Gastronomie
Terrassen sind offen: Die ersten feierten bereits ihren negativen Coronatest und den Geburtstag

Nicht alle Wirte öffnen ihre Terrassen für die Kundschaft. Aber jene, die es tun, wurden überrascht von treuen Gästen, die bereits um 7.15 Uhr den ersten Kaffee in der Kälte draussen genossen. Nicht wenige waren in Feierlaune.

Nathalie Wolgensinger
Drucken
Teilen
Damian Körkel (rechts) freut sich gemeinsam mit Mutter Michaela Körkel und Daniel Willisegger in der Gartenbeiz, dass sein Coronatest negativ ausgefallen ist.

Damian Körkel (rechts) freut sich gemeinsam mit Mutter Michaela Körkel und Daniel Willisegger in der Gartenbeiz, dass sein Coronatest negativ ausgefallen ist.

Nathalie Wolgensinger

Damian Körkel hat allen Grund zur Freude. Er erzählt begeistert: «Mein Coronatest ist negativ, ich kann heute ins WWF-Lager ins Oberfreiamt abreisen.» Gemeinsam mit seiner Mutter Michaela Körkel und Daniel Willisegger stösst er kurz vor Montagmittag im Restaurant Bären in Wohlen auf diese gute Nachricht an. Die Familie aus Hermetschwil-Staffeln bestellte in der Pizzeria während der vergangenen Wochen regelmässig Pizza und unterstützte so ihre Stammbeiz.

Sie seien für den Coronatest nach Wohlen gefahren und hätten spontan entschieden, auf die gute Neuigkeit anzustossen, fügt Michaela Körkel lachend an. Sie habe lange auf diesen Augenblick gewartet und sei froh, dass mit der Öffnung der Terrassen wieder etwas mehr Normalität ins Leben einkehre, sagt sie.

Antonio Di Chiara, der die Pizzeria gemeinsam mit seinem Vater Rafaele führt, freut sich:

«Wir haben für heute Mittag 15 Reservationen.»

Gemeinsam mit seinem Team richtete er die Terrasse her. Seine Stammgäste erscheinen schon am ersten Tag zahlreich, was das ganze Team sehr freut. Er hoffe, dass die nächsten Tage genauso sonnig werden und er weiterhin Gäste auf seiner Terrasse bedienen könne, gibt er zu Protokoll.

«Kartbahn» nutzte den Lockdown zur Umgestaltung der Terrasse

Bruno Kuhn und Alfred Kälin strahlen mit der Sonne um die Wette. Die beiden Pensionäre aus Waltenschwil sind Stammgäste im dorfeigenen Restaurant Kartbahn. «Wir treffen uns bestimmt zwei-, dreimal die Woche auf einen Schwatz», erzählt Bruno Kuhn. Doch nicht nur das Kafi lockte die beiden Waltenschwiler an, sondern auch der «Gwunder». Max Steinmann, der Pächter des Restaurants, nutzte nämlich den Lockdown, um die Terrasse neu zu gestalten und in der Küche einen Pizzaofen einzubauen.

Bruno Kuhn (links) und Alfred Kälin lockte der «Gwunder» nach Waltenschwil ins Restaurant Kartbahn. Die Terrasse ihrer Stammbeiz wurde während des Lockdowns neu gestaltet.

Bruno Kuhn (links) und Alfred Kälin lockte der «Gwunder» nach Waltenschwil ins Restaurant Kartbahn. Die Terrasse ihrer Stammbeiz wurde während des Lockdowns neu gestaltet.

Nathalie Wolgensinger

Er schaffte neue Gartenmöbel an und überdachte den hinteren Teil. So hofft er, dass die Gäste auch sitzen bleiben, sollte das Wetter mal nicht ganz so gut mitspielen oder es sogar regnen. Die vergangenen Wochen waren auch für Steinmann nicht einfach. Er sagt:

«Wir schauen nun, wie die nächsten beiden Wochen laufen. Wenn es rentiert, machen wir weiter. Für uns zählt jeder Franken.»

Das Restaurant Kartbahn hat die Aussenterrasse umgebaut, um wieder Gäste empfangen zu können.

Nathalie Wolgensinger

Die Investitionen in den Umbau versucht der Wirt mit einem Aufruf auf der Internetplattform Lokalhelden zu finanzieren. Während der vergangenen 23 Tage sicherten ihm 40 Unterstützer den stolzen Betrag von 8290 Franken zu.

Die Terrasse des Restaurants Kartbahn wurde während des Lockdowns neu gestaltet.

Die Terrasse des Restaurants Kartbahn wurde während des Lockdowns neu gestaltet.

Nathalie Wolgensinger

Die ersten Gäste kamen schon um 7.15 Uhr

Die Terrasse der Bäckerei Ruckli in Sarmenstorf war wohl die erste im Freiamt, die bereits frühmorgens Gäste begrüssen konnte. Verkäuferin Michaela Bertschi erzählt:

«Die ersten Gäste waren bereits um Viertel nach sieben hier und liessen es sich nicht nehmen, den Kaffee im Garten zu trinken.»

Die Handwerker mussten die vergangenen Monate über ihren Morgenkaffee im Stehen oder im Auto trinken. Der Besucherstrom riss den ganzen Vormittag nicht ab. Eine Kundin, die genüsslich ein Stück Torte isst, sagt:

«Darauf musste ich lange warten, jetzt geniesse ich es umso mehr.»

In Villmergen strahlt Wirt Mehmet Ilengiz vom Ristorante Pizzeria Toscana über beide Backen. In seiner provisorischen Gartenbeiz entlang des Trottoirs sind die Tische über Mittag gut besetzt. Mittendrin sitzt Paul Welsin. Er hat einen ganz besonderen Grund, sich auswärts zu verpflegen:

«Ich habe heute Geburtstag, das ist doch Grund genug, ins Restaurant zu gehen und sich verwöhnen zu lassen.»

Der Villmerger macht es sich gemeinsam mit seinem Bekannten Hans Rindlisbacher an einem der Tische gemütlich. Rindlisbacher reiste extra aus Embrach an, um gemeinsam mit Welsin den Ehrentag zu feiern.

Wirt Mehmet Ilengiz freut sich über seine Gäste, Paul Welsin (links) kann seinen Geburtstag feiern. Er tut dies gemeinsam mit seinem Bekannten Hans Rindlisbacher.

Wirt Mehmet Ilengiz freut sich über seine Gäste, Paul Welsin (links) kann seinen Geburtstag feiern. Er tut dies gemeinsam mit seinem Bekannten Hans Rindlisbacher.

Nathalie Wolgensinger

Er freut sich, dass das Wetter stimmt und er wieder einmal gemeinsam mit seinem Freund in einem Restaurant einkehren kann. Er stellt fest: «Es wurde wirklich langsam Zeit, dass die Restaurants wieder öffnen.»

Aktuelle Nachrichten