Fischbach-Göslikon
Neuplanung «Widacher» soll dem Reusstaldorf 300 Einwohner mehr bescheren

Die Umzonung des Beerli-Fabrikgeländes in Wohngebiet steckt in der öffentlichen Auflage. Bis jetzt wurden schon einige Hürden im Entstehungsprozess überwunden, andere stehen noch bevor.

Lukas Schumacher
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Gemeindeammann Walter Stierli (rechts) und Stephan Beerli, Mitinhaber vonBeerli Holzwaren, vor dem Fabrikareal, das umgezont werden soll.

Gemeindeammann Walter Stierli (rechts) und Stephan Beerli, Mitinhaber vonBeerli Holzwaren, vor dem Fabrikareal, das umgezont werden soll.

Lukas Schumacher

Aus dem mitten im Dorf gelegenen Fabrikgelände Beerli im «Widacher» soll Wohngebiet werden. Voraussichtlich im Jahr 2017 gibt Beerli Holzwaren den Standort Fischbach-Göslikon auf. Die Gemeindebehörde ist verständlicherweise sehr daran interessiert, dass der «Widacher» weder zu einer trostlosen Industriebrache verkommt, noch dass er in die Hände von Spekulanten fällt.

Vielmehr strebt man auf der 3 Hektaren grossen Fläche eine qualitativ angemessene Wohnüberbauung für rund 300 Personen an. Auch Gewerbenutzungen wie Ladenlokale, Gaststätten und Büros sollen auf dem Gelände ermöglicht werden.

Zwei Hürden gemeistert

Die Neuplanung im «Widacher» ist eine äusserst aufwendige Angelegenheit und mit einem veritablen Hürdenlauf verbunden. Die beiden ersten Hürden, das Mitwirkungsverfahren und die kantonale Vorprüfung, übersprang das Vorhaben mühelos. Während des Mitwirkungsverfahrens in Fischbach-Göslikon gingen bloss zwei kleinere Begehren ein.

Gute Noten erhielt die vorgesehene «Widacher»-Entwicklung bei der kantonalen Vorprüfung. Dritte Planungshürde des Vorhabens stellt die öffentliche Auflage im Gemeindehaus Fischbach-Göslikon dar, die Anfang Oktober anlief. Noch bis zum 3. November können Dorfbewohner Einwendungen machen.

Hürde Nummer 4 folgt an der Gemeindeversammlung vom 27. November, auch wenn allfällige Einwendungen noch nicht bereinigt sein sollten. Am 27. November wird abgestimmt über die Umteilung der Gewerbezone Widacher in eine Spezialzone Widacher und über die abgeänderte Bau- und Nutzungsordnung.

Erteilt die «Gmeind» grünes Licht und bringen die kantonalen Fachstellen danach keine Vorbehalte an, wird 2015 die fünfte Hürde in Angriff genommen: ein Gestaltungsplan-Wettbewerb für Architekten. Man geht davon aus, dass der Wettbewerb ein Jahr dauern wird. Frühestens im Jahr 2018 werden erste Baumaschinen im «Widacher» auffahren.

Fi-Gö gedeiht prächtig

Die neue Siedlung soll nicht innert kurzer Zeit aus dem Boden gestampft, sondern in einigen Bauetappen während mehrerer Jahre realisiert werden. Das beachtliche erwartete Wachstum im «Widacher» und in weiteren Ortsteilen – heute hat Fischbach-Göslikon rund 1600 Einwohner – will die Gemeindebehörde durch einen schrittweisen Ausbau der Infrastruktur auffangen.

Dass das Reusstaldorf einst die Marke «2000 Einwohner» übertreffen wird, zeichnet sich ab. Die Frage ist nur, wann es so weit sein wird. Im Jahr 2013 wies Fischbach-Göslikon prozentual das höchste Bevölkerungswachstum im Freiamt mit 7,2 % auf.

Abstimmungsreif: Radweg und Spitex-Vereinbarung

Die am 27. November tagende Gemeindeversammlung Fischbach-Göslikon stimmt nicht nur über die Umzonung des Fabrikgeländes Widacher und das Budget 2013 mit dem unveränderten Steuerfuss von 103 % ab. Ein wichtiges Geschäft wird der geplante neue Radweg zwischen Fischbach-Göslikon und dem Gnadenthaler-Kreisel entlang der Landstrasse sein.
Die Gesamtkosten des neuen Radwegs betragen 1,716 Mio. Franken. Die eine Hälfte finanziert der Kanton Aargau, die andere Hälfte müssen die zwei Gemeinden Fischbach-Göslikon und Niederwil tragen. Beim Kostenteiler einigten sich die Gemeinderäte der zwei Nachbargemeinden auf einen Viertel zulasten von Niederwil und drei Viertel zulasten von Fischbach-Göslikon. Folglich befindet die «Gmeind» Fischbach-Göslikon über einen Kreditanteil von 643 500 Franken und die «Gmeind» Niederwil über einen Anteil von 214 500 Franken; in Niederwil findet die Gemeindeversammlung am 24. November statt.
An beiden Gemeindeversammlungen gelangt zudem die Leistungsvereinbarung zwischen den zwei Einwohnergemeinden und der Spitex Niederwil/Nesselnbach, Fischbach-Göslikon zur Abstimmung.
Im Weiteren wird in Fischbach-Göslikon über eine kleine Pensenerhöhung des Schulsekretariats befunden. Das Sekretariat soll von 30 % auf 35 % aufgestockt werden. Informationen zum Projektstand «Räume für schulergänzende Angebote» runden das «Gmeind»-Programm ab. (sl)

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