Villmergen
Schützenswerte Häuser werden nicht automatisch unter Schutz gestellt

Als 2017 die Gesamtrevision der Bau- und Nutzungsplanung ein erstes Mal öffentlich auflag, gingen 36 Einwendungen ein. Rund die Hälfte davon wurde umgesetzt. Nun legt die Gemeinde das Planwerk mit einigen Änderungen nochmals öffentlich auf. Ein wichtiger Punkt darin sind die schützenswerten Häuser des Dorfes.

Nathalie Wolgensinger
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Das wird all jene freuen, die in Villmergen ein Einfamilienhaus bauen möchten: An der Unterzelgstrasse können sechs Doppeleinfamilienhäuser realisiert werden.

Das wird all jene freuen, die in Villmergen ein Einfamilienhaus bauen möchten: An der Unterzelgstrasse können sechs Doppeleinfamilienhäuser realisiert werden.

Nathalie Wolgensinger

Vor vier Jahren legte die Gemeinde Villmergen erstmals die Gesamtrevision der Nutzungsplanung öffentlich auf. Die Villmergerinnen und Villmerger zeigten nicht nur Interesse an den Plänen, sie nutzten auch die Gelegenheit, Einwendungen zu machen. 36 Einwendungen gingen bei Bauverwalter Reto Studer ein. Er sagt:

«Gut die Hälfte davon waren auch nach Ansicht des Gemeinderates begründet.»

Und so beugte man sich nochmals über das Planwerk und brachte Korrekturen an. Noch bis zum 6. April liegt nun die Gesamtrevision zum zweiten Mal öffentlich auf.

Eine grundlegende Änderung betrifft die schützenswerten Bauten. Diese sind in einem Bauinventar aufgelistet. Der Kanton forderte von den Gemeinden, dass praktisch alle diese Gebäude unter kommunalen Schutz gestellt werden. Und dies unabhängig davon, ob der Eigentümer diesem Vorhaben zustimmt. Nach Verhandlungen mit den zuständigen Stellen des Kantons hat man nun vereinbart, dass dies nicht passieren soll. Studer kommentiert:

«Ob ein Gebäude schützenswert ist, wird erst entschieden, wenn ein Bauvorhaben vorliegt. Davon erhoffen wir uns ein besseres Miteinander mit den Grundeigentümern.»

Nicht minder wichtig sei, dass man so verhindere, dass ein Gebäude diskussionslos von den Behörden unter Schutz gestellt werde, so Studer.

Sechs Doppeleinfamilienhäuser an der Unterzelgstrasse

Eine weitere Umzonung wurde im Gebiet Rigacher vorgenommen, dies ermöglicht dem dortigen Landwirtschaftsbetrieb zusätzlich die Pferdehaltung. Gleich vis à vis, nämlich an der Unterzelgstrasse, soll zusätzlich Land eingezont werden. Das ermöglicht es, dass nach Abbruch des dort stehenden baufälligen Landwirtschaftsbetriebes sechs Doppeleinfamilienhäuser realisiert werden können.

Die reformierte Kirche verbleibt in der Zone für öffentliche Bauten und wird nicht, wie ursprünglich geplant, der Arbeitszone zugeteilt. Das ermöglicht es der Gemeinde, bei Bedarf einzelne Räume der Kirche temporär als Schulraum zu nutzen.

Ein weiterer Punkt, der geändert wurde, ist die Liegenschaft der Cellpack an der Schützenhausstrasse, wo heute Büros untergebracht sind. Letzteres allerdings nur noch bis Mitte des Jahres, dann soll die Liegenschaft verkauft werden. Aus diesem Grund verzichtet die Gemeinde auf die Umzonung in eine Arbeitszone. Vielmehr verbleibt die Liegenschaft in der Wohn- und Gewerbezone und ermöglicht damit eine vielfältige Nutzung.

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