Wohlen
Vom Pharma-Assistent zum Partyfotograf – jetzt will er auf Ibiza durchstarten

Rafael Ferreira ist Nightlife-Fotograf. An renommierten Partys der Schweizer Clubszene. Gäste fotografiert er nicht, wenn sie posieren, sondern während er mit ihnen tanzt und feiert. Bald zieht er für vier Monate nach Ibiza, um dort zu arbeiten.

Patrick Züst
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Im Augang ist der Nightlife-Fotograf Rafael Ferreira meist mit Kamera und Champagner anzutreffen.

Im Augang ist der Nightlife-Fotograf Rafael Ferreira meist mit Kamera und Champagner anzutreffen.

Patrick Züst

Tanzen bis in die frühen Morgenstunden, Alkoholexzesse und Smalltalk mit weltberühmten DJ-Grössen. Für den Wohler Rafael Ferreira ist das nicht nur Alltag, sondern Beruf.

Mit erst 20 Jahren gehört er bereits jetzt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Schweizer Clubszene und steht jedes Wochenende bei renommierten Partys als Fotograf im Einsatz.

Selbstständig nach Lehrabschluss

Eine Ausbildung im Bereich Fotografie hat Ferreira nie absolviert. «Meine Schwester hat mir sehr viele Inputs gegeben – der Rest kam dann mit Ausprobieren und viel Erfahrung», sagt der Jungfotograf.

Nach dem Abschluss der Bezirksschule Wohlen entschied er sich für eine Lehre als Pharma-Assistent in Bremgarten. Bereits damals fotografierte er in seiner Freizeit regelmässig an diversen Events und konnte sich so viele Kontakte aufbauen.

Nach dem Lehrabschluss im vergangenen Jahr wagte er schliesslich den Schritt in die Selbstständigkeit und ist seither hauptberuflich als Fotograf tätig. «Natürlich war es ein ziemliches Risiko und es gab einige Leute, die mir davon abgeraten haben. Aber die Fotografie ist halt meine Leidenschaft, und ich wollte es unbedingt wagen», begründet Ferreira seinen mutigen Entschluss. Seither fotografiert er für die grössten Clubs im In- und Ausland und kann so gut von seinem Hobby leben.

Unkonventionell und einzigartig

Ferreiras Bilder unterscheiden sich enorm von herkömmlichen Partyfotos. Er lässt Gäste nicht posieren, sondern tanzt und feiert mit ihnen, währenddem er sie fotografiert. So schaffe er es auch, auf seinen Bildern die Stimmung so echt und authentisch rüberzubringen. «Wenn ich für eine Veranstaltung gebucht werde, gehe ich primär als Gast dorthin und nicht als Fotograf. Mit meinen Bildern dokumentiere ich meinen Abend und das, was ich erlebe», sagt Ferreira.

Derzeit feiert der Partyfotograf das 2-Jahr-Jubiläum seines Labels «Rafalicious». Von dessen Erfolg war Ferreira selbst überrascht: «Es ging nicht lange, bis ‹Rafalicious› weit mehr wurde als nur ein Label – es ist eine Marke, ein Lifestyle. «Rafalicious» steht für freizügige und spontane Bilder – für Champagner im Gesicht und für halb nackte Frauen auf der Toilette.»

Vom Freiamt auf die Partyinsel

Nachdem er den nationalen Durchbruch geschafft hat, will der Jungfotograf jetzt auch international so richtig durchstarten. Bereits diesen Sommer wird Ferreira seinem Ziel ein ganzes Stück näher kommen. In weniger als zwei Wochen wird er für vier Monate das geräumige Elternhaus im Freiamt verlassen und mit einer WG an der Partymeile Ibizas tauschen.

Auf der spanischen Partyinsel konnte er sich gleich mehrere Festanstellungen in bekannten Clubs sichern. Sein Glück kann Ferreira selbst kaum fassen: «Es ist das, was ich mir immer gewünscht habe – ein absoluter Traum geht in Erfüllung.»

Spätestens aber im September, wenn die Schweizer Clubs wieder aus der Sommerpause erwachen, wird auch Rafael Ferreira wieder ins Freiamt zurückkehren und an den grössten Partys des Landes anzutreffen sein – stets mit Champagnerflasche in der einen und Fotokamera in der anderen Hand.