Villmergen
Kinder erobern neues Schulhaus – dieses besticht mit neuem Raumkonzept

Am Mittwoch haben die Mittelstufenschüler ihr neues Schulhaus in Beschlag genommen – sie fühlen sich schon pudelwohl. Die offizielle Einweihung folgt im September.

Andrea Weibel
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Der neue Spielplatz, der vom Murimoos stammt, wurde schon von den glücklichen Schülern eingenommen.

Der neue Spielplatz, der vom Murimoos stammt, wurde schon von den glücklichen Schülern eingenommen.

Andrea Weibel

Noch vor wenigen Wochen war das neue Mittelstufenzentrum Mühlematten ein eher trauriger Betonklotz, umzingelt von Baggern und Kränen. Heute sieht das komplett anders aus: Trotz anfänglichen Verzögerungen haben die Bagger ihr Werk pünktlich aufs neue Schuljahr vollendet und den Platz für die knapp 300 Kinder geräumt, die am Mittwoch ihren ersten Schultag im neuen Schulzentrum feiern durften. Und eine Feier war es tatsächlich: Nachdem jede Klasse separat durch einen Vorhang feierlich das neue Gebäude betreten durfte, sangen sie alle gemeinsam ein Lied, das eigens zu Ehren des Mühlematten geschrieben worden ist.

An ihrem ersten Schultag funkeln die meisten Kinderaugen sowieso. Aber diesmal schienen die Gesichter noch etwas mehr zu leuchten, denn die Mittelstüfler konnten erstmals das vollkommen neue Schulhaus erkunden. Und zwar in Finken, denn: «Das Mühlematten ist ein Finkenhaus», sagte Stufenleiter Guido Arnet.

Freundlichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft, mit diesen drei guten Vorsätzen soll das neue Schulzentrum gefüllt werden. Und natürlich mit Leben und Farbe. Als Zeichen der Eröffnung erhielt jede Klasse einen grossen Schlüssel aus Zopf. «Das ist euer Schlüssel fürs Klassenzimmer und auch gleich euer erstes Znüni», freute sich Arnet.

Neues pädagogisches Konzept

Die Räume im neuen Schulhaus sind hell und freundlich, die Holzdecken und grossen Fensterfronten tragen viel dazu bei. Spannend ist aber vor allem das neue Raumkonzept, erklärt Markus Keller, Präsident der Baukommission Mühlematten. «Die Raumaufteilung ist so konzipiert, dass es pro zwei Klassenzimmer einen Gruppenraum gibt, den sich die Klassen teilen, und der diese beiden Klassenzimmer miteinander verbindet. Aber nicht mit Wänden und Türen – die jeweils zwei Schulzimmer sind räumlich nur durch Büchergestelle oder Ähnliches getrennt. Das erlaube auch klassenübergreifendes Arbeiten, fordere von den Schülerinnen und Schülern aber grössere Rücksichtnahme.

Keller ist ein grosser Fan des neuen pädagogischen Konzepts: «Wir haben neu auch sogenannte UT-Zimmer, also Räume für jeweils vier Lehrpersonen, die gemeinsam ein Unterrichtsteam bilden. Die Lehrperson soll nicht mehr Königin oder König im Schulzimmer sein, sondern mit anderen zusammenarbeiten. Das gesamte Konzept macht für mich absolut Sinn – auch wenn ich kein Pädagoge bin», sagt Keller.

Das neue Schulhaus – von aussen ein Betonklotz – ist innen gemütlich und hell.

Das neue Schulhaus – von aussen ein Betonklotz – ist innen gemütlich und hell.

Andrea Weibel

Nur ein kleines Problem

Die öffentliche Einweihung findet am 16./17. September statt, auch Regierungsrat Alex Hürzeler wird dabei sein. «Dann lassen wir die Räume nicht leer: Unsere Schüler bespielen sie gemeinsam mit der Theatergesellschaft Villmergen. Wir konnten dafür den Regisseur Paul Steinmann engagieren. Das wird eine ganz tolle Sache», freut sich Schulleiter Claudio Fischer. Bis dahin gehört das neue Schulzentrum ganz den Schülerinnen und Schülern in den 14 Schulklassen. Sie scheinen Spass daran zu haben. Nur ein Problem hatten am Mittwochmorgen noch viele von ihnen: «Wo ist das WC?» Aber auch dieses Problem konnte rasch gelöst werden.

Pünktlich fertig trotz Verzögerungen

Das Schulzentrum Mühlematten stand immer unter einem guten Stern, ich finde, das spürt man auch drinnen», sagt Markus Keller, Präsident der Baukommission. Damit meint er nicht, dass alles immer perfekt gelaufen wäre, das ist es nicht. Erst hielt eine Einsprache das Projekt auf, dann war es das schlechte Wetter im ersten Halbjahr 2016. «Aber am Ende hat alles gepasst, wir sind pünktlich fertig und fanden für alles eine gute Lösung.»

Er spricht vor allem auch den Platzmangel an. Das Schulzentrum sollte für 16 Klassen konzipiert werden, aus finanziellen Gründen wurden dann aber drei Zimmer gestrichen. Nun sind es dennoch 14 Klassen, die im Mühlematten unterrichtet werden. «Wir haben das textile Werken in den Pavillon nebenan umquartiert», erklärt Keller. Schulleiter Claudio Fischer hält fest: «Das läuft gut. Die drei leeren Räume im Pavillon werden wir als Überlauf nützen, wo Klassen aus den Schulhäusern Dorf und später Hof untergebracht werden können, deren Schulzimmer umgebaut werden.» 2018 soll mit den Arbeiten im «Dorf» gestartet werden.

Das neue Schulzentrum Mühlematten besteht neben Klassen- und Gruppenräumen sowie Spezialzimmern für Werken und Naturkunde, Büros und weiteren Räumen aus einer Doppelturnhalle, einem Allwetterplatz in leuchtendem Blau, einem Spielplatz und einem grossen Naturbereich. Die Baukostenschätzungen belaufen sich auf rund 23,1 Millionen Franken, also etwa 1,7 Millionen weniger als budgetiert. (aw)

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