Auw
Lebensfreude aus der alten Mühle: «Schön, dass es mich gibt»

Mit kreativen Ideen und Dingen für jeden Tag beliefern die Gründerinnen von Leben-dig die ganze Schweiz. Sie wollen die Herzen ihrer Kunden erwärmen und ihnen Selbstvertrauen schenken.

Andrea Weibel
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Yvonne Locher (links), Doris Müller und Andrea Oechslin (fehlt auf dem Bild) wollen mit ihrem Laden «Freude schenken und Herzen berühren».

Yvonne Locher (links), Doris Müller und Andrea Oechslin (fehlt auf dem Bild) wollen mit ihrem Laden «Freude schenken und Herzen berühren».

Andrea Weibel

«Schön, dass es mich gibt.» Dieser Satz, auf einer Teetasse oder Postkarte, polarisiert. Einige Leute finden ihn vollkommen daneben. Doch wer sich auf die Welt von Leben-dig einlässt, merkt bald, wie wahr er ist. Er soll nicht das Ego, sondern das Selbstvertrauen stärken und ganz einfach glücklich machen.

Denn genau das ist es, was die drei Frauen hinter der kleinen Auwer Firma anstreben. So lautet ihr Motto denn auch: «Freude schenken, Herzen berühren, leben-dig sein.» Und das bewirkt ihr kleiner Laden an der Alikonerstrasse 6. Hölzerne Bilderrahmen, Tassen, Teedosen und Karten, alle mit motivierenden, inspirierenden Sprüchen versehen, bauen das Selbstvertrauen auf. Strahlende Gesichtchen, viele Herzen, Sterne und Blumen sowie Lämpchen aller Art erwärmen das Gemüt.

Einige Impressionen von «leben-dig».
11 Bilder
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».
Einige Impressionen von «leben-dig».

Einige Impressionen von «leben-dig».

Andrea Weibel

Es sind Kleinigkeiten, ganz viele Kleinigkeiten, die die Regale, Wände und Böden der 300-jährigen Mühle in Auw bevölkern. Und selbst nach der siebten Runde durch den Laden entdeckt man noch neue Kleinigkeiten, die schmunzeln lassen. Dafür stehen die drei Gründerinnen Doris Müller, die Designs und Sprüche entwirft, Yvonne Locher, die auf der Website treffend als «die Internette» genannt wird, und Andrea Oechslin, die den beiden als Bürofee die nicht ganz so kreative Arbeit abnimmt, ohne die es eben auch nicht geht.

«Wir sind ein wunderbares Trio», sagt Doris Müller. Dabei hat die Erfolgsgeschichte, die bereits neun Jahre andauert, ebenso lebensfroh begonnen: auf einem Auwer Spielplatz.

Spontan eine Firma gegründet

«Ich hatte schon zuvor einen Geschenkladen in Baar», erzählt die gelernte Floristin Müller. «Den habe ich aufgegeben, weil ich reisen wollte.» Anschliessend bekam sie zwei Mädchen, zog mit ihrem Mann nach Auw, gab aber weiterhin Kreativkurse, «denn ich möchte die Kreativität auch in anderen wecken». Mit einer Kursteilnehmerin, Andrea Oechslin, sass sie zusammen auf dem Spielplatz, wo sie ihren Kindern zuschauten.

«Sie fand meine Kreationen so toll, dass sie sagte, ich müsse unbedingt eine Firma gründen.» Müller sträubte sich, weil sie so ungern Rechnungen und andere Büroarbeiten erledigte. «‹Das mache ich›, sagte Andrea spontan. Wir lachten beide und fanden, jetzt fehle uns nur noch jemand für unsere Website. Da meldete sich Yvonne, die ebenfalls neben uns sass. Und schon war die Idee geboren.» Das war im August 2007.

Alles ging ganz schnell

Für ihre erste Kartenserie fand sie einen Verlag, «doch es gefiel mir nicht, wie sie die Bilder verarbeiteten», also liessen die drei Frauen ihre Karten von da an selber im Freiamt drucken. Danach lernte Müller eine Fotokünstlerin kennen, deren Karten ihr so gefielen, dass sie ihr das per Mail mitteilte. «Sie war so liebenswürdig, dass sie mir einfach so einige ihrer Karten schickte», erinnert sich Müller. «Zum Dank schickte ich ihr einige meiner Karten zurück.»

Etwas Besseres hätte sie nicht tun können, denn «ihr gefielen meine Kreationen so gut, dass sie uns einlud, mit ihr einen Stand an einer grossen Händlermesse zu teilen, bei der man sich sonst eher hinten anstellen muss», lacht die 45-Jährige.

Dort wurden sie dann auch von der Herboristeria, einer Teefabrik aus Ebikon, entdeckt, die seit damals Teedosen mit den Leben-dig-Designs in Apotheken und Drogerien in der ganzen Schweiz verkauft. «Es ist unglaublich, wie schnell das alles ging. Und meine Familie und ich müssen jedes Mal lachen, wenn wir irgendwo im Urlaub sind und in den Apotheken zufällig wieder über meine Zeichnungen stolpern.»

Jede Menge Frauenpower

Bald schon merkten die drei Frauen, dass bei ihnen daheim schlicht nicht mehr genug Platz für all die Dinge war, die sie auch an Papeterien und andere Läden lieferten. «Wir wollten aber nicht einfach ein seelenloses Lager, sondern viel lieber einen hübschen Laden. Und als die Yoga-Kurse aus der alten Mühle in Auw auszogen, haben wir uns sofort in die Räume verliebt.» Heute beliefern sie von hier aus gut 250 Geschäftskunden und unzählige Private.

«Jede Tasche und jedes Couvert beschreiben und bemalen wir noch immer mit viel Liebe von Hand. Auch solche Details sind uns wichtig.» Stoffherzchen näht eine weitere Auwerin für sie, während ihnen wieder andere im Verkauf helfen. «Wir sind mittlerweile eine ganz tolle Gruppe von Frauen, die Spass haben an dem, was sie tun, und dabei auch noch anderen Freude bereiten. Genau so soll es doch sein.»

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