon rund 30 Anmeldungen eingetroffen. Die Teilnahmegebühr beträgt für Familien aus den Mutschellen-Gemeinden 150 Franken und für Familien aus anderen Gemeinden 180 Franken pro Kind.

Weitere Informationen gibt es auf der Website des Freizeitvereins Mutschellen unter www.freizeitverein-mutschellen.ch

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