Hägglingen
«Gäll Chauffeur, Du gsehsch mi ned»: Verkehrs-Training für Schüler

Die Repol Wohlen hat zusammen mit dem TCS und einem Lastwagen-Instruktor Schüler auf die Veloprüfung vorbereitet – auch mit eindrücklichen Bildern.

Toni Widmer
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Veloprüfung-Training Hägglingen
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Walter Wolf demonstriert mit Hammerschlägen auf einen Helm die Wucht eines Aufpralls.
Claudio Gygax erklärt die Ausstattung eines Einsatzfahrzeugs der Regionalpolizei.

Veloprüfung-Training Hägglingen

Toni Widmer

«Peng» – Walter Wolf haut den Hammer auf den Holzkopf. Auf der Anzeige des Prüfgeräts erscheint die Zahl 1080. «Seht ihr, so viel Kraft wirkt auf euren Kopf, wenn er bei einem Sturz vom Velo ungeschützt auf den Asphalt prallt. «Peng» – Walter Wolf haut noch einmal zu. Diesmal ist der Holzkopf mit einem Velohelm geschützt. Auf der Anzeige erscheint die Zahl 207. «Seht ihr, ein Velohelm kann bis zu 800 Kilogramm Kraft absorbieren», kommentiert der TCS-Experte.

Welche Auswirkungen ein Unfall ohne Velohelm haben kann, demonstriert er den Hägglinger Schülerinnen und Schülern mit drastischen Bildern aus der Gerichtsmedizin und erklärt dazu schonungslos: «Mit Helm habt ihr vielleicht eine kleine Hirnerschütterung. Ohne Helm nimmt euer Kopf weit mehr Schaden. Allenfalls könnt ihr nachher weder gehen noch sprechen.» Die Jugendlichen sind beeindruckt.

Helm muss man anpassen

Helm ist nicht gleich Helm. Deshalb zeigt Walter Wolf, Präsident der TCS-Untersektion Wiggertal zusammen mit Carla Marinello, der Leiterin der TCS-Kontaktstelle Birr, den Schülern, worauf es ankommt: «2018 haben wir 1030 Helme auf ihren richtigen Sitz geprüft. Lediglich 20 davon waren richtig montiert», sagt er und richtet bei einem Mädchen die Befestigung des Velohelms: «Es kommt auf den richtigen Drehpunkt an. Das Bändchen darf nicht unter dem Ohr, sondern muss vor dem Ohr sein. Dann wirkt der Schutz des Helms nach vorne und nach hinten.» Eltern, sagt er, könnten sich im Fachhandel entsprechend beraten lassen. Die Qualität der Helme erachtet der Spezialist, der selber lange Zeit Velohelme verkauft hat, als insgesamt gut: «Es kommt weniger auf den Preis an als auf die richtige Passform», sagt er (siehe Textkasten).

Was wichtig ist: Der Helm muss passen

Beim Kauf eines Helms sei vor allem auf die richtige Passform zu achten, erklärt der TCS-Experte. Weiter müsse er gut durchlüftet sowie möglichst leicht und gut einstellbar sein. Wie man einen Helm einstellt, beschreibt der TCS auf seiner Website: «Die vordere, untere Helmkante muss zwei Finger breit über der Nasenwurzel angebracht sein. Nur so ist der Stirn- und Schläfenbereich bei einem Aufprall auch geschützt. Zudem sind die Bänder beidseitig satt anzupassen, sodass der Helm vor allem durch die beiden vor den Ohren liegenden Bänder in seiner Position gehalten wird. Der Helm darf bei einem Aufprall nicht nach hinten wegrutschen.» (to)

Vorsicht bei Lastwagen

Auf einem Parkplatz unweit vom Hägglinger Schulhaus hat Peter Grontzki, Lastwagen-Instruktor beim Wohler Fahrschulcenter Drivesuisse, einen grossen Brummi mit Anhänger aufgestellt. Auf der rechten Seite ist ein Fahrrad an die Fahrerkabine gelehnt, vorne markieren ein paar Absperrbänder jene toten Winkel, die ein Chauffeur vom Lenkrad aus nicht überblicken kann. Eine Schülerin darf ans Steuer, ihre Kolleginnen und Kollegen positionieren sich vor dem Gefährt. «Wie viele von deinen Mitschülern siehst Du?», fragt der Experte. «Nur jene, die ganz hinten steht, die anderen sehe ich nicht», sagt die stolze Chauffeuse.

Grontzki erklärt weiter, was es mit dem Velo auf sich hat: «An einem Lastwagen rechts vorbeizufahren, der den Blinker nach rechts gestellt hat, weil er abbiegen will, ist lebensgefährlich. Der Chauffeur sieht euch nicht und wenn die Ampel auf Grün wechselt, könnt ihr im schlimmsten Fall vom Lastwagen erfasst werden.» Die Kinder werden nachdenklich und befassen sich intensiv mit dem Thema.

«Wir führen dieses Jahr mit 44 Schulklassen im Gebiet der Regionalpolizei Wohlen die theoretische und praktische Veloprüfung durch. Anlässe wie dieser dienen der Vorbereitung», sagt Verkehrsinstruktor Claudio Gygax. Die Repol sei sehr dankbar, dass sie auf die kostenlose Unterstützung von TCS und Drivesuisse zählen könne, sagt Repol-Chef Marco Veil: «Ich denke, diese Demonstrationen sind für die Kinder sehr eindrücklich.» Kann man wohl sagen!