Bremgarten
Silja Walters Weihnachtsspiel kehrt nach 20 Jahren ins Städtchen zurück

Das von der Klosterfrau und Autorin Silja Walter verfasste «Bremgarter Weihnachtsspiel» wird nach 20 Jahren erneut im Reussstädtchen aufgeführt, am 24. Dezember von 16 bis 17.30 Uhr.

Susanna Vanek
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Die Gräfin stört sich an den Fremden im Städtchen, auch an Maria und Josef.
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Waschweiber tratschen über die Gräfin.
Silja Walters Weihnachtsspiel wird nach 20 Jahren wieder in Bremgarten aufgeführt

Die Gräfin stört sich an den Fremden im Städtchen, auch an Maria und Josef.

Susanna Vanek

Viele Fremde kommen nach Bremgarten, Türken, Tamilen oder Kosovo-Albaner. Sie alle folgen dem Aufruf des Kaisers, sich zählen zu lassen. Nicht allen im Reussstädtchen passt das.

Unter denen, die sich an den Ausländern stören, ist die Gräfin Hermine. Aber die sei als Habsburger selber keine Einheimische, raunt das Volk. Das es nicht unterlässt, auch das Privatleben der Gräfin zu diskutieren, die sich einen Liebhaber genommen hat.

So beginnt das Weihnachtsspiel, welches die Klosterfrau und Autorin Silja Walter Anfang der 1990er-Jahre in Bremgarten ansiedelte, wo es 1993 und 1994 in der Altstadt zur Aufführung gelangte. Sie liess die Geschichte in verschiedenen Zeitepochen abspielen, so scheinen die Waschweiber etwa aus dem Mittelalter zu stammen, aber die drei Könige reisen in einem Oldtimer an.

Damit wird klargemacht, dass die Weihnachtsgeschichte zeitlos ist, für alle Epochen gilt. Weiter liess sich Walter auch von der Bremgarter Ortsgeschichte inspirieren – Habsburger Adlige haben im Städtchen tatsächlich gelebt.

Bei der Uraufführung waren die Umesinger-Kinder unter der Leitung von Heinrika Rimann bereits mit von der Partie. Sie sind es erneut. Die Initiative, die Bremgarter Weihnachtsgeschichte nach zwei Jahrzehnten wieder aufleben zu lassen, kam von Heinz Bergamin und Stadträtin Monika Briner.

Mit Sonja Killias wurde eine engagierte Regisseurin gefunden. Sie hält sich an den Originaltext von Silja Walter, bringt aber auch neue Impulse rein. So wird etwa die Bremgarter Marktgasse ins Geschehen einbezogen, was vor 20 Jahren nicht der Fall gewesen war. 6 der insgesamt 50 Mitwirkenden haben schon an der Uraufführung mitgewirkt.

Kein Dach über dem Kopf

Nicht fehlen dürfen bei einer Weihnachtsgeschichte Maria und Josef, gespielt von Sonja Conrad-Belser und Adrian Belser. Dass sie verwundert bemerken, in Bremgarten fliesse Wasser aus Rohren, wird mit Lachen quittiert. Klarer Fall, es sind Fremde! Ein Dach über den Kopf für die Hochschwangere suchen sie vergebens, auch wenn die Kunde die Runde macht, die junge Frau werde einen Gott gebären. Davon zeugen auch ein Stern am Himmel sowie die Ankündigung, drei Könige seien nach Bremgarten unterwegs.

Aufgeführt wird die Geschichte an fünf Standorten in der Altstadt und bei der Stadtkirche, das Publikum folgt den Darstellenden durchs Städtchen. Die Aufführung wird am 24. Dezember 2014 von 16 bis 17.30 Uhr stattfinden, Ausgangspunkt ist der Schellenhausplatz. Ab 15 Uhr wird Glühwein ausgeschenkt. Die Geschichte wird einen würdigen Übergang in den Weihnachtsabend bilden, gibt es doch ein schönes Ende: Nicht nur, dass tatsächlich der Heiland geboren wird, zum Schluss gibt es, das sei bereits verraten, eine Versöhnung.

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