Bremgarten
Griffige Ideen zur Stadtentwicklung von Bremgarten

Grosses, langfristiges Vorhaben im Reussstädtchen: Die Zürcherstrasse und benachbarte Areale sollen in 20 bis 30 Jahren ein ganz anderes Gesicht haben als heute. Per Rahmenplan soll das Gebiet der Zürcherstrasse eine markante Aufwertung erfahren.

Lukas Schumacher
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Vision anno 2040: Zürcherstrasse mit Freiluft-Postautohaltestellen, neuen Gebäuden und dem Spittelturm im Hintergrund. Skizze: zvg

Vision anno 2040: Zürcherstrasse mit Freiluft-Postautohaltestellen, neuen Gebäuden und dem Spittelturm im Hintergrund. Skizze: zvg

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In mehreren Planungsschritten will der Stadtrat die ambitiöse städtebauliche Umgestaltung vorantreiben. Die Richtschnur dazu – der Rahmenplan Zürcherstrasse – liegt vor. Künftige Bauprojekte und Feinplanungen bei der Zürcherstrasse sollen auf den Rahmenplan abgestimmt werden. Bei der Zusammenstellung des Plans arbeiteten auch Fachleute des Kantons Aargau und Dieter Zumsteg vom Stadtzürcher Raumplanungsbüro Planwerkstadt mit.

Mehr Wohnungen, neuer öV-Knoten

Mit dem Rahmenplan sind mehrere, teilweise visionär anmutende Kernaussagen verknüpft. So sollen an der vorzüglich erschlossenen Zürcherstrasse mehr Wohnungen und diverse Erdgeschossnutzungen für Läden, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe entstehen. Südlich der Zürcherstrasse, auf der Bahnhofseite, will man lang gezogene Baukörper anordnen, mit Büro- und Wohnnutzungen in den Obergeschossen. Beim neuen Bahnhofgebäude ist ein zentraler öV-Knoten mit Postautohaltestellen vorgesehen.

Die rege befahrenen Zürcherstrasse, wo heute täglich rund 10 000 bis 11 000 Motorfahrzeuge rollen, soll weiterhin als Erschliessungs- und Zufahrtsstrasse dienen. Aufgewertet werden soll der Strassenraum, und zwar mit Angeboten für alle Verkehrsteilnehmer, also auch für Velofahrer, denen heute nicht einmal ein Radstreifen zur Verfügung steht.

«Grosses Verdichtungspotenzial»

Raumplaner Zumsteg bezeichnet das Verdichtungspotenzial in Bahnhofnähe als beachtlich gross. Falls das in der Wohnzone gelegene Bahndepot verlegt werden könne, würde die Verdichtung noch optimiert. Auch längs der nördlichen Seite der Zürcherstrasse, auf der Seite der Aargauischen Kantonalbank, ist ein Bebauungskonzept vorhanden. Neue Einzelgebäude in lockerer Form, teilweise ebenfalls mit Dienstleistungsangeboten im Parterre, werden hier angestrebt. Wenn immer möglich sollen die Zwischenräume der Gebäude als öffentliche Freiräume genutzt werden können. Ausserdem sollen attraktive Plätze zum Verweilen einladen und Passanten einen direkten Blick auf die Reusslandschaft ermöglichen. Ob eine derartige neue Promenade oberhalb der Reuss als Verbindungsweg in die Altstadt je realisiert werden kann, scheint indes eher fraglich.

Obertorplatz als Marktplatz

Naheliegender ist die Idee, den Obertorplatz als Begegnungsraum zu gestalten und künftig beispielsweise als Marktplatz zu nutzen. In einigen Jahren werden die Postautos nicht mehr auf dem Obertorplatz, sondern beim neu gestalteten Banhof an der Zürcherstrasse halten. Dann wird man auch die heutigen Autoparkplätze auf dem Obertorplatz aufheben. Beim Bahnhofgebäude soll eine geräumige neue Tiefgarage entstehen, auch sind einige Parkplätze im Freien geplant. «Das Parkingproblem muss noch vernünftig gelöst werden», sagte Stadtammann Raymond Tellenbach bei der Präsentation des Rahmenplans. Auch gelte es, den grossen Verkehrsknoten Bibenlos als Fortsetzung der Zürcherstrasse zu entwirren. Diese Nuss müsse der Kanton knacken.

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