Rudolfstetten/Bergdietikon
Viel zu eng, schlechter Belag und gefährliche Ausweichmanöver: Kanton entschärft die Strecke am Herrenberg

Die Kantonsstrasse zwischen Rudolfstetten und Bergdietikon ist in einem schlechten Zustand. Und ausserdem viel zu schmal. Nun liegt ein rund 6 Millionen Franken teures Sanierungsprojekt auf.

Marc Ribolla
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Diese enge kurvige Passage auf der Rudolfstetter Züribieterstrasse wird unter anderem ausgebaut und saniert.

Diese enge kurvige Passage auf der Rudolfstetter Züribieterstrasse wird unter anderem ausgebaut und saniert.

Marc Ribolla

Enge Fahrbahn, viele unübersichtliche Stellen – teils im Wald – und einige kurvige Passagen. Wer auf der Strasse zwischen Rudolfstetten und Bergdietikon am Herrenberg unterwegs ist, erlebt keine angenehme Fahrt. Egal zu welcher Tages- und Nachtzeit oder zu welcher Jahreszeit. Ob mit Auto, Töff oder Velo.

Ein unangenehmes Gefühl fährt immer mit. Immerhin sind auf der dortigen Kantonsstrasse, der K412, keine Lastwagen erlaubt. Die Verbindung wird aber täglich von Tausenden Fahrzeugen genutzt. Eine Analyse des Kantons aus dem Jahr 2011 wies rund 4200 Fahrzeuge pro Tag aus.

Die K412, die Züribieterstrasse, soll saniert und ausgebaut werden.

Vor rund sechs Jahren gab das Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons die Ausarbeitung eines Bauprojekts in Auftrag. Dieses liegt nun vor und noch bis zum 20. April auf der Rudolfstetter Gemeindeverwaltung auf.

Projektbereich ist rund 1,6 Kilometer lang

Die geplante Sanierung und der Ausbau beginnen ab der Gemeindegrenze von Rudolfstetten kurz nach dem Abbieger Richtung Hasenberg. Betroffen ist dann eine Strecke mit einer Länge von 1640 Metern bis zum Gebiet «Höckler» in Bergdietikon.

Die K412 zwischen Rudolfstetten und Bergdietikon ist deutlich zu schmal und in einem schlechten Zustand. Die Profile rechts zeigen, wie breit sie werden soll.

Die K412 zwischen Rudolfstetten und Bergdietikon ist deutlich zu schmal und in einem schlechten Zustand. Die Profile rechts zeigen, wie breit sie werden soll.

Marc Ribolla

Schon vor neun Jahren bei einer Analyse wurde die K412 in die zweitschlechteste Zustandsklasse eingeteilt. Zudem ist besonders im östlichen Teil die Fahrbahn meistens nur 5,3 bis 5,6 Meter breit. Im technischen Bericht steht klipp und klar:

«Örtlich ist das Kreuzen zweier Personenwagen nicht oder nur mit stark reduzierter Geschwindigkeit möglich. Aufgrund der stark reduzierten Sichtweiten kommt es im gesamten Waldabschnitt immer wieder zu gefährlichen Ausweichmanövern.»

Gemeint ist damit die kurvige Passage mit dem Engnis beim Übergang über den Gulibach. «Im Zuge der Sanierungsarbeiten drängt sich somit ein Strassenausbau auf», steht im Bericht.

Zukünftige Fahrbahn wird 6,2 Meter breit sein

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Verbesserung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden. Im Normalfall strebt das BVU auf den Kantonsstrassen eine Breite von 6,5 Metern an. Weil es sich aber bei der K412 um eine Verbindungsstrasse handelt, auf der keine Lastwagen verkehren, wurde die zukünftige Fahrbahnbreite auf lediglich 6,2 Meter festgelegt.

Für die Zufussgehenden wird es unter anderem im Bereich der Einmündung der Herrenbergstrasse in die K412 eine Verbesserung geben. Dort besteht bei der Böschung ein Treppenabgang, der auch als Schulwegverbindung dient. Nun soll eine Querungshilfe realisiert werden.

In diesem Bereich, dem Knoten K412 mit der Herrenbergstrasse (links), gibt es eine Querungshilfe, um den Zufussgehenden die Überquerung vom Treppenabgang an der Böschung (rechts) zu erleichtern.

In diesem Bereich, dem Knoten K412 mit der Herrenbergstrasse (links), gibt es eine Querungshilfe, um den Zufussgehenden die Überquerung vom Treppenabgang an der Böschung (rechts) zu erleichtern.

Marc Ribolla

Gemäss dem technischen Bericht ist vorgesehen, die K412 während der Bauzeit für den Durchgangsverkehr zu sperren. Wann die Sanierung in Angriff genommen wird, ist noch offen. Die heute geltende Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h bleibt auch nach der Sanierung bestehen.

Waldrodung und Landerwerb sind notwendig

Damit das Projekt umgesetzt werden kann, ist es zwingend notwendig, Wald zu roden. «Als Ersatz für die definitiv gerodete Waldfläche wird seitens des BVU eine geeignete Fläche gesucht», heisst es in den Unterlagen zur Ersatzaufforstung. Ebenso muss der Kanton rund 1200 Quadratmeter Land erwerben. Die Baukosten sind auf etwa 6 Millionen Franken veranschlagt.

Im Zuge des beschriebenen Projekts ist übrigens eine weitere angrenzende Sanierung geplant, die ebenfalls zurzeit aufliegt. Es handelt sich um die Fortsetzung der K412 im Ausserortsbereich von Bergdietikon. Der Perimeter umfasst rund 630 Meter Länge, die Baukosten sind auf knapp 5,1 Millionen veranschlagt.

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