Geltwil
Wegen nur zwei Stimmen wurde er nicht Gemeinderat, dabei hat er gar nicht kandidiert – was hinter dem «wilden» Kandidaten Roman Fäh steckt

Der 39-jährige Roman Fäh holte bei den Geltwiler Gemeinderatswahlen am Sonntag als nichtoffizieller Kandidat 36 Stimmen. Für einen Sitz im Gemeinderat hätte er 38 gebraucht. Ganz überraschend kam dies für ihn aber nicht. Der AZ verrät er wieso.

Marc Ribolla
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In der Gemeinde Geltwil fehlt zwar noch ein fünfter Gemeinderat – doch der ist mit Roman Fäh bereits gefunden.

In der Gemeinde Geltwil fehlt zwar noch ein fünfter Gemeinderat – doch der ist mit Roman Fäh bereits gefunden.

Eddy Schambron
(21. November 2019)

Der Blick aufs Wahlprotokoll der Gemeinde Geltwil vom vergangenen Sonntag sorgt für ein grosses Erstaunen. Nicht wegen der vier Gewählten, die alle schon bisher im Gemeinderat sassen und die Wiederwahl locker schafften. Auffallend ist: Der Fünftplatzierte Roman Fäh kandidierte nicht offiziell, erreichte aber mit 36 Stimmen dennoch fast das absolute Mehr von 38 Stimmen.

Roman Fäh möchte in den Geltwiler Gemeinderat.

Roman Fäh möchte in den Geltwiler Gemeinderat.

zvg

Wie erklärt er diese überraschend hohe Stimmenzahl? Roman Fäh bringt Licht ins Dunkle und sagt: «Gemeindeammann Felix Enzler kam vor rund zwei Wochen auf mich zu und fragte mich an, weil der fünfte Gemeinderatssitz noch unbesetzt war. Ich habe es mir daraufhin überlegt und zugesagt.» Weil die Anmeldefrist für offizielle Kandidaturen aber bereits Mitte August verstrichen war, kandidierte Fäh quasi als «Wilder».

Mund-zu-Mund-Propaganda hat funktioniert

Dies stellte aber kein Problem dar. In der kleinsten Freiämter Gemeinde mit knapp 230 Einwohnern sprach sich Fähs nachträgliche Kandidatur trotz der kurzen Dauer rasch herum. «Die Mund-zu-Mund-Propaganda hat gut funktioniert», sagt der 39-Jährige.

Geltwils Gemeindeammann Felix Enzler fragte Fäh an.

Geltwils Gemeindeammann Felix Enzler fragte Fäh an.

Chris Iseli (27. Juli 2021)

Dementsprechend war er auch nicht überrascht, dass er am Wahlsonntag drei Dutzend Stimmen erhielt. «Es ist nur schade, dass es wegen zwei Stimmen so knapp war mit dem absoluten Mehr und es nicht schon im ersten Wahlgang geklappt hat», erklärt Fäh. Er ist im Dorf gut vernetzt, wohnt mit seiner Familie mit zwei Kindern seit vier Jahren in Geltwil.

Für ihn steht fest, dass er sich nun für den zweiten Wahlgang vom 28. November anmelden wird. Allerdings dürfte es kaum mehr zu einer Urnenwahl kommen. Denn Fäh sagt: «Ich gehe eigentlich von einer stillen Wahl aus, da kaum noch weitere Kandidaturen eingereicht werden dürften.»

Das Ressort Finanzen würde ihm passen

Einer der Gründe für seine Kandidatur ist sein beruflicher Hintergrund im Finanzbereich. «Mit dem Rücktritt von Thomas Kron wird im Gemeinderat das Ressort Finanzen frei. Das liegt mir und war auch ausschlaggebend für meine Zusage», so Fäh.

Ausserdem fände er es wichtig, dass sich in einer kleinen Gemeinde wie Geltwil die Menschen für die Gesellschaft engagieren. Dank seines spontanen Einsatzes wird die Geltwiler Exekutive deshalb auch in der nächsten Amtsperiode vollzählig sein.

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