Villmergen
Gemeinderat bedankt sich bei der Bevölkerung mit einem Ständchen vom Turm

Der Gemeinderat Villmergen möchte sich bei den Einwohnerinnen und Einwohnern bedanken, dass sie die Massnahmen des Bundes, des Kantons und der Gemeinde mitgetragen haben. So spielt die Musikgesellschaft am Sonntagmittag ein halbstündiges Ständchen vom Turm der Meyerhans Mühlen AG.

Andrea Weibel
Merken
Drucken
Teilen
Von diesem Turm wird die Musikgesellschaft ein Ständchen für die Villmerger Bevölkerung spielen.

Von diesem Turm wird die Musikgesellschaft ein Ständchen für die Villmerger Bevölkerung spielen.

Zur Verfügung gestellt

Am Sonntagmittag sollten die Villmergerinnen und Villmerger ihre Gartenstühle auf dem Balkon bereitstellen. Denn um 13 Uhr werden sie ein Konzert der speziellen Art erleben. Dann nämlich werden fünf Mitglieder der Musikgesellschaft von einem der höchsten Punkte mitten im Dorf, dem Turm der Meyerhans Mühlen AG herunter, ein etwa halbstündiges Ständchen in alle Richtungen spielen. Die Idee dazu kam vom Gemeinderat, der sich damit bei der Bevölkerung bedanken möchte.

In einer kurzen Mitteilung fasst er zusammen: „Die vom Bundesrat erlassenen Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus sind für uns alle einschneidend. Andererseits dürfen wir alle neue Erfahrungen sammeln und bestimmt auch schöne, eindrückliche und besondere Ereignisse erleben. Auch der Gemeinderat möchte seinen Einwohnerinnen und Einwohnern ein besonderes Erlebnis bieten und damit Danke sagen. Danke für das Einhalten der Massnahmen des Bundes, für das Verständnis für die ausserordentlichen Massnahmen seitens des Bundes, des Kantons und der Gemeinde sowie für die gegenseitige Unterstützung“, schreibt er. Dafür holte er sich die ins Boot, die mit ihren Instrumenten das ganze Dorf erreichen: die Musikgesellschaft.

Bitte von daheim aus zuhören

„Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir mitmachen wollten, als uns der Gemeindeammann anfragte“, berichtet Urs Koepfli, Präsident der Musikgesellschaft. Schon als Schulbub war er selbst fasziniert, als er einmal mit der Klasse von der überdachten Plattform auf die Dächer hinunterschauen durfte. Später hat er auch mit der Guggenmusik Heid-Heid von oben hinuntergespielt. „Jetzt lag die Idee wieder nahe, da oben zu spielen“, erklärt er. „Wir wollten nicht auf dem Dorfplatz spielen, denn da wäre das Risiko gross, dass die Leute dazukommen würden, um uns zu sehen und zu hören. Und das Versammlungsverbot gilt ja immer noch.“ Dazu schreibt der Gemeinderat: „Die Bevölkerung wird ersucht, diese besondere musikalische Darbietung draussen zu Hause zu geniessen und nicht vor Ort zu erscheinen.“

Mehr als fünf Leute dürfen sich nicht im öffentlichen Raum treffen, darum spielt die Musikgesellschaft auch nur zu fünft. „Wir mussten schon überlegen, in welcher Formation wir spielen könnten. Die Blechbläser hört man halt am besten. Jetzt sind wir zwei Trompeten, ein Bass, ein Waldhorn und ich mit der Posaune“, sagt der Präsident. Fröhlich fügt er an: „Wir freuen uns sehr, dass wir den Leuten auf diese Art eine Freude machen und so auch etwas zurückgeben können, denn wir werden ja auch von der Gemeinde unterstützt.“