Bezirk Bremgarten
Raimond Tellenbach neuer Präsident der Ammänner-Vereinigung – Walter Dubler verabschiedet

Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Bremgarten verabschiedete neun Mitglieder in die politische Pension.

Toni Widmer
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Der Villmerger Gemeinderat Renato Sanvido mit seinem Projektpartner Christoph Thoma.

Der Villmerger Gemeinderat Renato Sanvido mit seinem Projektpartner Christoph Thoma.

Toni Widmer

Der Wahlherbst ist gelaufen, 41 Prozent der Gemeinden im Bezirk Bremgarten haben ab dem 1. Januar ein neues Gemeindeoberhaupt. Sieben bisherige Ammänner und eine Frau Ammann wurden an der traditionellen Herbst-Konferenz der Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Bremgarten offiziell in den (politischen) Ruhestand entlassen: Thomas Endress, Eggenwil, Walter Stierli, Fischbach-Göslikon, Karl Grossen, Oberlunkhofen, Andreas Glarner, Oberwil-Lieli, Matthias Moser, Tägerig, Thomas Meyer, Uezwil, Roger Cébe, Unterlunkhofen, und Béatrice Koller, Jonen.

Offiziell verabschiedet wurde auch der ehemalige Wohler Gemeindeammann Walter Dubler, der ab 1998 Vizepräsident und ab 2006 – bis zur (rechtskräftigen) Amtsenthebung durch den Regierungsrat per 1. März 2017 – Präsident der Gemeindeammännervereinigung gewesen war. «Walter Dubler hat eine lange und beachtliche Amtsdauer hinter sich und stets unser Vertrauen genossen. Ich danke ihm für seinen Einsatz und sein grosses Engagement», lobt ihn Béatrice Koller, die das Gremium seit knapp zwei Jahren leitet.

Mit «Aarau» nicht stets zufrieden

Dubler nahm die Würdigung entgegen, dankte der Gemeindeammännervereinigung seinerseits für «das mir gegenüber stets korrekte Verhalten» und ging in kurzen Worten auf die Vergangenheit ein: «Der Kanton hat gegenüber seinen Amtsträgern auch eine Fürsorgepflicht. Davon habe ich im Laufe der Kampagne gegen mich nichts gespürt», sagte er und forderte die Gemeindeammänner auf, sich an der entsprechenden Stelle dafür einzusetzen, «dass ein Gemeindeammann bei einer solchen Schlammschlacht künftig die nötige Unterstützung aus Aarau bekommt».

Nicht immer zufrieden mit «Aarau», beziehungsweise mit der Gemeindeammännervereinigung des Kantons, sind offenbar auch die Gemeindeammänner aus dem Bezirk Bremgarten. An der Versammlung wurde verschiedentlich Kritik über deren Informationspolitik laut. «Es kann nicht sein, dass wir aus den Medien erfahren, die Aargauer Gemeindeammänner würden zu diesem oder jenem Thema einen Standpunkt vertreten, man aber uns vorgängig gar nie um unsere Meinung gefragt hat», erklärte der Zufiker Ammann Christian Baumann. Bremgartens Stadtammann Raimond Tellenbach, der neu das Präsidium der Bezirks-Vereinigung übernehmen wird und diese auch weiterhin im kantonalen Gremium vertritt, versprach, sich für eine bessere Kommunikation in diesem Bereich einzusetzen.

Nicht zufrieden sind verschiedene Gemeinden auch mit dem Bildungsdepartement. Insbesondere der Sarmenstorfer Ammann Bruno Winkler rügte das Vorgehen des Kantons im Zusammenhang mit der geplanten Aufhebung der Bezirksschule Fahrwangen scharf. Diese Kröte, erklärte er, sei noch keineswegs geschluckt. Der Kreisschulverband Oberes Seetal kläre zurzeit intensiv ab, wie man in dieser Sache weiter vorgehen wolle.

Deutlich glücklicher sind die Gemeindeammänner aus dem Bezirk mit Béatrice Koller. Sie hat die Vereinigung seit dem Ausscheiden von Walter Dubler interimsweise geführt und habe dabei einen tadellosen Job gemacht, wie der Beriker Gemeindeammann Stefan Bossard ausführte, bevor die Runde sich am Schluss der Versammlung zum von der Gemeinde Dottikon offerierten Fondue an die Tische in der Waldhütte setzte.

Referat zum Risiko-Management

Zuvor hatte der Villmerger Gemeinderat Renato Sanvido über ein Thema referiert, das er nicht nur wegen seiner beruflichen Tätigkeit auf diesem Gebiet als wichtig erachtet, sondern auch aufgrund seiner Erfahrung in der Behörde: «Wir haben im Gemeinderat Villmergen den Bereich Risiko-Management näher betrachtet und bald erkannt, dass es in diesem Bereich nicht wenige Lücken gibt, die wir schliessen müssen», stieg er in sein Referat ein, das von den Anwesenden interessiert verfolgt wurde. Die AZ wird in einem separaten Artikel auf das Thema sowie die damit in Villmergen bisher gemachten Erfahrungen zurückkommen.

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