Serie (Teil 5)
Schnupperlehre auf der Gemeinde: Homeoffice macht alles etwas komplizierter

Die AZ begleitet Freiämter Schüler in einer losen Serie bei ihrer Suche nach Schnupperlehren in Coronazeiten. Im fünften Teil begleitet die AZ eine Schülerin zur Schnupperlehre auf die Gemeinde Widen. Und die Mutscheller Schüler zeigen, dass die Situation recht gut aussieht – trotz Corona.

Verena Schmidtke
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Mutscheller Schüler auf der Suche nach einer Schnupperlehre: Isabella schnuppert bei der Gemeinde Widen im Bereich KV, der Lernende Ricardo Moura erklärt ihr die Abläufe.

Mutscheller Schüler auf der Suche nach einer Schnupperlehre: Isabella schnuppert bei der Gemeinde Widen im Bereich KV, der Lernende Ricardo Moura erklärt ihr die Abläufe.

Verena Schmidtke

Die Coronapandemie macht es Jugendlichen nicht unbedingt leichter, sich für einen zukünftigen Beruf zu entscheiden. Manchmal dauert es aufgrund der Beschränkungen ein bisschen länger, bis eine Stelle für eine Schnupperlehre gefunden ist. Trotzdem scheint die Grundstimmung unter vielen Schülerinnen und Schülern der Kreisschule Mutschellen (KSM) ganz gut zu sein. Ein grosser Teil hat inzwischen eine oder sogar mehrere Schnupperlehren absolvieren können.

Bei einem erneuten Besuch in der KSM geben einige schriftliche Berichte der Schülerinnen und Schüler einen Einblick, wie es bei der Schnupperlehren-Suche bei ihnen aussieht. Ein Schüler schrieb, er habe einige Bewerbungen abgeschickt, doch vieles sei verschoben worden. Ähnliches berichtete ein Mädchen, sie möchte möglichst unterschiedliche Berufe kennenlernen.

Insgesamt vermitteln die Texte dennoch eine eher positive Stimmung, die meisten haben mindestens in eine Tätigkeit hineinschnuppern können. Eine Jugendliche teilte mit, bei ihr gehe es voran, sie habe eventuell zwei Möglichkeiten zum Schnuppern, einmal im KV, das andere Mal bei einem Coiffeur.

Es laufe ganz gut, stellten die Lehrkräfte Aurora Gigliotti, Tatjana Hartmann und Gerhard Oester fest. Da die Schülerinnen und Schüler nun auch während der Schulzeit Berufe kennenlernen dürfen, entspanne das die Suche. Gigliotti führte aus: «Ausserdem hat uns der Gewerbeverein Mutschellen eine Liste zukommen lassen, auf der vermerkt ist, welche Unternehmen und Einrichtungen Schnupperlehren anbieten. Das ist enorm hilfreich.»

Besuch bei einer Schnupperlehre auf der Gemeindekanzlei Widen

Eine Schülerin, die über diese Liste einen Platz zum Schnuppern gefunden hat, ist Isabella. Für anderthalb Tage ist sie Teil des Teams der Gemeindekanzlei Widen, um den KV-Bereich besser kennen zu lernen. An ihrem zweiten Tag arbeitet sie in der Abteilung Einwohnerdienste. Der Lernende Ricardo Moura erklärt ihr am Schalter ein Programm am PC, die Schülerin darf dabei selbst Daten eintragen.

Auch die Gemeindeverwaltung Widen macht Schnupperlehren möglich.

Auch die Gemeindeverwaltung Widen macht Schnupperlehren möglich.

Verena Schmidtke

«Als ich die Gemeinde Widen auf der Liste sah, habe ich mich per E-Mail beworben. In den Ferien bekam ich dann die Rückmeldung», erzählt Isabella. Nicht immer läuft es so erfolgreich ab. Im Augenblick sei es nicht leicht, es gebe viele Absagen, einige Unternehmen seien sogar geschlossen. «Da ist es schon etwas schwierig, immer motiviert zu bleiben.»

Schule und Eltern seien aber eine gute Unterstützung. Zu ihrer Schnupperlehre bei der Gemeinde Widen erzählt Isabella: «Gestern war ich in den Abteilungen Steuern und Finanzen. Es ist interessant, mit den vielen Dateien zu arbeiten.» Und sie betont:

«Besonders gut gefällt mir das Arbeitsklima hier bei der Gemeinde.»

Bereits in den Weihnachtsferien habe sie eine Schnupperlehre im KV gemacht: «Da war ich in Zürich am Flughafen bei der Post. Das war auch interessant.» Die jetzige Schnupperlehre werde wohl nicht ihre letzte sein. «Ich würde gerne noch in den Bereichen Hotellerie und Kommunikation hineinschnuppern», sagt Isabella.

Gemeinde Widen macht Schnupperlehren fast immer möglich

Bei der Gemeinde Widen ist Karin Villiger Ansprechperson für interessierte Schnupperlernende. Wie sie berichtet, habe die Gemeinde während der Coronazeit fast immer Jugendliche, die schnuppern möchten, unterbringen können. «Manchmal mussten wir schauen, ob die Voraussetzungen passten», führt sie aus, «wenn zu viele Mitarbeiter im Homeoffice waren, ging es nicht. Aber dann haben wir die Termine verschoben, das klappte ganz gut.»

Karin Villiger, stellvertretende Gemeindeschreiberin von Widen, ist auch für die Schnupperlernenden zuständig.

Karin Villiger, stellvertretende Gemeindeschreiberin von Widen, ist auch für die Schnupperlernenden zuständig.

Verena Schmidtke

Durch die Hygienemassnahmen und die Masken seien alle gut geschützt. «Das ist alles kein Problem», stellte Villiger lächelnd fest. Auch sie betont, dass die Schnupperlehren während der Schulzeit die Situation entspannter machen. Sie sagt: «In den letzten Monaten waren vier Jugendliche hier bei uns. Dabei schauen sie jeweils einen halben Tag in die Abteilungen Steuern, Finanzen und Einwohnerdienste.» Wirkliches Interesse an der Tätigkeit sei wünschenswert, so der Rat der stellvertretenden Gemeindeschreiberin:

«Am besten, man informiert sich schon einmal auf der Website. Dann benötigen wir ein Motivationsschreiben sowie einen Lebenslauf.»

Sicher sei es auch hilfreich, ruhig in verschiedenen Bereichen zu schnuppern, um festzustellen, welcher Beruf gut zu einem passe.