Jonen
Neue Nutzungsplanung: Dorfkern wird zweigeteilt und Gestaltungspläne für vier Quartiere vorgesehen

Die Gemeinde Jonen arbeitet an der Gesamtrevision der Nutzungsplanung. Nun liegt die Vorlage bis Mitte Februar öffentlich auf. Sie soll die Dorfentwicklung in den nächsten rund 20 Jahren prägen.

Marc Ribolla
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Blick ins Dorfzentrum von Jonen.

Blick ins Dorfzentrum von Jonen.

Melanie Burgener (12. Februar 2019)

Rund alle 15 Jahre sollte eine Gemeinde ihre Nutzungsplanung im Schnitt revidieren und den neuesten Entwicklungen anpassen. Die letzte Gesamtrevision passierte in Jonen 2002.

Die aktuelle Überarbeitung ist mittlerweile seit sieben Jahren auf Kurs. Vor rund zwei Jahren lief das öffentliche Mitwirkungsverfahren, in dem sich die Jonerinnen und Joner mit Vorschlägen einbringen konnten – was rege genutzt wurde.

Anschliessend folgte eine Vorprüfung durch den Kanton, die vergangenen Oktober beendet wurde. Nun liegt die gesamtrevidierte Nutzungsplanung mit Bauzonenplan, Kulturlandplan und der Bau- und Nutzungsordnung noch bis zum 15. Februar öffentlich auf.

Sämtliche Unterlagen sind auf der Gemeindewebsite verfügbar

Wegen der Coronapandemie ist aktuell keine öffentliche Infoveranstaltung möglich. Dem Gemeinderat sei es aber ein Anliegen über die wichtige Planung angemessen zu orientieren. Auf der Gemeindewebsite sind deshalb sämtliche Unterlagen verfügbar, inklusive eines rund 15-minütigen Info-Videos.

Je nach Verlauf des Verfahrens stellt der Gemeinderat eventuell noch dieses Jahr eine ausserordentliche Gmeind zur Genehmigung der Nutzungsplanung in Aussicht. Gemeinderat Luigi Alberti erklärt im Video auf der Website Jonens:

«Der Gemeinderat hat sich bei der Revision einige Leitlinien gesetzt. Der Charakter des Dorf Jonen, der zur Lebensqualität beiträgt, soll erhalten bleiben und sichtbar bleiben.»

Als Beispiel sei eine generelle Aufzonung nicht zielführend, weil die Siedlungsqualität so nicht verbessert werde. Stattdessen sind Gebiete mit höherem, hochwertigem Entwicklungspotenzial bestimmt worden. Zu diesen Arealen mit zukünftiger Gestaltungsplanpflicht gehören das «Feld Nordost», «Wigass», «Sonnenrain» und «Radmühle».

Für alle diese Zonen sind neu Ziele formuliert. Aus der bisherigen reinen Gewerbezone «Radmühle» soll zum Beispiel eine «Gemischtzone Wohnen und Gewerbe» entstehen – da deren Erschliessung durch ein Wohnquartier verläuft.

Dorfkern wird neu in zwei Kernzonen geteilt

Ebenfalls von Bedeutung: Das Ortsbild Jonens ist auch im «Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz» registriert. Bisher bestand der Dorfkern aus einer einzigen Kernzone. Auch hier gibt es eine von vielen Anpassungen.

Der Dorfkern wird neu in zwei Kernzonen aufgeteilt, «um der Entwicklung passender Rechnung tragen zu können», erläutert Alberti. Jonen geht in einer Prognose davon aus, dass die Einwohnerzahl von zurzeit rund 2200 bis ins Jahr 2040 auf 2586 anwachsen wird.

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