Sarmenstorf
Trostpflaster für ausgefallenen Auszug: Samichlaus erzählt seine Geschichte per Video

Coronabedingt gab es in diesem Jahr in Sarmenstorf nur Besuche im Garten – vor der Geschenkübergabe wurde zum Desinfektionsmittel gegriffen. Als Trostpflaster für den ausgefallenen Auszug gibts eine Videobotschaft.

Verena Schmidtke
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Normalerweise herrscht im Pfarrsaal vorweihnachtliches Gewusel, wenn sich die Chläuse und Schmutzli für ihre Einsätze vorbereiten. Die Schmutzli helfen einander, ein Gewand in der richtigen Länge auszusuchen, während die Chläuse geschminkt werden. Zwischendurch wirft jeder noch einmal einen Blick auf den Einsatzplan, isst eine Kleinigkeit und schaut nach, ob die richtige Anzahl Ruten im Sack verstaut ist.

In diesem Jahr ist der Verein Jufo, der den Anlass organisiert, coronabedingt in den grösseren Pfarreitreff ausgewichen. Muriel Willborn, die Vereinspräsidentin vom Jufo, berichtet: «Dort haben wir einen Bereich für die Chläuse und einen für die Schmutzli. Die kommen nach Zeiten gestaffelt, damit nicht zu viele Personen auf einmal zusammen sind.» Zudem habe jeder der Beteiligten sein eigenes Gewand und einen festen angeschriebenen Platz.

Digitalisierung für den Samichlaus-Anlass

2020 läuft vieles beim Sarmenstorfer Samichlaus, der vom Verein Jufo organisiert wird, anders ab als gewohnt. Grund dafür ist die Coronapandemie, die alle Menschen zur sozialen Distanz zwingt. «Seit September macht sich das OK Gedanken, ob und wie der Anlass ablaufen kann. Nach den strikteren Massnahmen Ende Oktober war klar, dass es keinen Auszug aus der Wendelinskapelle geben wird», führt Willborn aus.

Anmeldung erfolgte erstmals online

Mit der Entscheidung, ob der Samichlaus Familien besuchen werde, wartete der Verein die Anmeldungen ab. Diese erfolgte dieses Jahr erstmals digital über die neue Website des Vereins. «Wir haben viel diskutiert und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht», erinnert sich die Vereinspräsidentin. «Letztendlich war es uns einfach wichtig, den Kindern ein Leuchten in die Augen zu zaubern.» Denn die Kinder hätten in den letzten Monaten auf vieles verzichten müssen. «Wir Erwachsenen verstehen ja besser, worum es bei dieser Pandemie geht», so Willborn, «die Jüngeren können es vielleicht nicht immer nachvollziehen.»

Aus diesem Grund möchte der Jufo den Kleinen zumindest eine kleine Freude bereiten. Und wie der Verein im Vorfeld erfahren konnte, freuen sich die Familien, die sich angemeldet haben, schon sehr auf den Samichlaus.

Allerdings laufen die Besuche anders ab als gewohnt, der Nikolaus gehe nicht in die Häuser, stattdessen werde es Gartenbesuche auf Abstand mit begrenzter Personenanzahl geben – gemäss den Richtlinien. In die-sem Jahr begleitet ihn nur ein Schmutzli, üblich wären drei.

Verena Schmiedtke

Worauf der heilige Mann dennoch nicht verzichten mag, sei die Geschichte, die er vorliest. Ausserdem habe er auch sein Buch dabei, in dem steht, wie sich die Kinder betragen haben. Die Vereinspräsidentin sagt: «Die Geschenke übergibt in diesem Jahr der Schmutzli, er legt sie auf einen Tisch und hat sich vorher die behandschuhten Hände desinfiziert. Die Sicherheit für alle ist sehr wichtig.»

Der Samichlaus hat eine Videokamera gekauft

Und noch etwas hat sich der Samichlaus überlegt, als Trostpflaster für den ausgefallenen Auszug. Ganz modern und auf der Höhe der Zeit hat er mit Hilfe eines Schmutzli ein Video aufgenommen. «Dafür hat der Schmutzli am ‹Black Fritig› eine Videokamera gekauft», erläutert der Samichlaus, bevor er
die herzige Geschichte erzählt, wieso einige Tiere an der Jesus-Krippe zu finden sind – und andere nicht. Beworben hatten sich jedenfalls viele für die besondere Aufgabe.