Unterlunkhofen
Die ARA Kelleramt entwässert den Klärschlamm nun selber

Deutlich mehr Schmutzwasser als in vorangehenden Jahren musste die ARA Kelleramt im vergangenen Jahr reinigen. Weil die Einwohnerzahl im Einzugsgebiet auch weiterhin steigt, wird der Klärschlamm nun auf der Anlage in Unterlunkhofen entwässert.

Nathalie Wolgensinger
Drucken
Um den Klärschlamm auf der eigenen Anlage zu entwässern, musste ein zusätzliches Gebäude erstellt werden.

Um den Klärschlamm auf der eigenen Anlage zu entwässern, musste ein zusätzliches Gebäude erstellt werden.

zvg

Die Menge von 2,65 Kubikmeter Wasser kann man sich nur schwer vorstellen. So viel Schmutzwasser wurde im vergangenen Jahr in der Anlage in Oberlunkhofen gereinigt. Diese Zahl liegt deutlich über dem langjährigen Mittelwert und ist unter anderem auch auf das Hochwasser im Sommer des vergangenen Jahres zurückzuführen. Die Gemeinden Arni, Islisberg, Jonen, Oberlunkhofen, Oberwil-Lieli, Ottenbach, Rottenschwil und Unterlunkhofen sind der Anlage angeschlossen.

Der Klärschlammvertrag mit dem Abwasserverband Bremgarten-Mutschellen lief per Ende Jahr aus. Die vergangenen 17 Jahre hätte die regionale Zusammenarbeit mit verschiedenen Abwasserverbänden in Sachen Klärschlammentsorgung hervorragend funktioniert, berichtet Anton Burkart, der Präsident des Abwasserverbandes Kelleramt.

Eine eigene Klärschlammentwässerung

Als Alternative zur bisherigen Entsorgungslösung mit zu wenig Stapelvolumen auf der Kellerämter ARA und im Hinblick auf die starke Bevölkerungsentwicklung im Einzugsgebiet des Abwasserverbandes habe sich der Vorstand für eine eigene Klärschlammentwässerung entschieden.

Wie seinem ausführlichen Jahresbericht zu entnehmen ist, stand dieses Projekt im vergangenen Jahr im Zentrum der Arbeit. Burkart schreibt dazu:

«Das Baubewilligungsverfahren, die Submission und die Bauausführung für das neue Gebäude verliefen ohne gravierende Schwierigkeiten.»

Die Anlage laufe absolut zufriedenstellend, so Burkart weiter. Um die biologische Belastung der Anlage zu minimieren, wurde eine sogenannte Vorfällung eingerichtet. Dies sei notwendig, denn das Ausbauziel im Jahr 2045 beträgt 23'000 Einwohnende und bis dann muss die Biologie der Anlage aufgerüstet sein.

Mit dieser Maschine wird der Klärschlamm entwässert.

Mit dieser Maschine wird der Klärschlamm entwässert.

zvg

Eine Vereinbarung getroffen und viele Pikettdienste geleistet

Seit 1992 betreibt die Gemeinde Unterlunkhofen die regionale Kadaversammelstelle auf dem Areal des Abwasserverbandes. Insgesamt 14 Gemeinden benutzen die Sammelstelle, das Personal der Anlage ist für den Unterhalt zuständig. Der Baurechtsvertrag lief Ende Jahr aus und wurde um weitere 20 Jahre verlängert.

Anfang Jahr wurde die Vereinbarung mit der Gemeinde Unterlunkhofen für den Unterhalt der Wasserversorgung im neuen Dienstleistungsvertrag «Brunnenmeister» definiert. Das Klärwerkteam übernahm die Aufgabe. Stefan Schwegler und Roger Schumacher haben die Ausbildung zum Wasserwart bereits absolviert.

Lobend erwähnt Burkart in seinem Bericht, dass das Team um Klärmeister Patrick Koller im vergangenen Jahr stark gefordert war. Schnee, Hochwasser und Sturmschäden hätten zahlreiche Piketteinsätze notwendig gemacht.