Villmergen
Standing Ovation für den Kanzler Markus Meier

Es war die letzte Gemeindeversammlung mit Gemeindeschreiber Markus Meier. Er geht im Februar nach 40 Jahren im Amt in den Ruhestand. Entsprechend wurde er gefeiert.

Toni Widmer
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Gemeindeschreiber Markus Meier (stehend) bei seiner Abschiedsrede. Links Gemeindeammann Ueli Lütolf, rechts die Gemeinderätinnen Barbara Bucher, Rosmarie Schneider und Gemeinderat Renato Sanvido.

Gemeindeschreiber Markus Meier (stehend) bei seiner Abschiedsrede. Links Gemeindeammann Ueli Lütolf, rechts die Gemeinderätinnen Barbara Bucher, Rosmarie Schneider und Gemeinderat Renato Sanvido.

Toni Widmer

Markus Meier in seinem Büro, Markus Meier beim Bräteln im Wald, Markus Meier vor einem Glas Wein auf der Gemeinderatsreise und zur Diashow über den Villmerger Gemeindeschreiber die passende leise Hintergrundmusik. «Du warst der beste Gemeindeschreiber von Villmergen in den letzten 40 Jahren», lobte Gemeindeammann Ueli Lütolf scherzend und ergänzte sogleich ernsthaft: «Wir hätten keinen besseren Kanzler haben können. Markus hat sich 40 Jahren lang mit grossem Engagement für die Gemeinde eingesetzt. Er hat über alles Bescheid gewusst, er war stets loyal gegenüber der Behörde und er war deren Bindeglied zur Bevölkerung.» Der abtretende Gemeindeschreiber, hielt Lütolf fest, hatte einen grossen Anteil am guten Ruf von Villmergen: «Du hast mit deiner Intuition und deinem Spürsinn für die richtigen Entscheidungen viel zur positiven Entwicklung der Gemeinde beigetragen. Auf Dein Wirken darfst Du mit Stolz zurückblicken. Markus wir danken Dir.»

«Ich gehe mit Wehmut»

Die Gemeindeversammlung erhob sich zur Standing Ovation. Für Silvia Meier, «die in den vergangenen Jahren oft auf ihren Mann hat verzichten müssen und ihm für seine Arbeit zugunsten der Gemeinde den Rücken freigehalten hat» (O-Ton Ueli Lütolf) gab es einen grossen Blumenstrauss und schliesslich für alle einen Apéro riche. Dazu waren, noch während der Gemeindeversammlung, hinten an der Rückwand ein riesiges Transparent mit Bildern von Markus Meier aufgehängt sowie ein goldenes Bistro-Tischchen für ihn und seine Gattin aufgestellt worden. Villmergen hat seinem Kanzler einen wahrhaft würdigen Abschied beschert.

Markus Meier selber gab in seiner Abschiedsrede unumwunden zu, dass ihm der Abschied nicht leicht fällt. Es war ihm auch gut anzumerken, als seine Stimme zwischenzeitlich recht brüchig wurde: «Ich verlasse meine Arbeitsstelle mit ein bisschen Wehmut, aber auch mit einer grossen Zufriedenheit und der Gewissheit, bestimmt einen wesentlichen Beitrag für die Entwicklung der Gemeinde geleistet zu haben.» Er habe seine Arbeit immer mit viel Freude und grossem Engagement getan: «Mein Beruf hat mich ausgefüllt und befriedigt.» Er danke dem amtierenden Gemeinderat wie auch allen früheren Gemeinderäten für die stets vertrauensvolle und wertschätzende Zusammenarbeit: «Die Stimmung im Gemeinderat», sagte Meier, «darf trotz gelegentlich harten Verhandlungen als sehr gut bezeichnet werden. Das gemütliche Zusammensein nach den Sitzungen, jeweils bei einem Nachtessen oder etwa beim Bräteln im Wald, werde ich bestimmt vermissen. Viele Momente sind wirklich schön, ja sogar einmalig gewesen.» Sein Dank galt auch den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern: «Während all der Jahre habe ich stets Ihr Vertrauen geniessen dürfen.»

Kurze Gemeindeversammlung

Die der Ehrung von Markus Meier vorangegangene Gemeindeversammlung war kurz und für den Gemeinderat schmerzlos: Die 137 anwesenden (von insgesamt 4148) Stimmberechtigten genehmigten einstimmig einen Kredit von 1,2 Mio. Franken für bauliche Verbesserungen in der Schulanlage Hof. Zum Verkauf von 3705 m2 Land an die Firma Zisola AG gab es einen Gegenantrag. Der Verkaufspreis müsse pro Quadratmeter von 275 auf 300 Franken erhöht werden. Die Stimmberechtigten sprachen sich klar für den gemeinderätlichen Antrag und den Gesamtpreis von 1,018 Mio. Franken aus. Davon werden 317 202 Franken vertragsgemäss der Ortsbürgerstiftung überwiesen.

Keine Diskussionen gab es zum Budget mit dem um 3 % tieferen Steuerfuss von 102 %, es wurde einstimmig genehmigt. Finanzministerin Barbara Bucher ging bei der Präsentation der Villmerger Zahlen auch auf die Zukunft ein. Die Gemeindefinanzen sind knapp, der Gürtel muss weiterhin eng geschnallt werden. Dennoch sind vor allem für werterhaltende Investitionen in den nächsten 10 Jahren Ausgaben von rund 29 Mio. Franken nötig. Weil der Eigenfinanzierungsgrad tief ist, steigen die Schulden damit um rund 8 Mio. von heute 18 auf 26 Mio. Franken. Der Gemeinderat hoffe, erklärte Bucher, dass der Steuerfuss dennoch längerfristig auf 102 % gehalten werden könne.

Mühlematten deutlich billiger

Einfluss auf den Steuerfuss hat nicht zuletzt die frohe Kunde vom Bau der im Sommer bezogenen Schulanlage Mühlematten. Die definitive Schlussabrechnung liegt noch nicht vor, es sieht aber sehr gut aus: «Wir werden den Kostenvoranschlag von 23,5 Mio. Franken um mindestens 4 Mio. Franken unterschreiten können», erklärte Gemeindeammann Lütolf. Gründe dafür seien eine hohe Kostendisziplin in der Bauphase, eine von Anfang an gute Budgetierung sowie gute Vergaben.

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