Mutschellen
Hallenbad-Projekt nimmt erste Hürde: Burkertsmatt-Abgeordnete sagen knapp Ja zum Neubau

Die Realisierung eines Hallenbads bei der Mutscheller Sportanlage Burkertsmatt rückt ein kleines Stückchen näher. Die Abgeordnetenversammlung stimmte dem grundsätzlichen Antrag zu. Nun wird es an den Gemeinderäten und dem Stimmvolk der beteiligten Gemeinden liegen.

Marc Ribolla
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Das neue Hallenbad bei der Burkertsmatt könnte direkt neben der bestehenden Dreifachhalle angebaut werden.

Das neue Hallenbad bei der Burkertsmatt könnte direkt neben der bestehenden Dreifachhalle angebaut werden.

Marc Ribolla (10.5.2021)

4500 Leute in der Region Mutschellen möchten ein Hallenbad. Das zeigten sie im vergangenen Jahr mit ihrer Unterschrift. Die Interessengemeinschaft (IG) Hallenbad Mutschellen reichte im Juni eine entsprechende Petition bei den drei Gemeinderäten von Widen, Berikon und Rudolfstetten-Friedlisberg ein. Sie verlangt ein Hallenbad bei der regionalen Sportanlage Burkertsmatt. Die IG brachte damit den politischen Prozess ins Rollen.

Nun haben sich am Mittwoch die 24 anwesenden Mitglieder der Abgeordnetenversammlung (AV) des Gemeindeverbands Burkertsmatt in ihrer ersten Zusammenkunft in der neuen Legislatur bereits mit dem Thema auseinandergesetzt. Für die Zustimmung war somit ein einfaches Mehr von 12 Stimmen nötig. Mit einem sehr knappen Resultat von 13 Ja- gegen 7 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen gab die AV prinzipiell grünes Licht für den Hallenbad-Bau.

Souverän soll an den Sommergmeinden abstimmen

Bei der Diskussion vor der Abstimmung gab es in der Aula der Kreisschule Mutschellen kontroverse Meinungen. Denn die Antragsformulierung des Verbandsvorstands lautete: «1. Stimmen die Abgeordneten des Gemeindeverbandes Burkertsmatt dem Bau eines Hallenbads auf dem Gelände der Burkertsmatt zu?» und weiter: «Im Falle eines Ja zu 1. sollen die Gemeinderäte der Verbandsgemeinden anlässlich der Sommergmeinden den Souverän über diese Frage abstimmen lassen.»

Urs Schweizer, Präsident IG Hallenbad Mutschellen (Zweiter von rechts), übergab im Juni 2021 die 4565 Unterschriften an die Gemeinderäte Stefan Strebel (Oberwil-Lieli), Peter Spring (Widen), Sascha Käppeli (Rudolfstetten) und Stefan Bossard (Berikon, von links).

Urs Schweizer, Präsident IG Hallenbad Mutschellen (Zweiter von rechts), übergab im Juni 2021 die 4565 Unterschriften an die Gemeinderäte Stefan Strebel (Oberwil-Lieli), Peter Spring (Widen), Sascha Käppeli (Rudolfstetten) und Stefan Bossard (Berikon, von links).

Andrea Weibel (24.6.2021)

Vorstandspräsident Marcel Signer erläuterte: «Der Vorstand schlug den drei Gemeinderäten vor, an den Gmeinden einen Vorprojektierungskredit von 60'000 Franken zu beantragen, um herauszufinden, welche überhaupt die Bedürfnisse beim Hallenbad sind.» Dies sei aber abgelehnt worden. Die Räte seien der Ansicht, man brauche zuerst die Meinung des Souveräns, ob man überhaupt ein Hallenbad wolle, bevor man Geld ausgebe, so Signer.

Rudolfstettens Gemeinderatsvertreter in der Versammlung, Patrik Luther, kritisierte die zu schwammige Formulierung des Hallenbad-Antrags und gab einiges zu bedenken. «Über was würde der Souverän im Sommer abstimmen? Die 4500 Unterzeichnenden wären nicht zufrieden, wenn wir einfach eine Grundsatzfrage stellen. Wir wissen aber jetzt nicht, was es kostet oder wie hoch die Betriebskosten wären. Man muss seriös planen, damit es am Ende eine Chance hat», meinte Luther. Sein Antrag, das Hallenbad-Traktandum zurückzuweisen und zu verschieben, wurde von der Versammlung mit nur 4 Ja-Stimmen verworfen.

Bleibt noch genügend Kapazität für eventuell zusätzliche Fussballplätze?

Kritische Votanten warfen weiter ein, dass die Standortfrage zuerst abgeklärt werden sollte. Es stelle sich die Frage, ob das Hallenbad bei der Burkertsmatt am richtigen Ort sei, oder wäre ein zentraler Platz zum Beispiel bei der Kreisschule Mutschellen nicht idealer. Zudem müsse sich dann auch Oberwil-Lieli finanziell beteiligen und die Kosten könnten auf vier Gemeinden aufgeteilt werden. Oder auch: «Haben wir bei einem Ja auf der Burkertsmatt noch genügend Kapazität für zusätzliche Turnhallen oder Fussballplätze beim erwarteten Wachstum?»

Diese Befürchtungen teilte die Mehrheit der Abgeordneten offenbar nicht. Das Projekt Hallenbad geht jetzt einen Schritt weiter. Der Burkertsmatt-Gemeindeverband wird nun die drei Gemeinderäte über den positiven Entscheid in Kenntnis setzen. Deren nächste Aufgabe ist es anschliessend – gewiss im Austausch mit dem Vorstand –, einen Abstimmungsantrag an die Sommergmeinden zu bringen, der beim Souverän auf Gegenliebe stösst. Um Zahlen oder konkrete Geldsummen für einen Projektierungskredit wird es dabei aber kaum schon gehen.

Einsprachen gegen Pumptrack wegen möglicher Lärmemissionen

Nebst dem Hallenbad beschäftigte sich die Abgeordnetenversammlung auch mit formellen Belangen. Als neuer Präsident der AV wurde der bisherige Vizepräsident Chris Springer gewählt, neuer Vize ist Marc Bosshard. Der zehnköpfige Vorstand besteht aus Marcel Signer (Präsident), Peter Müller, Christian Meier, Michael Wiederkehr, Urs Humbel, Adrian Hunziker, Chris Springer sowie den Gemeinderatsvertretern Petra Oggenfuss, Patrik Luther und Beat Suter.

Für den geplanten und vom Souverän genehmigten Bau einer Pumptrackanlage bei der Burkertsmatt wurde nun eine Baukommission gegründet. Die Ausführung wird sich aber etwas verzögern. In der öffentlichen Auflagefrist sind drei Einsprachen von Anwohnenden eingegangen. Dabei stehen mögliche Lärmemissionen im Vordergrund.

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