Wohlen
Hilfskonvoi von Anschlägen in der Ukraine nicht betroffen

Als am Freitag in Dnjepropetrowsk Bomben explodierten, war auch Marianne Piffaretti aus Wohlen in der Ukraine. Sie betont aber: «Auf die humanitäre Hilfe des Vereins Help-Point Sumy hat dies keine Auswirkungen.»

Fabian Hägler
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Marianne Piffaretti, hier im Sommer 2011 in Sumy, fühlt sich in der Ukraine weiterhin sicher.

Marianne Piffaretti, hier im Sommer 2011 in Sumy, fühlt sich in der Ukraine weiterhin sicher.

fh/archiv

Die Wohlerin Marianne Piffaretti, Präsidentin des Vereins Help-Point Sumy, hält sich seit einer Woche in der Ukraine auf. «Von den Bombenanschlägen habe ich durch meine Tochter erfahren, die mich aus der Schweiz besorgt angerufen hat», sagt Piffaretti, als die az Aargauer Zeitung sie gestern Montag in Kiew am Mobiltelefon erreicht.

In Sumy, der Stadt im Nordosten des Landes, wo der Freiämter Verein seit 2005 humanitäre Hilfe leistet, seien die Bomben jedoch kein Thema gewesen. «Dnjepropetrowsk ist ein paar hundert Kilometer von hier entfernt, in Sumy haben die Menschen zwar die Nachricht von den Anschlägen mitbekommen, sie sind aber nicht unmittelbar davon betroffen», erklärt Piffaretti. Dasselbe gilt für den humanitären Hilfskonvoi des Vereins Help-Point Sumy, der am vergangenen Dienstag in der ukrainischen Stadt eingetroffen war. «Es gab am Freitag oder nachher keine besonderen Massnahmen der Sicherheitskräfte, wir fühlten uns auch nicht unsicher oder bedroht», erklärt Piffaretti.

Keine speziellen Kontrollen

Dies bestätigt auch Konvoileiterin Beatrice Portmann, die mit ihren 21 Mitfahrern und 11 Camions gestern Montag auf der Fahrt von Polen in Richtung deutsche Grenze war. «Für uns verlief alles wie gewohnt, auch am ukrainischen Zoll gab es für uns keine speziellen Kontrollen», sagt Portmann. Sicherheitsbedenken habe sie keine gehabt, «abgesehen von den
üblichen Schlaglöchern und dem schlechten Zustand mancher Strassen», schmunzelt die Konvoileiterin.

Piffaretti, die gestern den Schweizer Botschafter in Kiew traf, ergänzt: «Auch bei diesem Gespräch waren die Bombenanschläge kein Thema.» Vielmehr habe sich der Botschafter für die humanitäre Hilfe aus der Schweiz interessiert und dem Verein Help-Point Sumy seine volle Unterstützung zugesichert. Die Stimmung der Menschen und auf der Strasse in Kiew ist laut Piffaretti ebenfalls nicht von Angst oder Unsicherheit geprägt. «Das Leben pulsiert wie immer», beschreibt sie.

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