Volk soll entscheiden
Hallenbad Mutschellen: Gemeinderäte nehmen Petition mit 4565 Unterschriften entgegen

Frage man die Mutscheller, was auf ihrem schönen Hausberg noch fehlt, sagen viele: ein Hallenbad. Dies will die IG Hallenbad Mutschellen nun ändern. Am Mittwoch konnte sie eine Petition mit 4565 Unterschriften an die vier Gemeinden übergeben.

Andrea Weibel
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Urs Schweizer, Präsident IG Hallenbad Mutschellen (Zweiter von rechts) übergibt die 4565 Unterschriften an die Gemeinderäte Stefan Strebel (Oberwil-Lieli), Peter Spring (Widen), Sascha Käppeli (Rudolfstetten) und Stefan Bossard (Berikon, von links).

Urs Schweizer, Präsident IG Hallenbad Mutschellen (Zweiter von rechts) übergibt die 4565 Unterschriften an die Gemeinderäte Stefan Strebel (Oberwil-Lieli), Peter Spring (Widen), Sascha Käppeli (Rudolfstetten) und Stefan Bossard (Berikon, von links).

Andrea Weibel

Schon vor über 30 Jahren habe man neben der Dreifachturnhalle eine Eishalle, ein Hallen- und ein Freibad auf dem Mutschellen geplant. Doch weil man Angst hatte, beim Volk mit diesem Grossprojekt nicht durchzukommen, sei das Projekt abgespeckt worden – die Bäder und die Eishalle seien als Phasen zwei bis vier aufgeschoben worden. Daran erinnert sich der ehemalige Wasserballer Urs Schweizer gut. Denn zusammen mit seiner IG Hallenbad Mutschellen sieht er die Zeit gekommen, diese Projekte nun wieder aufzunehmen.

So konnte er am Mittwochabend den Gemeinderäten von Berikon, Widen, Rudolfstetten und Oberwil-Lieli feierlich eine Petition mit 4565 Unterschriften überreichen, die die Planung eines Hallenbades fordert. Beim Unterschriftensammeln habe er sehr viel Zuspruch erhalten. Jedoch auch Kritik.

«Es hat eben nicht genügend Hallenbäder»

Die Kritiker hätten vor allem drei Argumente gehabt: «Sie sagten, es gebe ja schon genügend Hallenbäder in der Gegend, es sei ein Fass ohne Boden und zudem ökologisch falsch», berichtete Schweizer. Er entgegnete jedoch: «Es gibt eben nicht genügend Hallenbäder. Allein schon die Schulen haben grosse Mühe, Bäder für den Schwimmunterricht zu finden.» Der zweite Punkt ist ihm ebenfalls sehr wichtig:

«Ja, es kostet Geld, aber das tun Museen und Turnhallen ebenfalls – dafür schaffen sie einen grossen Mehrwert für die Freizeitgestaltung.»

Und die neuen Technologien wie Wärmepumpe und Solarzellen würden einen solchen Bau viel energieeffizienter machen, als es früher möglich war. Ausserdem ist ihm wichtig: «Ein kleines Dorf kann ein solches Projekt nicht stemmen. Aber die finanzstarken Mutschellen-Gemeinden zusammen können das. Wer, wenn nicht sie?»

Die beiden Gemeindeammänner Stefan Bossard (Berikon) und Peter Spring (Widen) nahmen – wie auch ihre Kollegen von den anderen Gemeinden – die Unterschriften sehr gern entgegen. Bossard hielt fest:

«Man hört wirklich oft aus der Bevölkerung, dass hier oben nur eines fehle, ein Hallenbad. Darum sind wir froh, dass die IG diese Diskussion nun anstösst.»

Sein Wider Amtskollege Spring unterstützte diese Worte. Und er sagte: «Das Projekt wird nicht bei allen Einwohnern auf Zustimmung stossen, es wird polarisieren. Aber wir nehmen diesen Pass gerne an und wollen das Volk entscheiden lassen.»

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