Oberlunkhofen
Für diesen Ökostromspezialisten ist die Isolation das Wichtigste

Einst baute er selbst Sonnenkollektoren. Jetzt erklärt Ökostrompionier Fritz Brun (72) aus Oberlunkhofen, wieso es ohne Öl und Strom doch nicht geht und warum für ihn Isolation das wichtigste beim Hausbau ist und bleibt.

Andrea Weibel
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Fritz Brun hat sein Hausdach bereits vor 40 Jahren mit selber gebauten Sonnenkollektoren bestückt.

Fritz Brun hat sein Hausdach bereits vor 40 Jahren mit selber gebauten Sonnenkollektoren bestückt.

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Vor 40 Jahren - als Ökostrom und Photovoltaik noch Fremdwörter waren - bestückte Fritz Brun sein Dach bereits mit Sonnenkollektoren. Marke Eigenbau versteht sich, denn in der Schweiz war diese moderne Technik damals schwer erhältlich. Er zeigt zur Wohnzimmerdecke: «1969, als ich das Haus baute, dachten die Nachbarn und Handwerker noch, ich spinne, denn ich isolierte die Decke 25 Zentimeter dick statt wie üblich mit nur vier Zentimetern», erinnert er sich. «Doch das hat sich längst wärmetechnisch bewährt und auch finanziell ausgezahlt.» Zusammenfassend weiss er heute: «Beim Hausbau muss man nur wenige Punkte beachten, schon kann man die Umwelt schonen und gleichzeitig viel Geld sparen.»

Isolation statt Minergie

Dabei heisse das Zauberwort keinesfalls Minergie: «Die Belüftungskanäle sind Herde für Bakterien wie kaum etwas anderes. Sie werden selten gereinigt, sind aber rund um die Uhr in Betrieb», so der Elektromeister und Berater für Elektro- und Wärmetechnik.

Sein Zauberwort heisst schlicht Isolation. «Durch dicke Wände und Decken löst man gleich mehrere Probleme: Im Winter bleibt die Wärme drinnen, im Sommer die Hitze draussen und selbst Fluglärm kann einem nichts mehr anhaben», sagt Brun, der den Umweltschutz als sein grösstes Hobby bezeichnet. «Ich hatte schon oft mit Architekten zu tun, die viel zu wenig auf die Isolation geachtet haben. Bei denen weigere ich mich jeweils, ihnen eine Offerte für eine Wärmepumpe zu erstellen, solange sie das nicht ändern», sagt er selbstbewusst. «Einige argumentieren dann, das gehe nicht. Aber dieser Satz spornt mich nur noch mehr an und ich zeige ihnen auf, dass es sehr wohl geht.»

Regenwasser heizt das Haus

Das zweite, was Fritz Brun bei Neubauten wichtig ist, ist die Nutzung des Regenwassers. In seinem eigenen Haus wird es gleich für mehrere Zwecke eingesetzt. Einerseits werden damit WC-Spülung und die Wasserhähne in Garage und Garten betrieben sowie der Pool gefüllt. «So habe ich nie verkalkte Toiletten oder Düsen im Pool, weil im Regenwasser kein Kalk enthalten ist», nennt er einen der Vorteile.
Darüber hinaus beheizt das Regenwasser sein gesamtes Haus. «Die Glaskollektoren auf dem Dach heizen den Regenwassertank auf, der als Speicher dient. Von dort bezieht eine Sole-Wasser-Wärmepumpe die Wärme, die dann das ganze Haus sowie das angebaute Doppeleinfamilienhaus beheizt», erklärt Brun.

«Öl und Strom braucht es auch»

Für den Oberlunkhofer Ökostrompionier ist es wichtig, so weit wie möglich auf fossile Brennstoffe und Strom zu verzichten, indem er erneuerbare Energien nutzt. Trotzdem hält er fest: «Umweltschutz bedeutet, mehr Strom zu verbrauchen.» Beide seiner Wärmepumpen brauchen Strom, führt er als Beispiel an.

Weiter spricht er sich für eine bivalente Heiztechnik bei grösseren Anlagen aus, bei der einerseits Wärmepumpe und Sonnenkollektoren, andererseits aber auch eine Ölheizung für extreme Kälteeinbrüche im Winter, wenn zu wenig Sonnenenergie vorhanden ist, eingesetzt werden. «Als letztes Jahr -20 Grad herrschten, haben wir kurzzeitig die Ölheizung in Betrieb genommen», erklärt Brun.

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