Mutschellen
Schon über 3200 Unterschriften: Petition für Hallenbad bei der Burkertsmatt stösst auf grosses Interesse

Eine Interessensgemeinschaft strebt die Erweiterung der Mutscheller Sportanlage Burkertsmatt mit einem Hallenbad an. Eine entsprechende Petition ist lanciert. Bereits sind mehrere tausend Unterschriften eingegangen.

Marc Ribolla
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Urs Schweizer ist Präsident der IG Hallenbad Mutschellen, das hier neben der Burkertsmatt-Halle geplant wäre.

Urs Schweizer ist Präsident der IG Hallenbad Mutschellen, das hier neben der Burkertsmatt-Halle geplant wäre.

Marc Ribolla

Die blauen Banner mit der Aufschrift «Ja! für ein Hallenbad Mutschellen» prägen zurzeit das Strassenbild in den Gemeinden am Mutschellen. An vielen Orten machen sie aufmerksam auf ein Projekt, das wiederbelebt werden soll. Noch sollen die Banner aber keine Parole für eine anstehende Volksabstimmung verbreiten, sondern für eine kürzlich lancierte Petition Werbung machen.

Hinter der Petition steckt die vergangenen Oktober gegründete Interessengemeinschaft «IG Hallenbad Mutschellen», die zurzeit vom Rudolfstetter Urs Schweizer präsidiert wird. Er gehört zu den Initianten, die ein altes Begehren wieder aufs Tapet bringen. Schweizer war früher Vorstandsmitglied des Gemeindeverbands Burkertsmatt und auch OK-Chef des Eröffnungsfestes der Sportanlage vor zehn Jahren.

Hallenbad und Eishalle waren früher schon einmal angedacht

Bereits vor drei Jahrzehnten sei bei der Planung der Burkertsmatt nebst der mittlerweile realisierten Dreifachturnhalle und der Leichtathletik- und Fussballanlage ein Hallenbad und eine Eishalle angedacht gewesen, sagt Schweizer. Aus Kostengründen fielen die beiden Letzteren beim Bau dann aus den Traktanden.

«Ein Hallenbad auf dem Mutschellen entspricht einem Bedürfnis der Bevölkerung», sagt Schweizer. Die bisher eingegangenen Unterschriften scheinen dies zu bestätigen. Rund drei Wochen nach der Lancierung der Petition auf der Website hallenbad-mutschellen.ch und dem Versand von 8500 Unterschriften-Bögen in den Gemeinden Widen, Berikon, Rudolfstetten, Oberwil-Lieli und Bellikon ist der Initiant hocherfreut. Er sagt:

«Bis Montagmorgen kamen schon über 3200 Unterschriften zusammen. Das ist unglaublich.»

Obwohl jede Person egal welchen Alters, Nationalität oder Wohnort die Petition unterschreiben darf, seien fast alle aus der Region. Schweizer sagt: «Rund 98 Prozent stammen vom Mutschellengebiet selbst. Besonders viele Unterschriften erhalten wir von Leuten aus Oberwil-Lieli.»

Am 29. Mai und 5. Juni veranstaltet die IG zusätzlich Standaktionen, um weitere Unterschriften zu generieren. Mitte Juni sollen sie dann den drei Gemeinderäten der Burkertsmatt-Trägergemeinden Widen, Rudolfstetten und Berikon überreicht werden. Ziel der Petition ist die Aufnahme des politischen Prozesses für den Hallenbadbau. Urs Schweizer sagt:

«Meine Hoffnung ist, dass die Unterschriften die Gemeinderäte überzeugen und sie dem Abgeordnetenverband den Vorschlag zur Ausarbeitung einer Projektierungsvorlage unterbreiten.»

Das neue Hallenbad könnte unmittelbar an die bestehende Dreifachhalle angebaut werden, im Bereich des heutigen Beachvolleyfeldes. Die Wünsche der IG umfassen unter anderem ein 25-Meter-Becken mit sechs bis acht Bahnen, einer Sprunganlage mit 3-Meter-Turm, ein Lehrschwimmbecken und weiteren Einrichtungen wie Räume für Physiotherapie oder Vereinssitzungen.

In diesem Bereich wäre das Hallenbad vorgesehen. Die Beachvolleyfelder würden verlegt werden.

In diesem Bereich wäre das Hallenbad vorgesehen. Die Beachvolleyfelder würden verlegt werden.

Marc Ribolla

Lehrplan 21 verlangt obligatorischen Schwimmunterricht

Doch weshalb braucht es überhaupt ein Hallenbad? Schweizer, ein ehemaliger Wasserballer, sagt: «Ich mache es für die Kinder. Der Schwimmunterricht ist obligatorisch im neuen Lehrplan 21 festgehalten und kann heute nicht umgesetzt werden. Generell würde es einen Mehrwert bringen.» Daneben würde auch die ältere Bevölkerung profitieren, indem Kurse wie Aquafit angeboten werden könnten oder allgemein Wassersport und Schwimmen für alle ermöglicht werde. Die Burkertsmatt-Anlage wäre so auch tagsüber besser ausgelastet.

Für die IG steht fest, dass ein Hallenbad mit grob geschätzten Baukosten von 22 Millionen Franken und auch die folgenden jährlichen Betriebskosten ohne eine zwingende Steuererhöhung finanziert werden könnte. Entsprechende Landreserven sind auf der Burkertsmatt bereits vorhanden.

Urs Schweizer ist optimistisch, dass in den kommenden Jahren ein Hallenbad am Mutschellen realisiert werden kann. Er meint angesichts der finanziell potenten Gemeinden:

«Wenn der Mutschellen kein Hallenbad finanzieren kann, wer dann?»

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