Ringen
Doch wieder ein Kantersieg für Freiamt – Urner Gegner wird mit Packung heim geschickt

Die Ringerstaffel Freiamt befindet sich in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft auf gutem Weg Richtung Final. Zum Abschluss der Qualifikationsvorrunde erhielt Schattdorf in Merenschwand eine Lektion erteilt, wie der 27:8-Kantersieg erkennen lässt.

Wolfgang Rytz
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Ringerspektakel in der Sporthalle Merenschwand: Michael Bucher (unten) wirbelt den Urner Renato Kempf durch die Luft.

Ringerspektakel in der Sporthalle Merenschwand: Michael Bucher (unten) wirbelt den Urner Renato Kempf durch die Luft.

Wolfgang Rytz

Die Zertifikatspflicht drückte die Zuschauerzahl auf 250. Davon liessen sich die Freiämter Zweikämpfer nicht beirren und deklassierten die ersatzgeschwächte Ringerriege Schattdorf mit 19 Punkten Differenz.

Bei 8:2-Einzelsiegen musste sich einzig Freiamts Startringer Flurin Meier ohne Beitrag in die Mannschaftswertung abfinden. Gegen den Nachwuchs-EM-Medaillengewinner Thomas Epp war er überfordert und musste sich auf die Schultern zwingen lassen.

Dreimal technische Überlegenheit

Anschliessend fegte in der Sporthalle Merenschwand ein Wirbelwind über die Urner Gäste. Schwergewichtler Christian Zemp sowie Michael Bucher und Pascal Strebel in den mittleren Gewichtsklassen demonstrierten mit technischer Überlegenheit ringerische Klasse. Hinzu kam der Schultersieg nach eineinhalb Minuten von Joel Meier bis 75 kg Freistil.

Aber auch Nino Leutert (13:0-Sieg) und Roman Zurfluh (3:0) gestanden ihrem Gegner nichts Zählbares zu. Der 18-jährige Lokalmatador Kimi Käppeli demonstrierte seine Fortschritte bis 80 kg Freistil. In einer starken zweiten Runde erhöhte er seinen Vorsprung von 2:0 auf 10:2 und steuerte 3:1-Mannschaftspunkte bei. Freiamt-Trainer Marcel Leutert zeigte sich beeindruckt:

«Diesen Sieg hätte ich nicht so deutlich erwartet.»

Taktik perfekt umgesetzt

Im Duell zweier Greco-Internationaler reihte Marc Weber den Urner Nicolas Christen mit geschickter Taktik zu den Verlierern. Die zwei Kraftringer gestanden sich keine Wertungen zu. So entschied je eine Passivität zugunsten des Freiämters.

Weber wartete ab und geriet 0:1 in Rückstand. In der zweiten Hälfte erhöhte er die Kampfintensität und glich aus. Bei 1:1 entschied der letzte Punkt für das Heimteam. «Marc hat unsere Marschroute perfekt umgesetzt», lobte Trainer Leutert.

Dem 18-jährigen Merenschwander Talent Kimi Käppeli (rechts, hier bei einem erfolgreichen Beinangriff) gelang mit 10:2 ein überraschend hoher Punktsieg.

Dem 18-jährigen Merenschwander Talent Kimi Käppeli (rechts, hier bei einem erfolgreichen Beinangriff) gelang mit 10:2 ein überraschend hoher Punktsieg.

Wolfgang Rytz

Ebenfalls Freude bereitete Saya Brunner. Der 16-jährige Auwer Nachwuchsinternationale traf auf den in dieser Saison ungeschlagenen Sven Gamma. Der doppelt so alte Schattdorfer ging 3:0 in Führung, beanspruchte aber am Ende Glück für seinen 4:3-Sieg. Brunner verlor nur, weil er nach einem Kopfstoss Epps kurze Pflege beanspruchte und einen Strafpunkt aufgebrummt erhielt.

«Wenns läuft, dann läufts», kommentierte Marcel Leutert am Schluss den nahezu perfekten Abend. «Ich kalkuliere gegen schwächere Teams bei der Aufstellung immer Reserve ein, damit ich meine Nerven schonen kann», flachste der Freiämter Trainer. Mit einem so hohen Erfolg hatte er aber gegen Schattdorf nicht gerechnet. Selbst in Bestbesetzung wären die Urner aktuell gegen Freiamt chancenlos.

In der Tabelle stehen die Freiämter nach 5 Kämpfen mit 4 Siegen und 8 Punkten als Zweite hinter Willisau (9 Punkte) da. Weiter geht es zum Start der Qualifikationsrückrunde am 9. Oktober auswärts in Hergiswil.

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